Im Bauernkrieg1524 proklamierten die aufständischen Bauern in Memmingen ihre 12 Artikel, eine erste Erklärung der Menschenrechte. 1630 rückte die Stadt wieder in den Focus der Weltpolitik, als der Generalissimus Wallenstein im 30jährigen Krieg in die Stadt einzog und dort für ein paar Wochen Ruhe in den Wirren der Zeit stiftete.
1802 wurde im Rahmen der Mediatisierung die Stadt dem damaligen Kurfürstentum Bayern zugeschlagen.
Im 19. Jahrhundert folgte ein langsamer wirtschaftlicher Niedergang, der sich erst mit dem Bau der Illertal-Bahnstrecke verlangsamte. Seit dem Zweiten Weltkrieg ist sie eine prosperierende Stadt, deren Wirtschaftswachstum über dem bayerischen Durchschnitt liegt.
Sehenswürdigkeiten
Touristisch hat die Stadt viel zu bieten: Ein sehr großer Teil der mittelalterlichen Altstadt hat den Krieg und die Nachkriegsjahre überstanden und wird heute stolz gehegt und gepflegt.
[Bild:] Marktplatz Memmingen
Neben vielen Bürgerhäusern (darunter auch mehrere barocke Palazzi) zählen dazu die vielen pittoresken Straßenzüge, durch die der Stadtbach fließt. Auch die Stadtmauer, die in Teilen aus dem 12. Jahrhundert stammt und vor allem der mittelalterliche Marktplatz mit dem Steuerhaus und dem Renaissance-Rathaus tragen zum Stadtbild bei. Berühmt ist auch die gotische Martinskirche mit ihrem Chorgestühl und die erst vor einigen Jahren restaurierte Anlage des ursprünglich französischen Antoniter-Klosters. Weniger bekannt ist der Bismarckturm auf dem Hühnerberg.
Inzwischen überregionale Bekanntheit hat der Fischertag erlangt, bei dem alljährlich tausende Touristen in die Stadt strömen und eine Tradition aus dem Mittelalter feiern. Den Höhepunkt bilden aber die alle vier Jahre stattfindenden Wallenstein-Spiele, bei der knapp 4.000 Bürger in historischen Kostümen eine Woche lang die Begebenheiten nachspielen, als Wallenstein1630 für einige Wochen in der Stadt lagerte und hier von seiner Absetzung als Feldherr durch Kaiser Maximilian I. erfuhr.
Politik
Oberbürgermeister Dr. Ivo Holzinger (SPD) ist seit vielen Jahren im Amt und führt den im Mai 2002 gewählten Stadtrat, aus SPD (10 Sitze, 25,2%), CSU (16 Sitze, 38,8%), CRB (Christlicher Rathausblock, 5 Sitze, 13,0%), Freie Wähler (4 Sitze, 10,7%), Grüne (3 Sitze, 6,5%) und ödp (2 Sitze, 5,9%).
Die Stadt liegt verkehrsgünstig an den Autobahnen A7 (Ulm-Füssen-Österreich) und A96 (München-Lindau-Schweiz). Ebenfalls kreuzen sich hier die Bahnlinien München-Lindau und Ulm-Kempten-Oberstdorf. Der Regionalverkehr ist gut eingebunden in den Allgäu-Schwaben-Takt mit halbstündlichen Halten, im Fernverkehr verkehren mehrere IC und EC täglich.
Wirtschaft
Viele kleine und mittelständische Unternehmen prägen die Wirtschaftsstruktur. Darunter sind die Firmen:
DGF Stoess AG (Deutsche Gelatine Fabrik)
Alpine Hydraulik
Gefro Reformversand
Goldhofer Schwerlastfahrzeuge
Hans Kolb Wellpappe
Magnet-Schulz
Memminger Brauerei
Pfeifer Seil- und Hebetechnik
Rohde & Schwarz Messgerätebau
Städtepartnerschaften
Im Laufe der Jahre haben sich viele Städtepartnerschaften entwickelt, die sehr aktiv sind und gepflegt werden. Partnerschaften bestehen mit:
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