Olivin (von lateinisch oliva: Olive) ist eine Sammelbezeichnung für Silikat-Minerale der chemischen Zusammensetzung (Mg, Fe)2SiO4. Die Klammerung bedeutet, dass Eisen und Magnesium in beliebigem Verhältnis zueinander auftreten können, aber jeweils zwei Metallatome auf eine Silikateinheit SiO4 kommen. Die so genannten Endglieder des Olivins sind der dichtere eisenreiche Fayalit Fe2SiO4
und der magnesiumreiche Forsterit Mg2SiO4, benannte Zwischenglieder sind Hyalosiderit und Hortonolith. Klare und große Olivinkristalle sind geschätzte Schmucksteine und werden als Peridot oder Chrysolith bezeichnet.
Olivine kristallisieren im orthorhombischen Kristallsystem, haben eine Härte zwischen 6,5 und 7, eine im reinen Zustand gelbgrüne, sonst auch gelbbraune bis schwarze Farbe und weiße Strichfarbe. Die Kristalle sind meist prismatisch oder tafelig.
Olivine sind die häufigsten Silikate und gesteinsbildende Minerale. Sie bilden den Hauptbestandteil im oberen Erdmantel und entstehen in basischen intrusiven magmatischen Gesteinen wie Gabbro oder Peridodit, aber auch in extrusiven wie dem Basalt. Dunit ist ein intrusives Gestein, das fast ausschließlich aus Olivin besteht und in dem bis zu 15 cm grose Forsteritkristalle gefunden wurden. Durch Metamorphose entsteht Olivin als Forsterit aus dolomitreichemKalkstein; umgekehrt bilden sich durch Verwitterungsprozesse und durch Kontakt mit mineralreichen hydrothermalen Lösungen Serpentine aus Olivin. Die Erosion von Basaltlava führt an manchen Stellen zur Entstehung dunkelgrüner Olivinsande. Schließlich kommt Olivin auch in einer Gruppe der Stein-Eisen-Meteorite, den Pallasiten vor. Die Olivinkristalle sind hier in eine Nickel-Eisen-Matrix eingebettet.
Verwendung als Rohstoff
Die besonders reine, transparent-grüne Variante des Olivins, der Peridot, und der Chrysolith finden als Schmucksteine Verwendung. Normaler Olivin wird bei der Herstellung hitzeresistenter Gläser genutzt.
Geschichte
Peridot wird schon seit dem 15. Jahrhundert v. Chr. auf der Insel Zebirget im roten Meer abgebaut. Er wurde in Europa hauptsächlich durch die Kreuzzüge bekannt. Erst im Jahre 1772 wurde normaler Olivin als eigenständiges Mineral erkannt - ausgerechnet in einem Meteoriten.
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