Sein Vater, ein Notar, wird als Papstanhänger aus Florenz verbannt. Mit sieben Jahren folgt Petrarca ihm nach Avignon. Petrarca studiert Jura in Montpellier und Bologna, er kehrt nach Avignon zurück, als der Vater stirbt, gerät in wirtschaftliche Schwierigkeiten. 1337 trifft er eine verheiratete Frau, die er Laura nennt und die er sein Leben lang verehren wird.
Petrarca zieht sich nach Reisen durch Frankreich, Belgien und Deutschland in ein Dorf bei Avignon zurück, wo er von 1337-1349 lebt. 1341 wird Petrarca auf dem Kapitol in Rom zum Dichter gekrönt. Zwischendurch geht er an den Hof des Kardinals von Avignon, für acht Jahre ist er Gesandter in Mailand. Das letzte Jahrzehnt lebt er abwechselnd in Venedig und Arquà.
Am 26. April1336 bestieg er zusammen mit seinem Bruder den Mont Ventoux in der Haute Provence. Da dies als die erste freiwillige Bergbesteigung dokumentiert ist, gilt Petrarca als Vater der Bergsteiger und der neuzeitlichen Sicht der Natur.
Petrarca gilt als (Mit-)Begründer des Humanismus und als einer der größten Dichter Italiens.
Sein Canzoniere, ein Zyklus von 367Gedichten, darunter 317 Sonetten, in denen er seine reine, unversiegte Liebe zu Laura besingt, prägte inhaltlich und formell die europäische Lyrik der Renaissance (Petrarkismus). Als sog. "Schlüssel zum Canzoniere" wird oft sein Secretum angesehen. Dieser ganz im Stil seines großen Vorbildes Cicero abgefasste lateinische Dialog bietet einige interessante Anhaltspunkte zu Petrarcas Persönlichkeit und macht die Interpretation einiger Gedichte im Canzoniere eindeutiger.
Von großer Bedeutung auch für die Musik waren seine Madrigale als Textvorlagen sowohl für das Trecento-Madrigal wie auch das Madrigal des 16. und 17. Jahrhunderts. Im 19. Jahrhundert vertonte der Komponist Franz Liszt mehrere Petrarca-Sonette für Klavier.
Petrarca hat seine Grabstätte in Arqua-Petrarca nahe Padua gefunden. Eine böse Überraschung erlebten Forscher im Jahr 2004 bei einer Graböffnung. Der Schädel in dem Marmorsarg gehörte zu Lebzeiten offensichtlich zu einer Frau. Mit hoher Wahrscheinlichkeit handelt es sich ansonsten um die sterblichen Überreste des Dichters. Die Wissenschaftler wollten Klarheit gewinnen, ob die Petrarca nachgesagte Körpergröße von 1,84 Meter stimme. Er wäre damit im Vergleich zu seinen Zeitgenossen ein Riese gewesen.
Einige Anmerkungen:
«Laura [...] erschien meinen Augen zum ersten Mal in meiner ersten Jünglingszeit, im Jahre des Herrn 1327, am sechsten Tag des Monats April, in der Kirche der heiligen Klara zu Avignon [...]. Und in derselben Stadt, im gleichen Monat April, auch am sechsten Tag, zur gleichen Stunde, jedoch im Jahr 1348, ist dem Licht dieser Welt jenes Licht entzogen worden [...].»
Geraldine Gabor und Ernst-Jürgen Dreyer schreiben, «daß sich ›Laura‹ unter dem unbefangenen Blick in reine Sprache auflöste, die in unendlichzähligen Bedeutungen spielt: L'auro, das Gold von Amors ›aurato strale‹ (dem goldenen Pfeil) und der ›aurata piuma‹ (dem goldenen Federkleid des Phönix [...]» Und Wolf-Dieter Lange fügt an: «Diese Worte, die eher verbergen als offenbaren, enthüllen die Stellung des Dichters zwischen Mittelalter und Renaissance. Die Zahlen, von denen er spricht, haben besonders seit den Kirchenvätern einen christlichen Symbolwert. Am 6. April ist Adam erschaffen, und am 6. April ist Christus gestorben. Zwischen dem Beginn der Liebe zu Laura 1327 und ihrem Tod 1348 liegen einundzwanzig, also drei mal sieben Jahre, auch dies christlich vielfach ausgedeutete Zahlen. Darüber hinaus besteht der ›Canzoniere‹ mit seinem scheinbar reumütigen Einleitungssonett aus 366 Gedichten. Zieht man dieses Sonett ab, könnte sich die Zahl symbolisch auf die Tage eines Jahres beziehen. Vielleicht aber verweist die Zahl 366 unmittelbar auf Lauras Todesjahr, denn 1348 war ein Schaltjahr. [...].»
Petrarca selbst hat diese Rerum vulgarium fragmenta, Bruchstücke muttersprachlicher Sachen, «seinen Freunden gegenüber immer als zweitrangig, als Jugendtorheit, als ›nugellae‹ (Kleinigkeiten)» bezeichnet.
Nach Petrarca ist ein bedeutender Literatur-Preis benannt. Der von Hubert Burda gestiftete Petrarca-Preis wurde von 1975 bis 1995 an zeitgenössische Dichter und Übersetzer vergeben und sollte an die Geschichte der Poesie erinnern.
Literatur zu den Anmerkungen:
Francesco Petrarca: Canzoniere, zweisprachige Gesamtausgabe, nach einer Linearübersetzung von Geraldine Gabor und in deutsche Verse gebracht von Ernst-Jürgen Dreyer, nach der Ausgabe von Guiseppe Salvo Cozzo, Florenz 1904, Deutscher Taschenbuch Verlag, München 1990, S. 1064; Geraldine Gabor und Ernst-Jürgen Dreyer im Nachwort, a. a. O., S. 1057 f.; Geraldine Gabor und Ernst-Jürgen Dreyer, a. a. O., S. 1063
Wolf-Dieter Lange, in: PC-Bibliothek (CD ROM), Bibliographisches Institut & F. A. Brockhaus AG, Mannheim 2002
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