Der Nobelpreis wurde von dem schwedischen Erfinder und Industriellen Alfred Nobel gestiftet. In seinem Testament legte er fest, dass mit seinem Vermögen eine Stiftung gegründet werden sollte, deren Zinsen "als Preise denen zugeteilt werden, die im verflossenen Jahr der Menschheit den größten Nutzen geleistet haben". Das Geld sollte zu 5 gleichen Teilen auf die Gebiete Physik, Chemie, Physiologie bzw. Medizin, Literatur und für Friedensbemühungen verteilt werden. Seit 1969 wird auch ein Preis für Wirtschaftswissenschaften verliehen, der allerdings von der schwedischen Reichsbank in Erinnerung an Nobel gestiftet wurde.
Einen Nobelpreis für Mathematik gibt es nicht, siehe dazu auch weiter unten "Vergleichbare Preise". Böse Zungen behaupten, dies läge an einer Verfeindung Nobels mit dem Mathematiker Gösta Mittag-Leffler, der angeblich auch eine Affäre mit Nobels Frau gehabt haben soll. Letzteres taucht besonders häufig auf und ist aber mit Sicherheit falsch, da Nobel nie verheiratet war. Über eine Verfeindung von Nobel und Mittag-Leffler ist offiziell ebenfalls nichts bekannt. Dass es nun aber keinen Nobelpreis für Mathematik gibt, liegt wahrscheinlich daran, dass der Praktiker Nobel diese "Hilfswissenschaft" nie besonders leiden konnte; sie gehörte für ihn einfach nicht zu den Kategorien, die die Menschheit voranbringen.
Daher gründete nicht lange nach Nobel der Mathematiker John Charles Fields, übrigens ein enger Freund von Gösta Mittag-Leffler, die Fields-Medaille. Sie stellt in der Mathematik ein Äquivalent zum Nobelpreis dar, allerdings mit sehr viel niedrigerer Preissumme.
Der Nobelpreis ist heute die höchste Auszeichnung in der wissenschaftlichen Welt. Er wird seit 1901 jedes Jahr am Todestag Alfred Nobels, dem 10. Dezember verliehen. Die Preisträger werden auf Basis der eingesandten Nominierungen und der Empfehlungen des Nobelkomitees, die jedoch nicht berücksichtigt werden müssen, von verschiedenen Gremien ausgewählt:
Für Physik und Chemie von der Königlich-Schwedischen Akademie der Wissenschaften
Für Medizin der Nobelversammlung des Karolinska Instituts in Stockholm
Für Literatur von der Schwedischen Akademie
Für den Friedensnobelpreis von einem fünfköpfigen Ausschuss des Norwegischen Parlaments
Neben den von Nobel gestifteten Preisen wird seit 1969 der von der Schwedischen Reichsbank gestiftete Preis für Ökonomische Wissenschaften in Erinnerung an Alfred Nobel verliehen. Die Preisträger werden ebenfalls von der Königlich-Schwedischen Akademie der Wissenschaften bestimmt.
Der Friedensnobelpreis wird in Oslo verliehen, alle anderen Preise vom schwedischen König in Stockholm.
Alle Preisträger erhalten eine Urkunde, eine Goldmedaille und einen Geldbetrag. Dieser ist vom Jahreszinsertrag der Nobelstiftung abhängig. Er steigerte sich seit 1970 von umgerechnet 288.000 DM auf 1,8 Mio. DM im Jahr 1999.
Etwas problematisch ist inzwischen Nobels Verfügung, dass der Preis in einer Kategorie an nicht mehr als 3 Personen verliehen werden dürfe. In vielen Bereichen der Wissenschaft gehen heute neue Erkenntnisse jedoch nicht mehr von einzelnen Wissenschaftlern aus, sondern werden oft international in großen Teams erarbeitet.
Um für einen Nobelpreis in Frage zu kommen, muss man nominiert werden. Das Recht, eine Nominierung auszusprechen, haben je nach Preiskategorie unterschiedliche Personen:
Grundsätzlich vorige Preisträger der jeweiligen Kategorie
Für Physik, Chemie, Medizin und Wirtschaftswissenschaften sind ansonsten nur Mitglieder des jeweiligen Nobelkomitees, der Akademie der Wissenschaften, Professoren der jeweiligen Fachrichtung an bestimmten skandinavischen Universitäten und weitere ausgesuchte Individuen und Lehrkräfte an ausgewählten weiteren Universitäten nominierungsberechtigt.
Für den Nobelpreis in Literatur können Vorschläge von Literatur- und Linguistikprofessoren, Mitgliedern der Schwedischen Akademie und ähnlicher Institutionen, und den Präsidenten repräsentativer Schriftstellervereinigungen eingereicht werden.
Vorschläge für den Friedensnobelpreis kann jedes Mitglied einer Regierung oder eines internationalen Gerichts machen, sowie Professoren der Fachrichtungen Sozialwissenschaft, Geschichte, Philosophie, Recht und Theologie, sowie die Leiter von Friedensforschungsinstituten und ähnlichen Organisationen.
Gemäß den Statuten der Stiftung, werden Informationen über Nominierte und Nominierende, sowie diesbezügliche Meinungen und Untersuchungen seitens des Komitees, für einen Zeitraum von 50 Jahren unter Verschluss gehalten.
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