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Nationale Volksarmee

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Dieser Beitrag beschäftigt sich mit der "Nationalen Volksarmee" der ehemaligen DDR. Für weitere Bedeutungen siehe NVA (Begriffsklärung).


Die Nationale Volksarmee (NVA) war von 1956 bis 1990 die Armee der DDR.


Inhaltsverzeichnis


1 Gründung

2 Rekrutierung

3 Dem Ministerium für Nationale Verteidigung (MfNV) - Strausberg - waren untergeordnet:

  3.1 Die Offiziersausbildung erfolgte in den Offiziershochschulen

  3.2 Die Ausbildung der Führungskader ab Regiment aufwärts erfolgte an:

4 Weblinks


Gründung

Die Gründung der NVA am 1. März 1956, zeitlich nach der Bundeswehr, war der Schlusspunkt einer Entwicklung, die 1952 mit der Proklamation der "Nationalen Streitkräfte" begonnen hatte und in deren Verlauf vor allem die Kasernierte Volkspolizei (KVP) sowie die Grundstrukturen einer Militärorganisation aufgebaut worden waren. Dieser Aufbau vollzog sich im Rahmen des Warschauer Vertrages und unter Anleitung der Sowjetunion. Bis 1962 war die NVA eine Freiwilligenarmee. Nach Einführung der Wehrpflicht lag die Personalstärke der NVA bei ca. 170.000 Soldaten.


Die SED hatte durch ihre "Politische Hauptverwaltung" (PHV) in der Armee ihre führende Rolle in der Armee gesichert.


In der DDR wurde die NVA als Instrument der Arbeiterklasse dargestellt, welche die sozialistischen Errungenschaften schützen und sichern sollte. Der Propaganda nach diente die Volksarmee für die Verteidigung der DDR und anderer sozialistischer Staaten, gegen die imperialistische Aggression.


Rekrutierung

Das allgemeine Wehrpflichtgesetz vom 24. Januar 1962 sah einen Grundwehrdienst von 18 Monaten vor. Es wurde nahezu jeder Mann vom 18. bis zum 26. Lebensjahr eingezogen, und es konnten bis dato ungediente Männer bis zum 36. Lebensjahr zum Wehrdienst eingezogen werden. Alternativ zur NVA war auch ein Wehrdienst bei den Grenztruppen, den Kasernierten Einheiten der Volkspolizei (Bereitschaftspolizei) und dem Wachregiment des MfS möglich.


Ein Wehrersatzdienst ziviler Natur war hingegen in der DDR nicht möglich. Insbesondere auf Drängen der Kirchen wurden jedoch 1964 innerhalb der NVA die so genannten Baueinheiten geschaffen, in denen eine Ableistung des Wehrdienstes ohne Waffe als Bausoldat möglich wurde.


Längerdienende konnten Laufbahnen als Unteroffizier auf Zeit (mit einer Regeldienstzeit von 3 Jahren), Berufsunteroffizier (mit einer Regeldienstzeit von 10 Jahren), Fähnrich (seit 1973 mit einer Regeldienstzeit von 15 Jahren), Offizier auf Zeit (mit einer Regeldienstzeit von 3, später 4 Jahren) oder Berufsoffizier (mit einer Regeldienstzeit von 25 Jahren) einschlagen.


In den fahrenden Einheiten der Volksmarine war die Dienstzeit für Matrosen 3 Jahre und für Maate 4 Jahre sowie bei fallschirmspringenden Einheiten 3 Jahre. Dies waren in der Regel freiwillige Soldaten auf Zeit bzw. Unteroffiziere auf Zeit.


Frauen konnten freiwillig die meisten Laufbahnen als Unteroffizier auf Zeit, Berufsunteroffizier, Fähnrich oder Berufsoffizier einschlagen, soweit dies aus Gründen der körperlichen Belastung zulässig war. In der Regel betraf das die Rückwärtigen Dienste.


Dem Ministerium für Nationale Verteidigung (MfNV) - Strausberg - waren untergeordnet:



Die Grenztruppen waren gegliedert in:


  • Grenzkommando Süd (GKS) - Erfurt_-
  • Grenzkommando Mitte (GKM) - Berlin-Karlshorst -
  • Grenzkommando Nord (GKN) - Stendal_-
  • Grenzbrigade Küste (GBrK) - Rostock_-
  • Grenzabschnitt Volksrepublik Polen (GAVRP)


Die Landstreitkräfte waren gegliedert in:


  • direkt dem KdoLaSK unterstellten Truppenteile/Einheiten
  • Militärbezirk Nord = MB V - Neubrandenburg_-
  • 1. Mot.-Schützen-Division, 1.MSD - Potsdam -
  • 8. Mot.-Schützen-Division, 8.MSD - Schwerin -
  • 9. Panzerdivision "Heinz Hoffmann", 9.PD - Eggesin -
  • Militärbezirk Süd = MB III - Leipzig_-
  • 4. Mot.-Schützen-Division, 4.MSD - Erfurt -
  • 11. Mot.-Schützen-Division, 11.MSD - Halle -
  • 7. Panzerdivision, 7.PD - Dresden -


Die Luftstreitkräfte/Luftverteidigung waren gegliedert in:


  • direkt dem KdoLSK/LV unterstellte Truppenteile/Einheiten
  • die 1. Luft-Verteidigungs-Division (1. LVD) - Cottbus_-
  • die 3. Luft-Verteidigungs-Division (3.LVD) - Trollenhagen (bei Neubrandenburg)_-
  • Führungsorgan der Front- u. Militärfliegerkräfte (FMTFK) - Strausberg_-


Die NVA war stets eng mit den Truppen der "Gruppe der Sowjetischen Streitkräfte in Deutschland" (GSSD) - seit Juni 1989 in "Westgruppe der Truppen" (WGT) umbenannt - verzahnt.


Die Strukturen und Ausrüstung, Fahrzeuge und Kampftechnik waren weitgehend sowjetischen Ursprungs und die NVA arbeitete in Führungs- u. Mobilmachungsfragen eng mit den Stäben der Sowjetarmee zusammen.


Die Offiziersausbildung erfolgte in den Offiziershochschulen



Weiterhin gab es mehrere Unteroffiziersschulen.


Ausgewählte Kader konnten ab etwa Mitte der 70er auch zu einem Direktstudium an Offiziershochschulen in die Sowjetunion delegiert werden.


Die Ausbildung der Führungskader ab Regiment aufwärts erfolgte an:

  • der Militärakademie der NVA in Dresden (einschließlich je Jahr 10 VP-Offiziere)
  • Ein nicht unbedeutender Teil der Führungskader der NVA absolvierte sowjetische Militärakademien, Militärhochschulen bzw. ähnliche Einrichtungen.


Die NVA bzw. das Ministerium für Nationale Verteidigung unterhielt einen eigenen Auslandsnachrichtendienst (zuletzt genannt "Bereich Aufklärung"), der vorwiegend in der Bundesrepublik Militärspionage betrieb. Dieser Geheimdienst der NVA war vom Ministerium für Staatssicherheit (Stasi) formell unabhängig, stand jedoch - wie die gesamte NVA - unter Kontrolle der Hauptabteilung I des MfS (Militärabwehr) (in der NVA bekannt als "Abteilung 2000").


1990 wurde die NVA aufgelöst und Standorte, Einrichtungen und Ausrüstung an die Bundeswehr übergeben. Die meisten der vorhandenen Standorte wurden geschlossen und die Ausrüstung zum Teil an andere Staaten verkauft (Beispiele: Schützenpanzerwagen an die Türkei, Marineeinheiten an Indonesien). Ein großer Teil des Unteroffiziers-Korps sowie nahezu das gesamte Offiziers-Korps wurden aus dem Armeedienst entlassen und die in die Bundeswehr übernommenen NVA-Angehörigen dabei in der Regel um einen Dienstgrad heruntergesetzt. Generell gilt die in der deutschen Armee NVA geleistete Dienstzeit als "gedient in fremden Heeren". Den Ehemaligen Armeeangehörigen ist es verboten in der BRD ihren letzten Dienstgrad mit dem Anhang "a.D." (außer Dienst) zu führen, eine Praxis die von verschiedenen Gruppen als Diskriminierung angesehen wird.


Siehe auch: VP-Bereitschaft, Dienstgrade in der ehemaligen NVA, Fahneneid der NVA, Bausoldaten, Grenztruppen der DDR


Weblinks



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