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Melville, Herman
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Biografie / Biographie / Biography

* 1. August 1819 - † 28. September 1891

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Herman Melville (* 1. August 1819 in New York, † 28. September 1891 in New York) war ein US-amerikanischer Schriftsteller, Dichter und Essayist.


Melvilles Walfangroman Moby Dick gilt heute als einer der bedeutendsten Romane der Weltliteratur.


Inhaltsverzeichnis


1 Lebenslauf

2 Literarisches Schaffen

3 Literarische Verweise

  3.1 Aktuelle deutsche Ausgaben

  3.2 Sekundärliteratur

  3.3 Weblinks


Lebenslauf

Melville fuhr mit 15 oder 16 Jahren als Kabinenjunge zwischen den USA und Großbritannien zur See.


Eine 1837 erfolgte Anstellung als Lehrer in New York gab Melville 1840 wieder auf und heuerte Anfang 1841 in Nantucket auf dem Walfänger Acushnet an. Die Bedingungen an Bord auf der Fangfahrt in den Pazifik erschienen Melville unzumutbar und er desertierte 1842 beim ersten Zwischenhalt auf der Insel Nukuhiva (Marquesas), wo er zusammen mit einem weiteren Matrosen mehrere Wochen bei einem der Volksstämme der Insel als eine Art gefangener Gast verbrachte.


Er entkam von Nukuhiva auf dem australischen Walfänger Lucy Ann und gelangte nach Tahiti (Gesellschaftsinseln). Dort heuerte er als Bootssteuerer auf dem Walfänger Charles and Henry aus Nantucket an und ließ sich im April 1843 auf Hawaii wieder abmustern. Im August des gleichen Jahres heuerte er in Honolulu auf der US-Navy-Fregatte United States als einfacher Matrose an und kehrte mit Zwischenaufenthalt in Peru im Oktober 1844 nach Boston zurück. Dort heiratete er am 4. August 1847 Elizabeth Shaw.


1849 reiste Melville nach England, um seinem dortigen Verleger die Manuskripte von White Jacket zu überbringen, dabei unternahm er Abstecher nach Paris und ins Rheinland, kehrte im Februar 1850 nach New York zurück. Im gleichen Jahr erwarben die Melvilles mit Geld vom Schwiegervater Shaw einen kleinen Bauernhof bei Pittsfield, auf dem sie sich bis 1863 aufhielten. In dieser Zeit bestellte Melville den Hof, schrieb seine Bücher und hielt gelegentlich Vorträge über seine Erlebnisse im Pazifik.


Ab 1857 wurde Melville von schwerem Rheumatismus geplagt und von seiner Familie und dem Schwiegervater zu einer Erholungsreise gedrängt, die ihn nach England (mit einem Treffen mit Nathaniel Hawthorne), ans Mittelmeer und ins Heilige Land und im Mai 1857 zurückführte.


1860 segelte er auf dem Clipper Meteor unter dem Kommando seines jüngeren Bruders Tom nach San Francisco. Obwohl er ursprünglich eine Weltreise geplant hatte, eilte er bald von dort mit einem Dampfer wieder zurück. 1863 verkaufte er den Hof in Pittsfield und siedelte nach New York über. In seinen letzten Lebensjahren konnte er - obwohl bis zuletzt literarisch aktiv - nicht mehr von der Schriftstellerei leben, und nahm eine Stellung als Zollbeamter an.


Literarisches Schaffen

1846 schreibt Melville den heute unter dem Titel «Typee" (deutsch `Taipi') erscheinenden Roman, in den seine Erlebnisse auf der Insel Nukuhiva einfließen.


1847 schreibt er in "Omoo" über seinen Aufenthalt auf Tahiti,


1849 mit »Mardi« eine umfangreichere und deutlich fiktivere Fassung von «Typee",


1849 in »Redburn« verarbeitet er Erfahrungen der ersten Seereise als Kabinenjunge,


1850 berichtet er in "White Jacket or, the World in a Man-of-War" über die Erlebnisse auf der Fahrt mit der United States.


Ebenfalls 1850 beginnt Melville gleich nach dem Erwerb des Bauernhofes, die Erlebnisse auf der Acushnet und der Charles and Henry zu verarbeiten. Der zunächst in England in drei Bänden unter dem Titel »The Whale« erschienene und Hawthorne gewidmete Roman erzählt aus der Perspektive des Ich-Erzählers Ishmael die Fangreise und Geschichte des Walfangschiffes Pequod und seines Kapitäns Ahab, der von der Jagd nach dem legendären weißen Pottwal besessen ist. Neben diesem zentralen Handlungsfaden sind weit überwiegend philosophische, halbwissenschaftliche, geschichtliche und mythologische Betrachtungen des Autors eingeflochten.


Bereits auf seiner Südsee-Reise 1841 war Melville dem Kapitän Owen Chase (den Melville als Chace schrieb) und davor wiederum dessen Sohn begegnet. Dieser Sohn zeigte ihm das von seinem Vater seinerzeit im Stande des Ersten Steuermannes verfasste Buch über den Untergang des Walfängers Essex nach einem Pottwal-Angriff, von dem nur wenige Kopien existierten. Erst 1850 kam Melville jedoch durch die Bemühungen von Schwiegervater Shaw vor Ort in Nantucket in den Besitz eines Exemplares dieses Buches. Der Beginn der in diesem Buch beschriebenen Tragödie - der Pottwalangriff - beeindruckte Melville so sehr, daß er diesen zum fulminanten Ende von »Moby Dick« machte.


Daneben zog Melville zahlreiche Literatur heran, William Shakespeare, Ralph Waldo Emerson, Carlyle und auch Werke des in seiner Nähe wohnenden befreundeten Hawthorne befanden sich auf seiner Leseliste. Im August war das Werk weitgehend fertig, erreichte aber erst im nächsten Jahr die Herausgeber.


Er schreibt dazu 1851 seinem britischen Verleger Richard Bentley


In the latter Part of the coming autumn I shall have ready a new work..._ a romance of adventure, founded upon certain wild legends in the Southern Sperm Whale Fisheries and illustrated by the authors own personal experience, of two years & more as a harpooneer..._ I do not know that the subject treated of has ever been worked up by a romancier; or, indeed, by any writer in any adequate manner.
zu Deutsch etwa:
Im späteren Verlauf des kommenden Herbstes werde ich ein neues Werk fertig haben...._ eine abenteuerliche Romanze, begründet auf gewisse wilde Legenden im Südsee-Pottwalfang und illustriert durch des Autors eigene persönliche Erfahrungen aus zwei Jahren und mehr als Harpunier...._ ich wüsste nicht, das dieses Motiv jemals schon von einem Romancier oder, natürlich auch von irgendeinem Schreiber, in angemessener Weise bearbeitet wurde.

Zu Lebzeiten Melvilles wurden nur etwa 3000 Exemplare von «Moby Dick" verkauft.


Nach dem amerikanischen Bürgerkrieg hatte er mit Kriegsgeschichten einige finanzielle Erfolge. Die 1853 erschienene Kurzgeschichte "Bartleby, the Scrivener" wird als eines von Melvilles wichtigsten Werken und als Vorläufer existenzialistischer und absurder Literatur angesehen.


Das epische Werk »Clarel« von 1876 über eine Pilgerreise ins Heilige Land blieb zu Melvilles Lebzeiten unbekannt. Bei seinem Tod 1891 in New York hinterließ er das unvollendete Werk «Billy Budd, Foretopman", das erst 1924 veröffentlicht und von Benjamin Britten zur Grundlage einer Oper genommen wurde.


Literarische Verweise

Aktuelle deutsche Ausgaben



Weitere Werke:


  • 1852 Pierre
  • 1855 Israel Potter
  • 1856 Piazza Tales
  • 1857 The Confidence-Man
  • 1866 Battle Pieces
  • 1888 John Marr and Other Sailors
  • 1891 Timoleon


Sekundärliteratur

  • Owen Chase, Der Untergang der Essex (1821), ISBN_349223514X August 2002
  • The Loss of the Ship Essex, Sunk by a Whale, by Authors: Thomas Nickerson, Owen Chase, Nathaniel Philbrick, Thomas Philbrick, Owen Chase, Penguin Classics) Released: May, 2000 ISBN_0140437967


Weblinks



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