Das Pankreas ist ein ca. 14-18 cm langes und 65-75 g schweres, keilförmig gebautes Organ, das in unregelmäßige Läppchen unterteilt ist. Es liegt im Retroperitonealraum also hinter dem Bauchfell zwischen Magen und den großen Bauchgefäßen (Aorta und Vena Cava inferior) auf Höhe des 2. Lendenwirbelknochens und steht in enger Beziehung zum Zwölffingerdarm, der den Pankreaskopf umfasst. Es ist kaum atemverschieblich, was leicht vermittels Ultraschall überprüfbar ist.
Die Bauchspeicheldrüse wird grob unterteilt in deren
Kopf (Caput) als dickster Teil der Bauchspeicheldrüse, rechts der Wirbelsäule
Körper (Corpus)
Schwanz (Cauda), der bis zur Milz reicht
Aufgrund seiner Funktion als Verdauungsdrüse besitzt das Pankreas einen Ausführungsgang, der gemeinsam mit dem von Leber und Gallenblase kommenden Hauptgallengang (ductus choledochus) oder nahe diesem in einer warzenförmigen Erhebung - der sog. Papilla duodeni major - in den Zwölffingerdarm mündet. Dieser Ausführungsgang ist ca 2 mm weit und nimmt die aus den Pankreasläppchen führenden kurzen, senkrechten Zuflüsse auf. Meist ist ein weiterer Pankreasgang vorhanden, der Ductus pancreaticus accessorius.
Das Pankreas ist eine rein seröse Drüse und die wichtigste Verdauungsdrüse des Menschen. Die Zusammensetzung des Pankreassekrets hängt von der Art der aufgenommenen Nahrung ab. Die exokrine Drüse wird durch die Hormone Sekretin und Pankreozymin ( = Cholezystokinin ) zur Abgabe des Verdauungssaftes angeregt.
Viele Enzyme liegen bei der Produktion in der Drüse noch in einer inaktiven Form vor. Erst am Wirkort ( dem Dünndarm) werden diese Enzyme scharf gemacht, um eine Selbstverdauung des Organes zu vermeiden.
Neben dieser exokrinen Drüsenfunktion werden vom endokrinen Drüsenanteil auch Hormone direkt ins Blut abgegeben: Ungefähr 5% der Zellen -sind inselförmig zusammengefasst und werden somit als Inselapparat bezeichnet. Dieser ist über das ganze Pankreas, hauptsächlich aber auf den Körper und den Schwanz des Pankreas verteilt. Er besteht aus Langerhans'schen Zellen und ist für die Produktion der Pankreashormone Insulin und Glucagon zuständig.
Insgesamt finden sich circa 1 Million Inseln in einem gesunden Pankreas.
Die Vorgeschichte und der körperliche Untersuchungsbefund ergeben bereits Hinweise auf das Vorliegen einer Pankreaserkrankung.
Zur Erkennung einer Pankreatitis hat sich die laborchemische Bestimmung der Lipase im Blut bewährt.
Alternativ kann die Amylase im Serum betsimmt werden. Diese ist jedoch nicht so spezifisch und sensibel wie die Lipase.
Zur Erkennung von Tumoren der Bauchspiecheldrüse sollten bildgebende Verfahren wie der Ultraschall, die Computertomografie, die Magnetresonanztomografie sowie die ERCP genutzt werden. Als brauchbarer Tumormarker hat sich das Ca 19-9 bewährt.
Auch Pankreaspseudozysten, Pankreassteine oder Pankreasverkalkungen können am besten mit den obigen bildgebenden Verfahren erkannt werden.
Literatur
Pankreaserkrankungen. Akute Pankreatitis, Chronische Pankreatitis, Tumore des Pankreas.
Büchler, Markus W.; Uhl, Waldemar; Malfertheiner, Peter:
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