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Mechanismus von Antikythera

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Der Mechanismus von Antikythera, oft auch Computer von Antikythera genannt, ist ein antikes Artefakt aus Zahnrädern, das einem Uhrwerk ähnelt. Es wurde in einem Schiffswrack vor der griechischen Insel Antikythera, zwischen Kythera und Kreta, gefunden und auf das Jahr 82 v. Chr. datiert.


Das Wrack war 1900 in etwa 40 m Tiefe von Schwammtauchern gefunden worden. Zahlreiche Statuen und andere Kunstschätze wurden geborgen und in das griechische Nationalmuseum nach Athen gebracht. Dort entdeckte der Archäologe Spyridon Stais am 17. Mai 1902 in einem Klumpen aus korrodiertem Material ein Zahnrad.


Der Mechanismus, hergestellt aus Bronze und ursprünglich von einer Holzummantelung umgeben, ist die älteste erhaltene Zahnrad-Apparatur. Der Fund hat unter Wissenschafts- und Technik-Historikern große Irritationen ausgelöst. Am meisten Akzeptanz hat die Theorie gefunden, den Mechanismus als eine Art Analogrechner zu verstehen, dessen Zweck darin bestand, die Bewegungen der Himmelskörper zu berechnen. Neuere funktionierende Rekonstruktionen der Apparatur bestätigen diese These. Das Gerät ist besonders erstaunlich, weil es ein Differentialgetriebe enthält, das nach der herkömmlichen Meinung erst im 13. Jahrhundert erfunden wurde.


Der Wissenschaftshistoriker Derek de Solla Price von der Yale-Universität veröffentlichte im Juni 1959 einen Artikel im "Scientific American" über den Mechanismus, der zu diesem Zeitpunkt immer noch nicht komplett untersucht worden war. Erst 1971 konnte mit Hilfe von Röntgenstrahlen eine vollständige Analyse des Mechanismus' von Antikythera erstellt werden. Da das Schiffswrack, wie andere Fundstücke eindeutig belegten, von der Insel Rhodos gekommen war, stellte Derek De Solla Price die These auf, der Mechanismus könne möglicherweise von dem griechischen Astronomen Geminos von Rhodos gebaut worden sein. Dieser These wurde von anderen Historikern widersprochen, die die Ansicht vertraten, die Griechen des 1. Jahrhunderts v. Chr. hätten zwar das theoretische Wissen, aber nicht die praktischen Fertigkeiten besessen, um einen solchen Mechanismus herzustellen.


Eine Teilrekonstruktion des Mechanismus von Antikythera wurde von dem australischen Informatiker Allan George Bromley (1947-2002) und dem Uhrmacher Frank Percival aus Sydney hergestellt. Aus diesem Projekt ergab sich die Notwendigkeit einer noch genaueren Röntgenanalyse des Original-Mechanismus, die Bromleys Student Bernard Gardner 1993 unternahm.


Dem Engländer John Gleave gelang später eine funktionierende Replik des Antikythera-Mechanismus. Dieser Rekonstruktion zufolge kann man von einem Zeiger an der Vorderseite der Apparatur den jährlichen Lauf von Sonne und Mond durch den Tierkreis ablesen, wobei die Monatsnamen dem ägyptischen Kalender entnommen sind. Auf der Rückseite sind zwei Anzeige-Scheiben zu finden: Die erste zeigt eine Vier-Jahres-Periode, verknüpft mit dem Metonischen Zyklus von 235 synodischen Monaten, der 19 Sonnenjahren entspricht. Ein synodischer Monat ist die Zeitspanne zwischen zwei Neumonden. An der zweiten Anzeige-Scheibe kann man den Zyklus eines einzelnen synodischen Monats ablesen, und an einem zweiten Zeiger das Mondjahr der zwölf synodischen Monate.


Der Kurator des Science Museum in London, Michael Wright, fertigte zusammen mit Bernard Gardner 2002 eine weitere Rekonstruktion an.


Der Mechanismus von Antikythera befindet sich weiterhin im griechischen Nationalmuseum in Athen.


Weblinks

http://wwwmath.uni-muenster.de/math/info/Scripten/geschichte/html/Kap2/Kap2.htm


in englischer Sprache:




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