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Minimal Music

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Minimal Music (auch musikalischer Minimalismus) ist ein Musikstil (oder auch: ein Sammelbegriff für verschiedene Musikstile), der sich ab den 60er Jahren des 20. Jahrhunderts in den USA entwickelte, kann also als typisch amerikanische Form zeitgenössischer "Ernster" Musik gelten. Der Name wird Anfang der 70er Jahre geprägt in Anlehnung an den Begriff Minimal Art, der aus der Bildenden Kunst stammt.


Die Minimal Music verarbeitet Einflüsse aus asiatischer (vor allem indischer und indonesischer) und afrikanischer Musik (besonders deren Polyrhythmik), (Free-)Jazz so wie aus bestimmten Formen des Rock (Psychedelic Rock). Sie ignoriert weitgehend die Konventionen des Komponierens, wie sie im westlichen (also im wesentlichen europäischen) Kulturkreis bis dahin galten, speziell die Konventionen der Avantgarde der 50er und frühen 60er Jahre (insbesondere die der damals dominanten Seriellen Musik, so dass sie häufig als Antithese zum Serialismus verstanden wird und wird von Vertretern dieser Richtung oft vehement abgelehnt, obwohl sich zum Beispiel LaMonte Young theoretisch auf Arnold Schönberg und Anton Webern bezieht).


Oft wird sie auch als eine postmoderne Musik charakterisiert.


Eine exakte Charakterisierung dieser Musikrichtung ist wegen der großen stilistischen Vielfalt ebenso schwierig wie eine zeitlich Abgrenzung gegen einen Post-Minimalismus (hier steht die Frage im Raum, in wie weit die Minimal Music in ihrer Entwicklung von ihren ursprünglichen Prinzipien abgerückt ist und ab Mitte der 1970er Jahre von Post-Minimalismus gesprochen werden kann oder muss). Es gibt aber eine Reihe von Merkmalen, die typische Werke dieses Stils - wenn auch nicht (alle Werke) notwendigerweise - aufweisen.


Minimal Music ist - verglichen mit Klassischer Musik - von eher geringer Komplexität. Sie bewegt sich im Rahmen der Tonalität, verwendet eine einfache Harmonik und Dissonanzen nur sehr sparsam. Es handelt sich um eine stark repetitive Musik, sie besitzt eine klare rhythmische Struktur. Die Gesamtstruktur einer Komposition ergibt sich dadurch, dass einfache Grundmuster (Patterns genannt) über längere Zeitdauern mit nur leichten, oft kaum wahrnehmbaren Variationen und/oder rhythmischen Umakzentuierungen wiederholt werden. Ein Muster wird gleichzeitig in geringfügig unterschiedlichen Geschwindigkeiten gespielt, wobei es zum so genannten Effekt der Phasen-Verschiebung kommt.


Die Minimal Music hat für eine zeitgenössische Musik außerhalb der Popmusik (mit der es einige Wechselwirkungen gibt) eine beträchtliche Popularität errungen, wenn auch nicht unbedingt beim traditionellen Publikum Klassischer Musik.


Komponisten



In Europa haben u. a. der Brite Michael Nyman und der Deutsche Peter Michael Hamel Kompositionen vorgelegt, die man zu Minimal Music zählen kann oder von dieser beeinflusst sind.


Als Vorläufer werden bisweilen Erik Satie und John Cage genannt.


einige Werke

  • Terry Riley: In C, 1964
  • Steve Reich: Piano Phase für zwei Pianos, 1967
  • Steve Reich: Drumming, 1971
  • Steve Reich: Music for 18 Musicians, 1976
  • Philip Glass: Music in Changing Parts, 1970
  • Philip Glass: Music in 12 Parts, 1972-74
  • Philip Glass: Einstein on the beach (Musiktheater), 1976
  • Frederik Rzewski: Coming together und Attica, 1972
  • John Adams: China gates and phrygian gates, 1977 / 78


siehe auch: Third Stream, Neue Einfachheit, Meditative Musik, Weltmusik


Weblinks

  • http://www.minimal-music.com/ - Website von "in process", einer der wenigen Gruppen in Deutschland, die sich ausschließlich der Mimimal Music widmen.


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