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Pfahlbau

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Pfahlbau oder Pfahlbauten (auch Stelzenbauten) sind Ansiedlungen auf Pfählen auf dem Festland, in stehenden oder fließenden Gewässern und auch in Sümpfen.


Inhaltsverzeichnis


1 Zweck

2 Erste Funde

3 Technik

4 Geschichte

5 Fundorte (Auswahl)

6 Museen

7 Weblinks


Zweck

Sie dienen auf dem Festland der Absicherung gegen Raubtiere und feindliche Nachbarn oder auch nur gegen schädliche Ausdünstungen des Bodens. Pfahlbauten sind aus vorgeschichtlicher Zeit in Europa dokumentiert, insbesondere an schweizer Seen gibt es zahlreiche Beispiele.


In vielen Fällen standen die Pfahlbausiedlungen jedoch ursprünglich auf feuchtem Grund am Ufer von Seen und liegen nur durch einen Seespiegelanstieg heute unter der Wasserlinie.


Erste Funde

Die ersten derartigen Bauten entdeckte man im Winter 1853/54 am Zürichsee, der seinerzeit einen ungewöhnlich niedrigen Wasserstand hatte. Deshalb wollte man dem Gewässer eine größere Landfläche abgewinnen und zog Mauern und Dämme. Als die Arbeiter den Seegrund zum Füllen der neu gewonnen Flächen abtrugen, stießen sie auf eine dunkle Schicht mit regelmäßige Pfahlreihen und Überresten einer menschlichen Kultur. Ein ortsansäßiger Lehrer ordnete die Funde und erkannte ihre Bedeutung.


Technik

An seichten Stellen rammte man Pfähle ein, die als ganze oder gespaltene Stämme ausgebildet waren und die typischerweise zwei zu zwei angeordnet waren. Die Pfähle waren meist nicht stärker als 15 cm, die Länge betrug je nach Höhe des Wasserstandes meist zwischen 3 m und 5 m. Oft wurden am Fuß der Pfähle schwere Steine versenkt, die für mehr Stabilität gegen Wellenschlag sorgen sollten. Die Hütten selbst waren ebenfalls aus Pfahlwerk geschaffen, von außen mit einer Lehmschicht verkleidet und mit Stroh, Rinden und Reisig bedeckt. Die Größe solche Siedlungen variiert stark. Sie können bis 60.000 m² bedecken.


Geschichte

Siedlungen lassen sich bis in die Steinzeit zurückverfolgen. Meist fördern die Grabungsarbeiten zahlreiche Alltagsgegenstände der jeweiligen Kultur zutage. Pfahlbauten sind auch aus der Kupfer-, Bronze- und Eisenzeit bekannt, beispielsweise bei La Tène.


Auch heute noch werden Pfahlbauten verwendet, insbesondere in Südostasien, auf den Nikobaren und in Neuguinea.


Fundorte (Auswahl)



Museen

In Unteruhldingen am Bodensee gibt es ein Pfahlbaumuseum. Am und auf dem Wasser wurden Ufersiedlungen aus verschiedenen Epochen rekonstruiert. Die ersten Häuser des Freilichtmuseums wurden 1922 erbaut. In der Zwischenzeit entstanden 18 weitere Rekonstruktionen. 2002 wurden die letzten Häuser eingeweiht. Dem Museum ist ein Forschungsinstitut angegliedert.


Weblink


Weblinks



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