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Phryger

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Phryger ist die griechische Bezeichnung eines indoeuropäischen Volkes, das spätestens im 8. Jahrhundert v. Chr. in Anatolien ein großes Reich errichtet hatte. Seine Hauptstadt war Gordion am Sangarios, etwa 80 km westlich vom heutigen Ankara.


Inhaltsverzeichnis


1 Ursprung der Phryger

2 Das Phrygische Grossreich

    3 Die Zeit nach 675 v. Chr.

4 Die Phrygische Kultur (in Bearbeitung)

5 Literatur

6 Siehe auch


Ursprung der Phryger

Bis vor wenigen Jahrzehnten fehlten Hinterlassenschaften der Phryger aus der Zeit vor 750 völlig. Daher lag die Frühgeschichte dieses Volks im Dunkeln. Homer erwähnt Phryger in der Ilias an verschiedenen Stellen als Verbündete der Trojaner. Sie lebten in der Troas, sowie jenseits der Dardanellen in Thrakien. An einer Stelle heißt es, dass in Priamos Jugend Phryger ihr Lager am Sangarios aufgeschlagen hatten. Nicht nur wegen Homer, sondern auch wegen ihrer Bestattungsweise in Tumuli wurde als Urheimat der Phryger Thrakien angenommen.


Mittlerweile zeichnet sich ein klareres Bild ab: so ist Gordion bereits im 12. Jh. v. Chr. von Neuankömmlingen besiedelt worden. Ihre Keramik weist teilweise starke Ähnlichkeiten zur Handmade Ware aus Troja VIIb1 auf. Andererseits ist in einem Teil der Keramik eindeutig ein Vorläufer der phrygischen polierten Ware ab dem 8. Jh. v. Chr. zu sehen. Die Neuankömmlige kannten Grubenbauten Gebäude in Fachwerkbauweise. Letztere ist für die Architektur Gordions in späterer Zeit geradezu charakteristisch. Eingetiefte Bauten und vergesellschaftete grobe Keramik lassen sich schwer zuordnen. Möglicherweise sind stehen sie in alt-anatolischer Tradition. Neuerdings scheint es aus Hattuscha ähnliche Befunde zu geben. Demnach haben sich (Proto-)Phryger kurz nach 1200 vom Gebiet der Dardanellen nach Zentralanatolien ausgebreitet. Zu erwähnen sind noch die Muschki in den Annalen Tiglatpilesar I. Im ersten Jahr seiner Herrschaft (ca. 1117 v. Chr.) hat er gegen Muschki am Euphrat gekämpft. Ob hier - wie knapp 4 Jahrhunderte später (s.u.) die Muschki mit den Phrygern gleichgesetzt werden können, ist strittig. Da in Gordion verschiedene Elemente zu Beginn der Eisenzeit siedelten, sind die eigendlichen "historischen" Phryger und deren Kultur wohl aus einer Verschmelzung verschiedener Bevölkerungsgruppen hervorgegangen.


Das Phrygische Grossreich

Nach Ausweis griechischer und assyrischer Quellen muss das Phrygerreich in der 2. Hälfte des 8. Jh. von großer Bedeutung gewesen sein. Legendär sind mehrere Könige mit den Namen Gordios und Midas aus griechischen Quellen. Der historische Midas von Phrygien ist aus griechischen Quellen gut bekannt. So hat er eine griechische Ehefrau gehabt und in Delphi einen kostbaren Thron gespendet. In assyrischen Annalen begegnet erstmal 738 v. Chr. ein gewisser Mita von Muschki. Eine Gleichsetzung mit Midas von Phrygien ist - im Gegensatz zu den Muschki z.Z. Tiglatpilesars I. (s.o.) allgemein akzeptiert. In den Annalen Sargon (ca. 722-05) begegnet Mita an verschiedenen Stellen. Zwar wird er letztlich tributpflichtig, doch bemerkenswert ist die Tatsache, daß das Phrygerreich sowohl geographisch (Ostanatolien) in den Blickpunkt der Assyrer gerät, als auch, daß Mita als bedeutender Herrscher und Taktierer gilt. Man kann daher mit Fug und Recht von einem Phrygischen Grossreich sprechen.


Gegen Ende des 8. Jh. fielen die Kimmerier aus dem Nordöstlichen Schwarzmeergebiet über den Kaukasus in Kleinasien ein. Zunächst bedrängten sie das Reich von Urartu. Dann wandten sich gen Westen und griffen das Phrygerreich an. 696 oder 675/4 - neuerdings wird in der Forschung das letztere Datum favorisiert - fiel Gordion. Midas starb dabei den Freitod - der Überlieferung nach durch Trinken von Stierblut. Das Ende des Phrygischen Großreichs war besiegelt.


Die Zeit nach 675 v. Chr.

Nach der Eroberung Gordions existierten sehr wahrscheinlich phrygische Fürstentümer. Indizien dafür sind zahlreiche Phrygische Monumente und Heiligtümer aus dem 7./6. Jh. Auch die Phrygische Kunst lebt ohne erkennbaren Bruch weiter. Über die machtpolitischen Verhältnisse in Kleinasien sind wir ausgesprochen schlecht informiert. Die Kimmerier waren zwar bis Ende des 7. Jh. in Kleinasien, haben aber vermutlich keinen zusammenhängenden Staat gebildet. Ab der 2. Hälfte des 7. Jh. begann das Reich der Lyder zu expandieren. Ob die phrygischen Staaten dabei unter lydische Vorherrschaft kamen oder zumindest teilweise autonom blieben, ist nicht klar. 546 v. Chr. wurde Phrygien durch die Perser erobert.


Die Phrygische Kultur (in Bearbeitung)

Die teils mehrstöckigen Gebäude in der Oberstadt von Gordion waren zumeist in Megaron-Form gebaut. Charkteristisch ist eine Pfostenbauweise der Gebäude sowie der Stadtmauer, die als phrygische Fachwerkbauweise bezeichnet wird. Auffallend die für Anatolien sonst unüblichen Schrägdächer. In der Gegend um Gordion sind Reste von Grabtumuli gefunden worden, die teils sehr reich ausgestattet waren. Der bedeutendste Tumulus gilt als "Midas-Grab". In ihm wurden sterbliche Reste eines 60-70 jährigen Mannes gefunden. Es könnte sich demnach tatsächlich um das Grab des bekanntesten Phrygers handeln. Viele Metallgegenstände, oft kostbar gearbeitet zeugen einerseits vom Reichtunm der Phryger, andererseits vom regen Handel mit den Metallzentren, vor allem über Urartu. In der Kunst entsteht aus Vermengung von urartäischen, iranischen und hethitischen Einflüssen ein eigener phrygischer Stil. Imposant sind eine Reihe reich verzierter Felsendenkmäler. Die bemalte Keramik zeigt deutlich griechische Einflüsse. Neben geometrischen waren Tiermotive sehr beliebt. Die Phryger waren ein indoeuropäisches Volk. Sie verwendeten in Inschriften das Alphabet, das sie von Griechen übernommen hatten.


In der Religion nahm Kybele eine herausragende Stellung ein, die auch viel später als Magna Mater im römischen Reich verehrt wurde.


Literatur

  • R.S. Young, Gordion, 1969.
  • R.S. Young, Three Great Early Tumuli, 1981.
  • E.L. Kohler, The Lesser Phrygian Tumuli I: The Inhumations, 1995.
  • E. Akurgal, Phrygische Kunst.
  • Fast jährlich gibt es Kurzberichte über die laufenden Ausgrabungen in Gordion im American Journal of Archeology (AJA)


Siehe auch



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