Kontinuität ist eines der Hauptmerkmale der persischen Baukunst. Einmal gefundene räumliche Konzepte werden über Jahrhunderte beibehalten bzw. langsam verändert und weiterentwickelt.
Zu den wichtigsten Schöpfungen der persichen Baukunst gehören der Iwan, die Trompenkuppel sowie die Trompenkuppel auf vier Bögen, die zum ersten Mal bei sassanidischen Feuertempeln sogenannten Tschahar Tâgh auftaucht.
Bevor im 6. Jahrhundert v. Chr. Kyros II. (der Große) in erstaunlich kurzer Zeit das erste "Weltreich" erschuf, waren die Perser ein Volk von bescheidener politischer Bedeutung und verfügten über kaum eigene Kulturtradition. Das die Residenzen und Paläste der Achämeniden trotzdem zu architektonischen Meisterwerken wurden, ist der Tatsache zu verdanken, das die neuen Machthaber den Kulturleistungen der besiegten Völker große Hochachtung entgegenbrachten.
Ebenso, wie sich der Schah des persischen Reiches als König der Könige bezeichnete, läßt sich die Kunst der Achämeniden als Kunst der Künste bezeichnen. Dies trifft in ganz besonderem Maße für die Baukunst zu. Für die großköniglichen Paläste in Pasargadae und Susa sowie für die Palaststadt Persepolis wurden Werke der Hochkulturen ausgewählt, seien es beispielsweise griechische, mesopotamische oder ägyptische, und zu etwas ganz Eigenem umgeformt. So finden sich an achämenidischen Palästen Monumentaltore mit typisch ägyptischen Hohlkehlen, Säulen die ionische Merkmale aufweisen (und auch von ionischen Steinmetzen geschaffen wurden), assyrisch-babylonische Flachreliefs und jene der assyrischen Kunst entlehnten Fabelwesen (Lamassu), die aus geflügelten Rinderleibern mit Stier- oder Menschenköpfen bestehen und die paarweise an den Torgebäuden angeordnet die Funktion von Wächtern übernahmen.
Ein achämenidischer Palastbezirk setzt sich aus mehreren Einzelgebäuden zusammen. In der ältesten Anlage von Pasargadae waren die weitgestreuten Bauten Teil des ersten nachweisbaren persischen Paradeisos, einer riesigen umzäunten Gartenanlage mit künstlichen Wasserläufen, Seen, Palastbauten und Pavillions. Im Gegensatz dazu stehen die Baumassen in Persepolis viel dichter zusammen und sind stärker aufeinander bezogen. Schon in Pasargadae wird zwischen einem Wohnpalast und einem Audienzpalast (der Apadana) unterschieden.
Die Palastgebäude bestehen aus einer zentralen rechteckigen Halle mit Wänden aus getrocknetem Lehm, deren hölzernes Flachdach von Steinsäulen getragen wurde. An mindestens einer, manchmal aber auch an allen vier Seiten schließen sich nach Außen offene Vorhallen an, deren Dächer ebenfalls von Säulen getragen wurden. In Pasargadae überragte der zentrale Innenraum die umgebenden Vorhallen, so das Fenster in der oberen Wandzone möglich waren. In Persepolis sind Vorhallen und zentrale Säulenhalle gleich hoch geworden, was das ehemalige Vorhandensein von Oberlichtern im Dach fast sicher macht.
Der Kontakt der iranischen Architekten mit der kleinasiatisch-ionischen Bauwelt war für die achämenidischen Palastbauten entscheidend. Da man die steinernen Säulen mit einem hölzernen Dachgebälk kombinierte wagte man in der Apadana von Persepolis Interkolumnien von 8,65 m. Die Säulen erreichten eine Höhe von 19,25 m bei einem Schlankheitsgrad von 12 Durchmessern. Ergebnis war ein über 3600 m² großer Innenraum voller Unbeschwertheit und Anmut und mit einer selbst in der griechischen Baukunst nie wieder erreichten Weite. Nicht zu vergessen ist an dieser Stelle, das die Perser ursprünglich Nomaden waren und es zu einem kleinen Teil sogar heute noch sind. Daher wurden die luftigen Hallen der Achämeniden auch oft als "steingewordene Herrscherzelte" bezeichnet.
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