Nizza liegt in der direkten Verlängerung des Mercantour-Massifs, östlich des Var-Tals und westlich Mont-Boron.
Geschichte
Schon vor 400.000 Jahren jagten die Vorfahren der Region Nizza unter anderem Elefanten.
Um 300 v. Chr. besigten die Phokäer aus der Gegend um Marseille die Ligurer und gründeten Nikaïa (auch Nicaea, soviel wie siegreich, nach Nike). Im Jahre 154 v. Chr. bauten die Römer neben Nikaïa eine zweite Stadt Cemenelum auf den Bergen von Cimiez. Die erhaltenen Ruinen deuten für Cemenelum (heute Stadtteil Cimiez) eine Bevölkerungszahl von 15 000 bis 20 000 Einwohner an.
Im 5. Jahrhundert wurde Cemenelum zugunsten von Nikaïa aufgegeben. 813 verwüstete eine Meeresflut die Stadt Nizza. 1295 erfolgte die Gründung der Stadt Villefranche (soviel wie Freie Stadt) nahe bei Nizza mit einem Stützpunkt zur Bekämpfung der Piraterie. 1388 erwarb das Herzogtum Savoyen die Grafschaft (franz. comté) Nizza.
1524 durchquerte Franz I. von Angoulême die Grafschaft Nizza und besetzte darauf die Provence. 1536 zog sich der Herzog von Savoyen vor dem König von Frankreich in die Grafschaft Nizza zurück. Zwei Jahre später wurde in Nizza unter Vermittlung von Paul III. (Papst) ein Waffenstillstand zwischen Franz I. und Karl V. (HRR) ausgehandelt. 1543 erfolgte die Belagerung von Nizza durch die französischen Truppen und die Flotte Barbarossas.
Im Jahre 1600 ließ Heinrich der IV. die Stadt belagern. Anlässlich des Friedens von Lyon von 1601 verblieb Nizza beim Herzogtum Savoyen. 1642 wurden die Spanier aus Nizza vertrieben. 1691 nahm Ludwig XIV. (Frankreich) Nizza und die Region ein. Damit zog er den Titel des Grafen von Nizza an. 1693 besichtigte der Militärarchitekt Sébastien le Prestre de Vauban die Region um Nizza zur Organisation der Instandsetzung der Festungsanlagen. Zwei Jahre später erlangte der Herzog von Savoyen die Grafschaft Nizza durch die Heirat seiner Tochter mit einem Enkel Ludwigs XIV.
1744 eroberten französisch-spanischen Truppen die Grafschaft Nizza. 1749 wurde der heutige Hafen angelegt. Nach einer Volksabstimmung wurde 1793 die Grafschaft Nizza Frankreich angegliedert und zum 85. Departement mit dem Namen d'Alpes-Maritimes erhoben.
1800 wurde die Region durch österreichische Truppen besetzt, und 1804 erkannte Nizza das Empire mit 3.488 zu 2 Stimmen an. Im Jahre 1814 fiel im Vertrag von Frankreich die Grafschaft Nizza an den Herzog von Savoyen zurück. Die Grenzen von 1760 wurden damit wiederhergestellt. 1860 erfolgte im Vertrag von Turin die endgültige Angliederung Savoyens und Nizzas an Frankreich. Die Eisenbahn (Chemins de fer de Provence) erreichte 1864 die Stadt. Da der Bahnhof weit außerhalb der Stadt auf freiem Feld gebaut wurde, verlagerte sich die Bautätigkeit auf das Gebiet jenseits des Paillon. Die Altstadt blieb dadurch gut erhalten. 1882 erbaute der französische Architekt Charles Garnier das Observatorium von Nizza.
Das Musée Message Biblique Marc Chagall in Vence, das Musée International d'Art Naif Anatole Jakovsky, sowie Bilder des 17. und 18. Jahrhunderts unter anderem von Manet, Degas im Musée des Beaux Arts und das Musée d'Art Moderne et d'Art Contemporain mit seinen Ausstellungen zu Pop-Art und Klassikern von Klein, Tinguely, Christo, de Saint-Phalle, Warhol und Lichtenstein zementieren den Status von Nizza als Kunstmetropole.
In einer genuesischen Residenz des 17. Jahrhunderts auf dem Berg Cimiez (siehe Bauwerke) befindet sich das Musée Matisse mit der Privatsammlung von Henri Matisse, der von 1917 bis zu seinem Ableben 1954 hier die meiste Zeit seines Lebens verbrachte.
Bauwerke
In der gut erhaltenen Altstadt finden sich zahlreiche barocke Profan- und Sakralbauten, wie die KathedraleSainte-Réparate aus dem 17. Jahrhundert, deren Fassade allerdings aus dem Jahr 1825 stammt, die Verkündigungskirche (Sainte-Rita), die Église du Gésu, die Kirche Saint-Martin-Saint-Augustin, die Église la Miséricorde oder die Präfektur, einst Sitz der Herzoge von Savoyen. Das Palais communal stellt das ehemalige Rathaus dar. Es wurde 1580 erbaut und im 17. Jahrhundert von Marc'Antonio Grigho um ein monumentales Portal erweitert. Oberhalb der Altstadt liegt der Schlosshügel (Colline du Château) mit Ruinen der 1706 geschleiften Zitadelle.
Die Place Garibaldi und die Place Masséna, beide einheitlich gestaltete Platzanlagen nach Turiner Vorbildern, bilden den Übergang zu Neustadt. Sie charakterisiert zahlreiche Luxushotels, Apartementhäuser und Villen aus der Belle Epoque. Das berühmteste ist das Negresco. In der Neustadt befindet sich auch die russisch-orthodoxe Alexander-Nevskij-Kathedrale, die zwischen 1903 und 1912 in traditionell russischem Stil mit einigen Jugendstilelementen erbaut wurde. An der Südseite der Neustadt befindet sich die Promenade des Anglais, eine zwischen 1822 und 1824 angelegte Prachtstraße.
Am Berg Cimiez sind die Ausgrabungen der römischen Stadt zu besichtigen. Dort befindet sich außerdem ein Franziskanerkloster mit Gemälden von Jacques Bréa.
Wirtschaft und Infrastruktur
Die Wirtschaft wird durch den Tourismus und die Hochtechnologie (Technologiezentrum Sophia-Antipolis) dominiert.
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