Medizingeschichte ist die Lehre von den historischen Abläufen und Entwicklungen der Medizin, einschließlich der Biografien jener Personen, die Einfluss auf die Medizin ihrer Zeit ausübten.
Alle menschlichen Gesellschaften haben bestimmte Vorstellungen von der Stellung des Menschen in der Welt und seiner Körperlichkeit. Geburt, Tod, Krankheit und Heilung werden auf jene Weise erklärt, die durch den Glauben der jeweiligen Zeit bestimmt ist. Krankheit wird mit bösem Zauber in Verbindung gebracht, mit dem Willen der Götter (oder Gottes) erklärt, teilweise als Bestrafung und dementsprechen Gesundheit auch als Ergebnis von Wohlverhalten aufgefasst. Magische Erklärungen für Wohlbefinden und jede Störung desselben sind auch in der heutigen (westlichen) Gesellschaft in einem ausgesprochen großen Ausmaß anzutreffen. So wird etwa in den USA für alternativmedizinische Maßnahmen in etwa gleich viel Geld ausgegeben wie für die Schulmedizin - und damit dort für die Medizin insgesamt doppelt so viel wie bei uns für alle Formen der Medizin.
Was die Gegenwart von früheren Zeiten unterscheidet, ist alleine die Menge an gesichertem medizinischem Wissen. Dieser Beitrag setzt sich das Ziel, die historische Entwicklung dieses Wissens darzustellen.
Die folgenden Beispiele sollen den exponentiellen Zuwachs an Erkenntnis und die Notwendigkeit einer strukturierten Gliederung verdeutlichen:
Eugene Aserinsky und Nathaniel Kleitman entdecken an der University of Chicago den REM-Schlaf .
Die erste synthetisch hergestellte Substanz zur Chemotherapie bösartiger Neoplasien, das 6-Mercaptopurin, das im Jahr zuvor von der US-Amerikanerin Gertude B. Elion hergestellt worden war, wird von deren Landsmann Joseph Holland Burchenal zur Behandlung der akuten - und der chronisch myeloischen Leukämie eingesetzt.
Der US-amerikanische Chirurg Eugene Muron Bricker von der Washington University Medical School ersetzt erstmalig die von einem ausgedehnten Blasenkrebs befallene Harnblase eines Patienten durch einen präparierten Dünndarmabschnitt, einen so genannten Ileum-Conduit. Probleme wie unzureichende Haltbarkeit, Rückfluss von Urin in das Nierenhohlsystem und damit komplizierte Harnwegsinfekte erzwingen jedoch bald die Suche nach besseren Lösungen.
Siehe auch: Liste bedeutender Mediziner und Ärzte
Literatur
Eckart, Wolfgang U.:
Geschichte der Medizin.
Springer-Lehrbuch. 4., überarb. u. erg. Aufl. 2001. XII, 438 S. m. 35 Abb. 19 cm. Kartoniert. 422gr.
Institut für Geschichte der Medizin, Berlin
· Inhaltsverzeichnis der Publikation "Geschichte der Medizin und der Naturwissenschaften"
· Informationen zur "Berliner Gesellschaft für Geschichte der Medizin"
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