Das Okular bereitet das in der Fokalebene entstehende Bild für das menschliche Auge auf.
In Verbindung mit der Augenoptik wird ein Bild auf der Netzhaut projiziert.
Die Austrittspupille des Okulars muss mit der Eintrittspupille des Auges übereinstimmen.
Ältere Konstruktionen erlaubten keine vollständige Anpassung an das Auge. Entweder lag die Austrittspupille zu dicht hinter der letzten Linse, so dass sie für Brillenträger ungeeignet waren oder sie machten keine vollständige Farbkorrektur.
Galilei-Okular
Das Galilei-Okular besteht aus nur einer bikonkaven Einzellinse und erlaubt keine Pupillenabbildung. Es wurde als erstes praktisch realisiert und wird nur noch in billigen Geräten eingesetzt, um ein aufrechtes Bild zu erhalten.
Kepler-Okular
Das Kepler-Okular geht von einer bikonvexen oder plankonvexen Linse aus und erlaubt die Pupillenabbildung. Dafür ist das Bild auf dem Kopf. Das Bildfeld ist durch die Fehler einer Einzellinse beschränkt, es findet keine Farbkorrektur statt.
Mehrlinsige Okulare
Huygens-Okular Huygens hat durch Berechnungen bewiesen, dass der achsnahe Bereich durch Aufteilung der plankovexen Linse in zwei Einzellinsen der Farbfehler berichtigt werden kann. Dieser Okulartyp findet immer noch Verwendung in preisgünstigen Geräten
Ramsden-Okular
Das Ramsden-Okular wurde wahrscheinlich ohne Kenntnisse des Huygens-Okulars entwickelt. Es arbeitet auch mit zwei plankonvexen Linsen, doch ist hier die erste Linse umgedreht, sie zeigt mit ihrer planen Seite zum Objektiv. Das Okular hat ähnliche Eigenschaften wie das Huygens-Okular. Nur liegt eine Zwischenbildfläche auf der Planseite der ersten Linse, so dass sich Strichmarken für Messzwecke einätzen lassen Die Austrittspupille liegt auf der Planseite der Augenlinse, weshalb das Gesichtsfeld nicht vollständig zu überblicken ist. Durch Zusammenrücken der Linsen kann man das ändern, wobei aber die Achromasiebedingung nicht mehr erfüllt wird. Abhilfe: Kellner-Okular.
Kellner- und monozentrische Okulare
Kellner-Okular
Das Ramsden-Okular wurde durch Kellner verbessert in dem er die augenseitige Linse durch ein verkittetes Linsenpaar zur Farbkorrektur ersetzte.
Monozentrisches Okular
Das Monozentrische Okular besteht aus einer symmetrischen bikonvexen Kronglaslinse, die von zwei Flintglasmenisken eingeschlossen wird. Hier wird der Farbfehler vollständig berichtigt. Da die Linsen verkittet sind, ist es sehr Streulicht- und reflexarm.
Orthoskopische Okulare nach Abbe und König
orthoskopisches Okular nach Abbe
Dieses Okular besteht aus einer Feldblende einer verkitteten Dreiergruppe und einer plankonvexen Linse. Das Okular korrigiert sehr gut durch die 4 Glas-Luftflächen. Die Dreiergruppe besteht aus einer bikonkaven Linse die von zwei bikonvexen Linsen eingeschlossen wird. Dieses Okular gilt als Standard für astronomische Beobachtungen.
orthoskopisches Okular nach König
Es besteht ebenfals aus einer Feldblende und einer plankonvexen Linse auf der Augenseite. Die verkittete Zweiergruppe besteht aus einer plankonkaven und einer bikonvexen Linse. Die Bauweise spart eine Linse ein, verlangt aber hochwertigere Gläser. Ansonsten sind die Eigenschaften vergleichbar mit der Konstruktion nach Abbe.
Plössl- und Erfle-Okulare
Plössl-Okular
Das Plössl besteht aus zwei gegeneinander gerichteten Achromaten, also zwei verkitteten Zweiergruppen zur Farbkorrektur. Die Farbfehler sind vollständig korrigiert. Die Leistung ist vergleichbar mit dem orthoskopischen Okular nach Abbe, während die Kosten kleiner sein können.
Erfle-Okular
Durch das Einfügen von einer oder zwei Linsen in das Plössl erhält man das Erfle-Okular. Das Erfle ist ein Weitwinkel-Okular mit Bildfeldern von 60 bis 75°, hat aber Randunschärfen.
Das Erfle wird in der Ausführung als Fünflinser oft als Superplössl- oder Ultima bezeichnet. In der Version als Sechslinser als Panoptic-Okular.
Sechslinsiges Okular
ein weiteres Sechslinsiges Okular besteht aus einem Plössl, das um eine verkittete Augengruppe erweitert wurde. Die letzte Gruppe besteht aus einer plankonvexen und einer plankonkaven Linse wobei letztere nur eine ganz schwache Brechkraft aufweist.
Nagler-Okular
Das Nagler besteht aus 3 verkitteten Zweiergruppen und einer Plankonvexlinse. Die Okulare werden als Weitwinkelokulare mit bis zu 70° gebaut. Hohe Bildgüten werden nur mit Varianten mit asphärischer Fläche oder einer zusätzlichen 8. Linse erreicht.
Vario-Okulare
Vario-Okulare sind noch in der Entwicklung. Sie sind noch von Fehlern behaftet und bilden nicht so gut ab wie Einzelokulare. Dafür decken sie den benötigten Brennweitenbereich ab.
Desweiteren gib es noch erweiterte Typen mit asphärischen Flächen.
Die Hyperbelflächen treiben, bedingt durch die Herstellprobleme, die Kosten hoch.
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