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Nasriden

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Nasriden, Dynastie im Sultanat Granada (1232-1492)


Herrscher:




Nach der Schlacht bei Las Navas de Tolosa (1212) begann die Auflösung der Herrschaft der Almohaden über Andalusien/ al-Andalus. Mit dem Aufstand des Ibn Hud in Murcia und dessen Ausweitung auf alle muslimischen Gebiete in Andalusien, brach dieses Regime entgültig zusammen. Allerdings konnte Ibn Hud das Land nicht gegen Kastilien und Leon verteidigen. 1230 und 1231 erlitt er mehrere Niederlagen und musste Tribute entrichten.


Zu diesem Zeitpunkt (1232) ließ sich Muhammad I. ibn Nasr (1232-1272) in Arjona zum Sultan ausrufen und konnte auch die Kontrolle über Granada, Almeria und Malaga erringen. 1246 musste aber auch er die Lehnshoheit von Kastilien anerkennen. Bis zu seinem Tod konnte Muhammad I. das Sultanat von Granada konsolidieren und durch die Aufnahme muslimischer Flüchtlinge auch die Wirtschaft beleben.


Unter Muhammad II. al-Faqih (1272-1302) begannen die Meriniden von Marokko Truppen nach Andalusien zu schicken, so dass die Nasriden die Meriniden als Oberherren anerkennen mussten. Erst 1340 wurden die Meriniden von Kastilien am Rio Salado entscheidend geschlagen und mussten sich nach Afrika zurückziehen. Seit diesem Zeitpunkt konnten die Nasriden keine Unterstützung aus Nordafrika im Kampf gegen Kastilien mehr erwarten. Wirtschaftlich geriet das Reich bald in die Abhängigkeit von Aragon und Genua. Dies kontrollierten bald den Außenhandel des Sultanats über Almeria und Malaga.


Das Sultanat Granada erreichte seinen wirtschaftlichen und kulturellen Höhepunkt unter Yusuf I. (1333-1354) und Muhammad V. (Granada) (1354-1391). In dieser Zeit konnten die Nasriden die Kontrolle über die Meerenge von Gibraltar zurückgewinnen und den Handel ausweiten. Gleichzeitig wurde Granada stark ausgebaut und mehrere Paläste in der Alhambra u.a. der Löwenhof errichtet.


Im 15. Jahrhundert begann der Niedergang des Sultanats durch die Machtkämpfe mehrerer Sippen. Auch wenn einige Angriffe von Kastilien abgewehrt werden konnten, ging Gibraltar 1462 entgültig verloren. Zwar konnte das Reich unter Abu l-Hasan Ali (1464-1482) zeitweise wieder befriedet und konsolidiert werden, doch gewann Kastilien nach der Vereinigung mit Aragon 1479 ein erdrückendes Übergewicht. 1485 begann das vereinigte Spanien mit der systematischen Eroberung des Sultanats, während die Muslime ihre Kräfte in einem Bürgerkrieg erschöpften. Granada musste 1492 kapitulieren. Dies bedeutete das Ende der muslimischen Staatlichkeit auf der Iberischen Halbinsel.


In der Kapitulationsvereinbarung bekamen die Muslime zwar Religionsfreiheit zugesichert, doch wanderte die politische, wirtschaftliche und religiöse Führungsschicht nach Afrika aus. Die restlichen, teilweise zwangsbekehrten, Muslime wurden nach den Aufständen in Granada (1499 und 1569-1571) aus Spanien ausgewiesen (1609, 1611).


Literatur:


  • Geschichte der Arabischen Welt; Ulrich Haarmann, C.H. Beck München, 2001
  • Islam, Kunst und Architektur; Hrsg. Hattstein und Delis, Verlag Könemann, 2000


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