Die Phillips-Kurve ist ein angenommener Zusammenhang zwischen Inflation und Arbeitslosigkeit. Sie wurde erstmals vom britischen Volkswirtschaftler Alban W. Phillips dargestellt. Er hatte aus Daten zur Wirtschaftsentwicklung Großbritanniens einen negativen Zusammenhang zwischen Wachstumsrate der Nominallöhne und Arbeitslosigkeit und wurde 1958 von ihm publiziert. Später wurde seine Theorie in den USA weitergefüht und es wurde ein Zusammenhang zwischen Inflation und der Arbeitslosigkeit abgeleitet (modifizierte Phillips-Kurve).
Nach 1958 glaubte man, mit der Phillips-Kurve einen festen Zusammenhang zwischen Arbeitslosigkeit und Inflation gefunden zu haben. Als Folge davon ließen die Regierungen eine relativ hohe Inflation zu, weil sie annahmen, dass dies zu niedrigeren Arbeitslosigkeitszahlen führen würde.
In den 1970er Jahren herrschte in vielen Ländern jedoch eine Stagflation, was zunächst als Widerlegung der Phillips-Kurve gesehen wurde. Spätere Analysen ergaben allerdings auch für die siebziger Jahre einen stabilen Zusammenhang von Arbeitslosigkeit und Inflation, wenn man die Inflationsrate um durch Rohstoffmärkte induzierte Preissteigerungen bereinigt, denn es waren in erster Linie die steigenden Rohölpreise, die damals die Stagflation ausgelöst hatten.
Neuere Arbeiten leiten aus der Phillips-Kurve die NAIRU, die non accelerating inflation rate of unemployment ab. Diese gibt jene Arbeitslosenquote an, die mit dem Ziel der Preisniveaustabilität vereinbar ist, da auf dem Arbeitsmarkt keine Knappheiten auftreten. Damit erfährt die Phillips-Kurve eine angebotstheoretische Interpretation: Um die Arbeitslosigkeit zu senken muss man nicht, wie oben argumentiert, eine höhere Inflation zulassen, sondern Rigiditäten auf dem Arbeitsmarkt beseitigen, also die NAIRU senken.
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