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Ming-Dynastie

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Die Ming-Dynastie (明, 1368-1644) löste die mongolische Fremdherrschaft der Yuan-Dynastie in China ab.


Inhaltsverzeichnis


1 Der Staat unter Hung-Wu

2 Staatsaufbau und Wirtschaft

3 Außenpolitik

4 Untergang der Ming

5 Einige Ming-Kaiser

6 Literatur

7 Weblinks


Der Staat unter Hung-Wu

Gegründet wurde die Dynastie von Zhu Yuanzhang. 1363 entschied der Rebellenführer die Flottenschlacht auf dem Poyang-See gegen seinen wichtigsten Rivalen, den "Han"-Prinzen Chen You-liang, für sich und beseitigte in den Folgejahren auch seine restlichen Gegenspieler. Parallel dazu begann er mit der Organisation einer ordnungsgemäßen Verwaltung und gab dabei schon 1363 38 Millionen Münzen heraus. 1368 verjagte seine Armee unter Hsü Ta den Khan Toghan Timur aus Peking. Damit endete die Mongolenherrschaft.


Als Kaiser der Ming-Dynastie trug Zhu Yuanzhang den Titel Hung-Wu. In seiner Regierungszeit stand der wirtschaftliche Wiederaufbau im Mittelpunkt der Bemühungen. Es kam zu unzähligen Bebauungs- und Bewässerungsprojekten, durch die ½ bis fünf Millionen ha Land pro Jahr erschlossen wurden. Die Einnahmen aus der Getreidesteuer verdreifachten sich in sechs Jahren. Man schätzt, dass in 20 Jahren bis zu einer Milliarde Nutzbäume gepflanzt wurden (Obstbäume, Bäume für die Flotte, Maulbeerbäume für die Seidenherstellung..).


In der Ming-Zeit kam es auch zu gewaltigen bürokratischen Anstrengungen. Diese liefen - verglichen mit der liberalen Song-Zeit - auf eine absolutistische Regierung hinaus. Schon 1380 kam es zu einem Prozess des Kaisers gegen einen ehemaligen Vertrauten, in den 15.000 Personen verwickelt wurden. Das führte dazu, dass sich alle Macht auf den Kaiser konzentrierte, dem nun alle Ministerien direkt (das heißt ohne kaiserliches Sekretariat) unterstellt wurden. In den Jahren 1385 und 1390 wiederholte Hung-wu diese Prozesse.


Widersprüchliche Meinungen kamen nicht mehr zum Tragen, der Kaiser regierte isoliert in seinem Palast mittels beschränkter und geheimer Beamter und der Geheimpolizei (1382: die Garden mit den Brokatkleidern). Politische Fehlgriffe waren schon unter Hung-wu die unmittelbare Folge .


Staatsaufbau und Wirtschaft

Die Bevölkerung wurde in Bauern-, Soldaten- und Handwerkerfamilien unterteilt, ihnen wurde je ein eigenes Ministerium (mit je eigener Steuererhebung) und Hauptsiedlungsgebiete zugeordnet, Berufswechsel wurden unterdrückt. Zudem machte man je zehn Familien (lijia) gegenüber der Verwaltung für Steuern, öffentliche Dienstleitungen und Ordnung kollektiv verantwortlich. Da die Zahl der Beamten für die Kontrolle nicht ausreichte, kam es bald zu Orts- und Berufswechseln, verbunden mit Abweichungen in den Steuereinnahmen und - noch schlimmer - zur Verdrängung der ärmeren Mitglieder einer lijia auf dem Land.


Das gesellschaftliche Gefüge geriet bald außer Kontrolle, so dass man diese Regelungen in der zweiten Hälfte des 15. Jhdts. ändern musste, nachdem bereits mehrfach soziale Unruhen ausgebrochen waren und sich immer mehr Menschen der Steuer- und Wehrpflicht entzogen.


Zu den bereits beschriebenen Verwaltungsproblemen gesellte sich im 15. Jahrhundert die Herrschaft der Palasteunuchen und der Haremsdamen, welche die Kontrolle über den 1426 errichteten "Privatrat" und bald auch über die Geheimpolizei übernahmen. Die Kaiser wurden vollständig isoliert, im Spannungsfeld zwischen den Eunuchen (meist armer Herkunft aus Nordchina) und den hohen Beamten (Südchinas Wohlstands- und Bildungselite) kam es ununterbrochen zu Intrigen und Willkür, was den Staat innerlich "zersetzte", besonders im Zeitraum 1615-1627.


Nach 1520 verzeichnet man dann wieder einen Aufschwung des Großhandels und des Handwerks sowie technische Fortschritte im Handwerk (Weberei und Buchdruck), der Landwirtschaft (neue Nutzpflanzen zum Teil dank der Portugiesen), ferner dem Militärwesen (im 15. Jahrhundert). Großkaufleute, Geschäftsleute und Bankiers stiegen als Lieferanten des Staates gesellschaftlich wieder auf. Man bemühte sich unter dem Kanzler Zhang Juzheng (1525-82) auch, die Lasten der Kleinbauern zu mildern.


Erschwerend für den wirtschaftlichen Fortschritt kam die traditionelle Verachtung der Konfuzianer gegenüber dem Handel und den Händlern hinzu. In der Ming-Zeit erreichte diese Einstellung einen Höhepunkt, indem der Außenhandel nach 1433 stark beschränkt und sogar das Erlernen fremder Sprachen zeitweise verboten wurde. Die Folge der Verbote war ein Aufschwung von Schmuggel und Piraterie in den Küstengebieten - die Händler wechselten dort ihre Einkommensquelle. Daneben ersetzte das Silbergeld wieder das Papiergeld.


Außenpolitik

Die größte Belastung der Ming waren die wechselvollen Kämpfe mit den Mongolen - diesmal aber in der Mongolei. Erwähnenswert ist dabei der Sieg vom Buinor-See 1388, der die baldige Entmachtung der Kublaiden zur Folge hatte. Allerdings traten nun die Westmongolen (besonders die Oiraten) in den Vordergrund, so dass Kaiser Yong-le in den Jahren 1410 und 1414 neue Feldzüge führen und 1421 die Hauptstadt von Nanking nach Peking verlegen musste. In diesem Zusammenhang wurde auch der Kaiserkanal für den Reistransport ausgebaut.


Eine ernste Niederlage erlitten die Ming 1449, als die Westmongolen unter Esen Taiji bei Tumu siegten und den unerfahrenen Kaiser Yingzong/Zhengtong gefangen nahmen. Im 16. Jahrhundert erneuerte sich der Druck der Mongolen unter Dayan- und Altan Khan, so dass zum Schutz vor ihren Überfällen die chinesische Mauer auf den heutigen Stand ausgebaut wurde.


Erwähnenswert sind auch die großen Expeditionen zur See unter dem islamischen Eunuchen Zheng He. Derartige Seereisen waren schon zur Song-Zeit üblich, aber nun wurden sie offiziell durchgeführt. Sie dienten hauptsächlich dazu, der Welt anzuzeigen, dass wieder Chinesen in China regierten. Der kommerzielle Nutzen spielte eine untergeordnete Rolle, so dass man nach 1433 auf eine derartige Flottenpolitik wieder verzichtete. Als die Portugiesen 1557 Macao übernahmen, war von dieser Seemacht nichts mehr übrig, stattdessen beherrschten japanische Piraten (Wokou) die Küsten. Erst die Siege nach 1556 machten dem ein Ende.


Untergang der Ming

Den Untergang der Dynastie läuteten Angriffe der Mandschu ein, zu denen sich heftige Bauernaufstände gesellten. Als die Ming-Armee 1583 Familienmitglieder des Mandschu-Fürsten Nurhaci († 1626) tötete, wurde dieser ein Feind Chinas. 1619 schlug er vier gleichzeitig gegen ihn vorrückende Ming-Armeen. Analog dazu hatten wiederholte Missernten 1627/28 eine Hungersnot ausgelöst. Es kam zu Bauernaufständen, die ab 1636 von zwei Männern organisiert wurden und 1641 unter Li Zicheng (1606-45) den Sturz der Dynastie zum Ziel hatten. 1644 zog Li Zicheng in Peking ein, der letzte Ming-Kaiser Chongzhen erhängte sich.


Li Zicheng machte allerdings einen häufig zitierten Fehler. Er "entführte" die Konkubine des Generals Wu Sangui, der die Ming-Armee an der Nordgrenze befehligte. Wu Sangui schloss sich den Mandschu an, woraufhin deren Regent Prinz Dorgon im Namen des damals sechsjährigen Mandschu-Kaisers Fulin (Shun Zhi, 1644-62) nach Peking vorrückte.


Einige Ming-Kaiser



Literatur

  • Jacques Gernet: Die chinesische Welt. Frankfurt, Suhrkamp 1997 (suhrkamp taschenbuch). ISBN 3-518-38005-2.


Weblinks





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