Nikotin (Nicotin) benannt nach Jean Nicot, ist ein organischer Stoff, ein Alkaloid, das nicht nur in der Tabakpflanze sondern auch vielen anderen Nachtschattengewächsen vorkommt, mit besonders hoher Konzentration in den Blättern. In der ganzen Pflanze kommt es mit einem Massenanteil von 5 Prozent vor und es ist ein starkes (Nerven)-Gift.
Das reine Nikotin ist bei Zimmertemperatur eine farblose, ölige Flüssigkeit.
Nikotin ist wasserlöslich und hat einen tabakähnlichen Geruch. Es färbt sich an der Luft rasch braun. Nikotin gehört zu den Alkaloiden (stickstoffhaltige Naturstoffe).
Biologische Wirkungen
Toxische Wirkung
Nikotin ist stark giftig für höhere Tiere, da es die Ganglien des vegetativen Nervensystems blockiert. Reines Nikotin wurde früher als PflanzenschutzmittelPestizide gegen saugende oder beißende Insekten (u.a. Blattläuse) eingesetzt. Für die Pflanzen ist der Stoff gut verträglich und ist zudem biologisch gut abbaubar. Aufgrund der hohen Toxizität besteht für Nikotin jedoch seit den Siebziger Jahren ein Anwendungsverbot. Synthetisch hergestellte Insektizide wie z.B. E605 Parathion (ein Phosphorsäure-Ester) wurden als Ersatz verwendet.
Nikotin wird im Körper schnell oxidativ abgebaut, eine chronische Nikotinvergiftung kann also nicht auf einer Kumulation des Wirkstoffes beruhen. Man stirbt also nur deshalb nicht unmittelbar am Rauchen, weil sich das Gift so schnell im Körper verteilt und weil es schnell wieder abgebaut wird. Für ein Kleinkind kann aber bereits das Verschlucken einer Zigarette tödlich sein.
Karzinogene Wirkung
Karzinogene Wirkung wurde bisher (Stand 2004) nur für Ratten sicher bestätigt.
Im US-Fachblatt "Journal of Clinical Investigation" wurde berichtet, dass Nikotin die Fähigkeit des Körpers blockiert, Zellen mit beschädigtem Erbmaterial zu zerstören. Derartige Zellen müssen aber vom Körper möglichst schnell abgebaut werden, weil sie sich sonst weitervermehren und zu Krebsgeschwulsten führen können. Darüber hinaus wurde im Fachblatt "Nature Medicine" berichtet, dass Nikotin die Bildung neuer Blutgefäße in Krebsgeschwulsten fördert, wodurch diese besser mit Nahrungsstoffen versorgt werden und schneller wachsen können.
Sonstige Wirkungen
Nikotin führt zu einer Aktivierung der Thrombozyten, was wahrscheinlich der Hauptgrund für die vermehrten Gefäßerkrankungen bei Rauchern ist.
Nikotin in Genussmitteln
Der Nikotingehalt des Rauchs einer Zigarette betrug lange Zeit etwa 12 mg. Inzwischen liegen die Werte bei (fast) allen Marken deutlich niedriger als noch 2000. Die Zigarette selbst enthält wesentlich mehr Nikotin, das beim Rauchen jedoch größtenteils einfach verbrennt, bevor es eingeatmet wird.
In kleinen Konzentrationen hat es einen stimulierenden Effekt. Nachdem es in den Blutkreislauf gelangt, fördert es die Ausschüttung von Adrenalin, Dopamin und auch Serotonin. Nikotin beschleunigt den Herzschlag, erhöht den Blutdruck und verringert den Appetit. Entzugserscheinungen wie Kopfschmerzen oder Ängstlichkeit können bis zu 72 Stunden andauern.
Suchtpotenzial
Nikotin gehört zu den Substanzen mit dem höchsten Suchtpotential überhaupt und ist mit verantwortlich für die Sucht nach Tabakerzeugnissen.
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