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Pfalz (Region)

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Die Pfalz ist eine Region in Südwestdeutschland. Im Westen wird sie durch den Westrich bzw. die Grenze zum Saarland begrenzt, im Norden durch das Nordpfälzer Bergland, im Osten durch den Rhein und im Süden durch die deutsch-französische Grenze. Das Biosphärenreservat Pfälzerwald, das einen großen Teil der Region bedeckt prägt die Pfalz mit seinem Naturreichtum. Der höchste Berg in der Pfalz ist der Donnersberg. Aufgrund der idyllischen Landschaft wird die Pfalz auch als die deutsche Toskana bezeichnet.


Historisch bestand die heutige Pfalz bis zum Ende des 18. Jahrhunderts aus mehreren Territorien, von denen die größten die Gebiete des Pfälzer Kurfürsten, des Herzogtums Pfalz-Zweibrücken und des Hochstifts Speyer waren. Daneben bestanden kleinere reichgräfliche und ritterschaftliche Territorien und nicht zuletzt die Freie Reichsstadt Speyer. Das Gebiet der Kurpfalz wurde noch vor der Französischen Revolution mit Bayern vereinigt, als die altbayerische Linie der Wittelsbacher ausstarb und Kurfürst Karl Theodor aus der Linie Pfalz-Sulzbach die Erbschaft antrat. Im Verlauf der französischen Revolutionskriege fiel das gesamte linke Rheinufer und damit auch die heutige Pfalz an Frankreich. Die pfälzischen Territorien wurden mit Rheinhessen im neugebildeten Departement Donnersberg zusammengefasst und spätestens ab 1802 als integrierter Bestandteil des französischen Staates verwaltet. Nach den Befreiungskriegen kam die (linksrheinische) Pfalz als "Rheinkreis" an das Königreich Bayern. Dabei blieb es bis 1945.


Danach war sie Teil der französischen Besatzungszone und ging dann im neu gebildeten Bundesland Rheinland-Pfalz auf, das neben der Pfalz noch den früher zu Hessen gehörigen Teil Rheinhessen (Hauptstadt Mainz) und das früher zur preußischen Rheinprovinz gehörige moselfränkische Rheinland umfasst. Überreste der französischen Verwaltungsstrukturen ist der Bezirkstag der Pfalz, das Parlament der Pfalz. Der Bezirkstag verwaltet verschiedene kulturelle und soziale Einrichtungen in der Region und fördert die Zusammenarbeit zwischen den Landkreisen und Kreisfreien Städten in der Pfalz.


Innerhalb des neuen Bundeslandes war die Pfalz zunächst ein eigenständiger Regierungsbezirk, der 1968 mit dem Regierungsbezirk Rheinhessen (Hauptstadt Mainz) vereinigt wurde. Die Verwaltung des vereinigten Regierungsbezirks wurde in Neustadt an der Weinstraße eingerichtet. Mit der Umstrukturierung der Landesverwaltung zum 1. Januar 2000 wurden die Regierungsbezirke in Rheinland-Pfalz aufgelöst. Die Bezirksregierungen wurden in Aufsichts- und Dienstleistungsdirektionen bzw. Struktur- und Genehmigungsdirektionen überführt, die nunmehr für ganze Aufgabenbereiche und nicht mehr für alle Aufgaben innerhalb ihres bisherigen Bezirks zuständig sind. Ihre räumliche Zuständigkeit erstreckt sich daher teilweise auch auf das ganze Land.


Im Sprachgebrauch wird der Begriff Pfalz jedoch immer noch für das Gebiet des ehemals zu Bayern gehörigen Bezirks verwendet.


Typische Pfälzer Eigenschaften sind die so genannte Pfälzer Gemütlichkeit und eine nicht zu verachtende Trinkfestigkeit, was durch den Weinanbau in der Region leicht erklärbar ist. Die Pfälzer Küche ist sehr deftig und umfasst Bratwürste, Saumagen und Flääschknepp (Fleischklöße), die typischerweise mit Meerrettichsoße, Sauerkraut oder Weinknorzen, einer besonderen Art Brötchen, serviert werden.


Nicht zu unterschätzen ist außerdem die Dickköpfigkeit der Pfälzer, die oft manches einfach nur aus Trotz machen ("grad zeleeds" = jetzt erst recht). Schließlich kann die Gemütlichkeit auch in heiligen Zorn umschlagen, wenn etwas nicht so läuft, wie es soll. Wenn dann die Donnerkeile fliegen (beliebter Pfälzer Fluch), sollte man besser in Deckung gehen. Schließlich waren die Pfälzer maßgeblich am Bauernkrieg (1525), am Hambacher Fest (1832) und an der Märzrevolution (1848) beteiligt.


Auf Grund der beiden letzten Ereignisse gilt die Pfalz auch als ein Zentrum der deutschen Demokratie.


siehe auch:

Kurpfalz, Pfälzisch, Pfälzisches Wörterbuch und Regierungsbezirk Oberpfalz in Bayern


Literatur

Pfälzische Landeskunde, mit Beiträgen von M. Geiger u.a., 3 Bde., Landau in der Pfalz 1981


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