Sein Vater, der kurpfälzische Waffenschmied Georg Schwartzerd, stirbt bereits im Jahr 1507. Philipp zieht daraufhin mit seiner Großmutter nach Pforzheim, wo er die Lateinschule besucht.
In Tübingen pflegt er einen engen Kontakt zu seinem Lehrer und Freund seiner Eltern, dem HumanistenJohannes Reuchlin, dessen Ideen ihn stark beeinflussen.
Er schließt sich frühzeitig der Reformationsbewegung an und wird zu Martin Luthers engstem Mitarbeiter. Der positive Kontakt zu Luther entsteht bei Melanchthons Berufung als Professor für Griechisch und Hebräisch an die Wittenberger Universität durch KurfürstFriedrich den Weisen nach der Empfehlung durch Johannes Reuchlin.
Als Kenner des Griechischen und auch des Hebräischen ist er maßgeblich an Luthers Bibelübersetzung beteiligt.
Sein diplomatisches Wesen und Geschick, das Martin Luther etwa bei der Abfassung der "Augsburgisches Bekenntnis" ausdrückliche lobte, trägt mit zum Erfolg der Reformation bei. Er pflegt unter anderem freundschaftliche Beziehungen zu dem Humanisten Erasmus von Rotterdam und zu Johannes Calvin, dem Reformator Genfs, der nach Ulrich Zwingli zum wichtigsten Repräsentanten der reformierten Gemeinden, der schweizerischen Richtung der Reformation, wurde; eine Trennung der reformatorischen in lutherische und reformierte Kirchen hätte wohl vermieden werden können, wenn Melanchthon prägend geworden wäre.
Eine weitere Leistung Melanchthons ist die Organisierung eines neuen Schulmodells, das als Grundlage für unsere heutigen Schulen betrachtet werden kann. Er gründete u.a. 1526 eine Schule in Nürnberg, die bis heute existiert - das Melanchthon Gymnasium Nürnberg - und als das älteste Gymnasium im deutschsprachigen Raum gewertet werden kann.
Im April 1537 trifft Philipp Melanchthon in der Stadt Leipzig mit dem späteren Reformator Johannes á Lasco zusammen, der anschließend den Melanchthon-Schüler Albert Ritzaeus Hardenberg in Frankfurt am Main aufsucht und von diesem ihn nachhaltig beeinflusst wird.
Bedeutende Schriften
1520/1521: "Loci communes" (Hauptpunkte) - Zusammenfassung reformatorischer Ideen und einflussreiche erste Dogmatik der evangelischen Kirche.
1530: "Augsburgisches Bekenntnis" und "Apologie des Augsburgischen Bekenntnisses". 1537: "Traktat über die Gewalt und den Primat des Papstes" (evangelisch-lutherische Bekenntnisschriften)
weiterhin :
Theologische Schriften und Katechismen
Grammatische Schriften
Schulordnungen im Zuge der Umorganisation des sächsischen Schul- und Universitätswesens
Jahrestage
Sein Todestag, der 19. April ist zugleich sein evangelischer Gedenktag.
Literatur
Heinz Scheible: Philipp Melanchthon. Leben und Werk in Bildern (dt., franz., engl.), Karlsruhe 1998. ISBN_3-891-16040-2
Hans-Rüdiger Schwab: Philipp Melanchthon. Der Lehrer Deutschlands. Ein biographisches Lesebuch., München 1997. ISBN_3-423-02415-1
Robert Stupperich: Philipp Melanchthon. Gelehrter und Politiker, Göttingen / Zürich 1996.
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