[Bild:] Alter Mühlstein der Getreidemühle Spindelwag bei Rot a. d. Rot
Beim Mahlvorgang wurde das Mahlgut zwischen zwei Mühlsteinen (Mahlgang oder auch Gerbgang) zerbrochen und zerrieben. Die gleiche Technik, wenn auch in einem kleineren Maßstab findet auch in einer handbetriebenen Pfeffermühle Anwendung. Diese verfügt jedoch über ein Mahlwerk aus Metall oder Keramik.
In der heutigen Hochmüllerei wird Getreide in Walzenstühlen gemahlen mit meist vier oder acht Metallwalzen, die sich mit unterschiedlicher Drehzahl gegenläufig drehen (Voreilung). Es gibt glatte und geriffelte Walzen. Durch die Riffelung und die unterschiedlichen Drehzahlen werden die Getreidekörner großflächig aufgebrochen. Bei jedem Mahlvorgang entstehen unterschiedlich große Kornteile. Durch zahlreiche Siebungen im Plansichter (s.a. Sichter)werden diese Kornteilchen nach der Größe sortiert und getrennt. Das dabei bereits anfallende Mehl wird herausgesiebt, das restliche Schrot wieder auf einen (anderen) Walzenstuhl aufgegeben, wobei abermals Mehl abgetrennt wird. Das Getreide und seine Produkte durchlaufen so (je nach Vermahlungsdiagramm) 10-12 "Passagen". Das Ziel des Müllers ist es, möglichst kleiefreies Mehl und möglichst mehlfreie Kleie herzustellen. Die Ausbeute an Mehl der Type 550 beträgt bei Weizen durchschnittlich 72-76%. Getreide- und Mehlproben werden zur Analyse im Mühlenlabor untersucht.
Pro Jahr werden rund 7 Mio. Tonnen Brotgetreide in deutschen Mühlen angeliefert. Diese können daraus mehr als hundert verschiedene Mahlprodukte herstellen. Dazu gehören nicht nur die 16 Standardmehltypen nach DIN-Norm sondern auch eine Vielzahl von Spezialprodukten: Vollkornmehle und -schrote, Grieße sowie Mehle und Mischungen, die speziell auf die Bedürfnisse von Bäckern, Konditoren, Pizza-, Keks- und Kuchenbäckern hergestellt werden.
Bei allen modernen Mühlen für Futter oder Genussmittel (Kaffee oder Gewürze) ist die Kühlung wichtig, denn das Mahlgut darf sich nicht zu stark erwärmen; Kaffee oder Gewürze verlieren durch Wärme schnell ihr Aroma. Deswegen sind gute Mühlen auch groß, massiv und relativ langsam.
Johann Matthias Beyer: Schauplatz der Mühlen-Baukunst. Dresden: Waltherische Hofbuchhandlung 1803.
Ofried Wagenbreth, Helmut Düntz, Rudolf Tschiersch und Eberhard Wächtler: Mühlen. Geschichte der Getreidemühlen. Technische Denkmale in Mittel- und Ostdeutschland. Leipzig: Deutscher Verlag für Grundstoffindustrie 1994.
Termine
Jährlich veranstaltet die Deutsche Gesellschaft für Mühlenkunde und Mühlenerhaltung am Pfingstmontag bundesweit den Deutschen Mühlentag. Zu diesem Datum können viele Mühlen unterschiedlicher Bauart besichtig werden. Ein Teilnehmerverzeichnis findet man auf der Internetsite der Gesellschaft.
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