Die Typansprache Panzerschiff wurde in der Reichsmarine für die Schiffe der Deutschlandklasse gebraucht.
Bei der Deutschlandklasse handelt es sich um Kriegsschiffe die Deutschland unter den Restriktionen des Versailler Vertrags gebaut hat. Laut diesem Vertrag war es Deutschland verboten Großkampfschiffe mit mehr als 10.000 TonnenStandardverdrängung und stärkeren Geschützen als 28 cm zu bauen.
Nach mehreren Vorentwürfen entschied man sich für ein Schiff mit 6 x 28 cm Geschützen in zwei Drillingstürmen und Dieselmotorantrieb der eine Höchstgeschwindigkeit von 28 kn ermöglicht.
Die Stärke der Panzerung beträgt seitlich 80 mm und auf dem Deck 30-45 mm.
Die Schiffe entsprachen von Ihrer Größe her eher den Schweren Kreuzern anderer Marinen, die nach dem Washingtoner Flottenabkommen ebenfalls auf 10.000 tons, jedoch nur 20,3 cm starke Bewaffnung begrenzt waren.
Neu bei der Deutschlandklasse war erstmalig weltweit der Einsatz von Dieselmotoren in Großkampfschiffen. Durch die Begrenzung auf max. 10.000 Tonnen war man gezwungen möglichst viel Gewicht einzusparen.
Neben der Verwendung von Aluminium in einigen Bereichen im Schiff wurde z.B. der Schiffskörper komplett geschweißt wodurch das zusätzliche Gewicht der sonst üblichen Nieten wegfiel. Die Dieselmotorenanlage trug auch zur Gewichtsminderung bei, man verpflichtete den Motorenhersteller MAN auf möglichst hohe Leistung bei möglichst niedrigem Gewicht.
Mit dem erscheinen des ersten Schiffs dieser Klasse der Deutschland wurde die Schiffe zunächst wegen ihrer geringen Größe als "Westentaschenschlachtschiffe" oder auch belächelt.
So stellte sich doch sehr bald heraus, das diese Schiffe schneller als jedes stärkere und stärker als jedes schnellere Schiff waren (mit Ausnahme von 3 englischen Schlachtkreuzern).
Insbesondere die Schweren Kreuzer der anderen Marinen waren von dieser neuen Entwicklung betroffen, waren sie doch mit 10.000 tons dem deutschen Schiff ebenbürtig, jedoch nicht stärker gepanzert und konnten mit ihrer 20,3 cm Artillerie weder in der Reichweite noch an Durchschlagskraft dem 28 cm Geschütz etwas entgegensetzen.
Neben des größeren Kalibers kam bei der Deutschland eine neue Geschützturmkonstruktion zum Einsatz, die es erlaubte das mittlere Rohr der Drillingstürme (drei Geschützrohre nebeneinander) in einer beliebigen Position nachzuladen. Bis dahin war ein unübersehbarer Nachteil von Drillingstürmen, dass sie nach der Salve zur Nachladung in die "Nullposition" zurück gedreht werden mussten. Diese technische Änderung bedeutete eine deutlich höhere Schussfrequenz als bei konventionellen Kreuzern.
Von der Deutschlandklasse wurden 3 Schiffe auf Stapel gelegt und gebaut.
Eine zweite Bauserie mit zwei Schiffen wurde 1934 auf Kiel gelegt aber wenig später wurde ein Baustopp verfügt und die bereits begonnenen Schiffe abgebrochen.
Diese wurden 1935, unter den Bedingungen des deutsch-britischen Flottenabkommens, erneut begonnen und als Schlachtschiffe Scharnhorst und Gneisenau fertig gestellt.
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