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[Bild extern:] Omnibus in London


Omnibus (aus lat. omnibus = für alle; über frz. voiture omnibus = Fahrzeug für alle) auch kurz als Bus oder amtlich als Kraftomnibus bezeichnet.


Zu dieser Fahrzeuggruppe gehören große Straßenfahrzeuge, die dem Transport zahlreicher Personen dienen, z.B. im öffentlichen Personennahverkehr ÖPNV.


Inhaltsverzeichnis


1 Technik

  1.1 Bauarten

  1.2 Historische Bauraten

2 Geschichte

3 Verkehrsarten

4 Bedeutung

5 Regionalspezifisches

6 Modelle

7 Rechtliches in Deutschland

8 Siehe auch

9 Weblinks


Technik

Der Antrieb erfolgt heute meist mit einem Dieselmotor oder Gasmotor; bei elektrischem Antrieb per Oberleitung spricht man von einem Trolleybus. Wasserstoffantrieb per Brennstoffzelle wird z.Z. weltweit erprobt; schon früher wurden alternative Antriebskonzepte wie Hybrid- oder reiner Batterie-Elektrobetrieb erprobt, u.a. auch mit Energieversorgung aus Schwungradspeichern (Gyrobus).


Busse haben heute fast ausnahmslos Heckmotor und Hinterachsantrieb. Der Motor ist dabei meist liegend und unterflur angeordnet. Bei Niederflurbussen kommen auch stehende Motoren vor; in jedem Fall ragt bei ihnen der Motor immer mehr oder weniger in den Heckbereich und fordert dort eine andere Sitzanordnung.


Generell sind Busse im Vergleich zu Lkw ähnlicher Größe wesentlich leichter, so dass bei Reisebussen häufig einfache 6-Gang-Schaltgetriebe Schaltgetriebe, häufig mit irgend einer Form von kraftunterstützter Schaltung und/oder automatischer Kupplung, ausreichen. Bei Stadtbussen werden inzwischen durchgängig Automatikgetriebe mit Drehmomentwandler eingesetzt, da die Automatik ohne Zugkraftunterbrechung einen etwas besseren Fahrkomfort für die stehenden Fahrgäste bietet.


Beim Aufbau der Karosserie gibt es zwei Konzepte:


  • Die klassische Lkw-Bauweise besteht aus einem Längsträger, der wiederum den Antriebstrang mit Motor, Räder und Bremsanlage trägt. Darauf sitzt der Aufbau mit dem Fahrgastraum.

  • Kleine Busse und einige Hersteller von Reisebussen setzen auf selbsttragende Karosserien wie im Pkw-Bau. Zu den Anbietern von großen Bussen gehört z.B. Kässbohrer mit der 'SETRA' Baureihe.


Die Fahrwerke besitzen zumindest an der Vorderachse häufig auch Einzelradaufhängung.


Bauarten

[Bild extern:] West-Berliner Doppelstockbus Büssing DF 64 von 1965


Die Bauart des Busses entspricht der Einsatzart:


  • 1. Linienbusse
    • 1.1. Niederflurbusse für Stadtlinienverkehre ÖPNV
    • 1.2. Standardbus als Überlandlinienbus
    • 1.3. Kleinbus für kleine Gruppen und Kindergartenfahrten
    • 1.4. Behindertenbusse
    • 1.5. Gelenkbusse für großen Personenzahlen auf kurzen Linienstrecken
    • 1.6. Doppelstockbusse für den Stadtlinienverkehr

  • 2. Reisebusse
    • 2.1. Standardreisebusse ohne Toilette für Mietbusfahrten
    • 2.2. Komfortbus für Gruppenreisen und Programmfahrten
    • 2.3. Luxusbusse mit großen Sitzabständen und Luxusausstattung, wie z.B. Liegesitze, Barbereich usw. (Bistrobusse)

  • 3. Kombibusse für Überlandlinienverkehre und Mietbusfahrten


Stadtbusse sind generell mit weniger und weniger komfortableren Sitzen, dafür mit zahlreichen Haltestangen für stehende Fahrgäste sowie mit Mehrzweckräumen (für Kinderwagen und Rollstühle) versehen. Für Linien mit großem Fahrgastaufkommen werden Doppelstockbusse oder Gelenkbusse eingesetzt. Doppelstöckige Gelenkfahrzeuge sind (noch?) unbekannt. Doppelgelenkbusse werden zur Zeit erprobt.


Größere Busse, darunter alle Gelenkfahrzeuge, haben generell drei Achsen. Bei starren Fahrzeugen ist dabei einfach die Hinterachse verdoppelt, bei Gelenkfahrzeugen liegt die Mittelachse vor dem Gelenk. Die Hinterachse und oft auch das Gelenk wirken bei der Lenkung mit.


Historische Bauraten

In den Anfängen der Bustechnik wurden die Fahrzeuge mit Frontmotor als Langschnautzer gebaut (z.B. Mercedes-Benz O 3500 aus den 1950er Jahren, 6 Zylinder Motor mit 90PS) und es gab auch offene Fahrzeuge.


Geschichte

Der erste kraftstoffbetriebene Linienverkehr mit einem Bus fand am 18. März 1895 zwischen Siegen und Netphen statt und wurde von der Netphener Omnibusgesellschaft durchgeführt. Für den Betrieb der Linie wurde ein Gefährt mit dem Namen "Landauer" eingesetzt, welches tatsächlich mehr Ähnlichkeit mit der gleichnamigen Kutsche, als mit einem modernen Bus hatte. Dieser erste Omnibus der Welt wurde ab 1895, also noch ein Jahr vor den ersten Lastkraftwagen, in Handarbeit im Familienbetrieb des Automobil-Pioniers Carl Benz gebaut und verfügte über acht Sitze und einen Motor mit 5 PS. Seine Durchschnittsgeschwindigkeit betrug 15 km/h, so dass er die Strecke zwischen Siegen und Nephten in einer Stunde und 20 Minuten bewältigte. Die Fahrt kostete die für damalige Verhältnisse hohe Summe von 70 Pfennigen. Aufgrund der geringen Belastbarkeit der ersten Benz-Busse musste der Omnibusbetrieb im Siegerland jedoch noch vor dem Ablauf des Jahres schon wieder eingestellt werden. Trotz dieses Rückschlags entstanden, durch ständige Verbesserung der Fahrzeugtechnik, in den Folgejahren weltweit immer neue Linienverbindungen.


In den 1960ern begann in Deutschland eine Vereinheitlichung der Bustypen durch den Verband öffentlicher Verkehrsbetriebe (VÖV), der in Zusammenarbeit mit einigen Verkehrsbetrieben Prototypen entwickelte, die dann von mehreren Herstellern adaptiert wurden.


Der Erste Prototyp VÖV I führte ab 1968 zur Produktion beispielsweise des Daimler-Benz O 305, MAN SL 200, Ikarus 190 und Büssing 110SL.


Der VÖV II als Nachfolger des VÖV I hatte als Ziel der Entwicklung einen niedrigeren Fahrzeugboden und dadurch eine niedrigere Einstiegshöhe. Aus den zwischen 1976 und 1978 erprobten Prototypen S 80 entwickelten sich beispielsweise der Daimler-Benz O 405 und MAN SL202.


Mit dem VÖV III wurde ein Niederflur-Bus entwickelt, der die Grundlage für beispielsweise den Mercedes-Benz O 405 N bildete.


Verkehrsarten

Es gibt verschiedene Formen des Omnibusverkehrs, deren Anforderungen die Bauart des Fahrzeugs bestimmen:



  • 2. Reiseverkehre
    • 2.1. Mietbusverkehre
    • 2.2. Gruppenreisen
    • 2.3. Programmfahrten


Bedeutung

In dünnbesiedelten Gegenden hat der Omnibus die früher üblichen Kleinbahnen ersetzt, in vielen Städten hat er die Straßenbahn verdrängt.


Regionalspezifisches

In Österreich wird der Begriff Omnibus kaum verwendet. Statt dessen wird entweder das Wort Autobus oder kurz Bus benutzt. Auch in der Schweiz wird nur das Wort Bus verwendet. Linienbusse werden dort häufig Postautos genannt.


Modelle

  • Büssing D2U, Baujahr 1963
  • Büssing DF 64, Baujahr 1965


Rechtliches in Deutschland

  • Rechtlich wird als Kraftomnibus ein zur Beförderung von Personen bestimmtes Kraftfahrzeug mit mehr als 8 Fahrgastplätzen (ohne den Fahrer) definiert.
  • Busse, bei denen die Fahrgäste während der Beförderung stehen dürfen, unterliegen besonderen Geschwindigkeitsbeschränkungen (max. 60km/h). Reiseomnibusse dürfen mit Sondergenehmigung und wenn bestimmte Voraussetzungen vorliegen (Leitungsgewicht 11 kW/Tonne) auch schneller als Lkw fahren (100 km/h).
  • Zum Führen eines Kraftomnibusses ist eine besondere Fahrerlaubnis erforderlich, die nach den aktuellen Führerscheinregelungen in der EU als Klasse D oder D1 bezeichnet werden und mit der Klasse E (Anhänger) kombiniert werden können. Der D-Schein erfordert alle 5 Jahre eine neue amtliche Gesundheitsprüfung.
  • Kraftfahrzeuge, die als Kraftomnibusse zugelassen sind, unterliegen regelmäßigen Untersuchungen, z.B. jährliche Hauptuntersuchung ("TÜV") und halbjährliche Sicherheitsprüfung (siehe dazu § 29 StVZO).
  • Im normalen Straßenverkehr stehen Kraftomnibussen ähnliche Rechte zu, wie Personenkraftwagen, z.B. wenn es um Überholverbote für Lkw geht.


Siehe auch



Weblinks



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