Gegen Ende des 6. Jahrhundert v. Chr. regierte der persische Großkönig Dareios I. ein gewaltiges Königreich. Durch die Eroberung von Kleinasien gerieten die ionischen Griechen unter persische Gewalt, während die anderen Griechen Unabhängigkeit genossen. Dies bildete die Ausgangssituation späterer Konflikte.
500 v. Chr. oder 499 v. Chr. brach in Milet der von Aristagoras geleitete ionische Aufstand aus; die ionischen Städte vertrieben die von den Persern über sie eingesetzten griechischen "Tyrannen", bildeten ein Bündnis und richteten einen Hilfeappell an die anderen Griechen. Athen entsandte daraufhin zwanzig Kriegsschiffe, Eritrea fünf, so dass sich die Erhebung mittels der Flotte entlang der gesamten Küste verbreitete. 498 v. Chr. eroberten die Griechen Sardis und brannten es nieder, dadurch provozierten sie eine persische Reaktion in Gestalt eines Einmarschs. Die griechische Flotte wurde bei der Schlacht von Lade494 v. Chr. versenkt und die Bewohner der ionischen Städte vertrieben; gleichwohl wurden ihnen später demokratische Strukturen erlaubt.
480 v. Chr. startete Dareios' Nachfolger, sein Sohn Xerxes I. einen bereits vom Vater angelegten Feldzug, mit ca. 100.000 Soldaten und 1.000 Schiffen. Eine vorausgehende diplomatische Offensive sicherte die Auslieferung Thessaliens, Delphis, Argos? und eines großen Teiles Zentralgriechenlands. Ein von Athen und Sparta geführtes griechisches Bündnis wurde Xerxes entgegengesetzt, und durch Themistokles wurde eilig eine Flotte aufgebaut. Versuche, die Perser durch die Schlacht an den Thermopylen und die Schlacht bei Artemision aufzuhalten, scheiterten. Athen wurde evakuiert und die griechische Flotte zog sich zurück nach Salamis. Während die Peloponneser eine Verteidigungslinie am Isthmus von Korinth vorschlugen, bekämpfte Themistokles stattdessen die persische Flotte in der Schlacht von Salamis und zerstörte die meisten ihrer Schiffen. Xerxes und seine Flotte flüchteten nach Asien und ließen Mardonios zurück, der in Thessalien mit der Armee überwinterte.
Im folgenden Frühling (479 v. Chr.) bot Mardonios Athen zweimal einen Sonderfrieden an, der aber abgelehnt wurde. Die Kämpfe wurden in Böotien, besonders durch das Kavallerie Regiment mit 38.000 athenischen und peloponnesischen Hopliten mit der Schlacht von Plataea beendet; Mardonius wurde getötet und seine Armee vertrieben. Die Reste des persischen Heeres verließen Griechenland. Im gleichen Jahr (479 v. Chr.) zerstörte die griechische Flotte unter dem spartanischen König Leotychides die an Land liegende Restflotte der Perser bei Mykale (Milet).
Ermutigt durch Xerxes' Niederlage begannen die Griechen Asiens und der Inseln wieder zu rebellieren. 478 v. Chr. eroberte eine Flotte unter PausaniasByzanz, und in Zypern begann ein Aufstand. In diesem Moment zogen sich die Peloponneser zurück (offenkundig wegen Meinungsverschiedenheiten), aber Athen führte die Bildung des delischen Bundes fort. Cimon besiegte 467 v. Chr. ein persisches Heer und eine Flotte. Ungefähr 459 v. Chr. entsandte Athen 200 Schiffe zur Unterstützung eines Aufstandes nach Ägypten. Sie verloren jedoch die Flotte, nachdem die Perser ca. 454 v. Chr. über den Nil einen Gegenangriff in Memphis starteten. Ein anderer Feldzug zur Unterstützung des Aufstandes in Ägypten 450 v. Chr. scheiterte, und Zypern wurden aufgegeben.
Um 449 v. Chr./448 v. Chr. wurde mit Unterstützung des Perikles der Friedensvertrag von Callias mit den Persern geschlossen. Während die genaue Natur der Vertrages unklar bleibt (formaler Vertrag oder Nichtangriffspakt), brachte das Ergebnis die Unabhängigkeit der asiatischen Griechen von Asien, Zypern die persische Herrschaft und die Schließung der Ägäis für persische Kriegsschiffen.
Die Perser führten ihre Hegemoniebestrebungen weiter. In einer Art "Kalten Krieges" suchten auf diplomatischem oder ökonomischem Weg, sich griechische Städte einzuverleiben, bis Alexander dem Perserreich ein Ende setzte. Bei den Griechen bewirkten die Perserkriege ein Bewusstsein einer nationalen Einheit, das jedoch von kurzer Dauer war, und bloße zwanzig Jahre später war die griechische Welt durch den Peloponnesischen Krieg auseinander gerissen.
Wichtigste Quelle für die Perserkriege ist Herodot.
Die Literatur zu den Perserkriegen ist uferlos. In jedem Handbuch zur alten Geschichte findet sich weiterführende Literaturangaben, daher seien nur einige wenige Beispiele genannt.
Jack Martin Balcer: The Persian conquest of the Greeks (545-450 B.C.), Konstanz 1995.
Peter Green: The Greco-Persian wars, Berkeley 1996.
Karl-Wilhelm Welwei: Das klassische Athen. Demokratie und Machtpolitik im 5. und 4. Jahrhundert, Darmstadt 1999, S. 27 ff.
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