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Marx, Karl
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Biografie / Biographie / Biography

* 5. Mai 1818 - † 14. März 1883

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Da es - zumal zu einer so viel interpretierten Person - nicht möglich ist, eine alle Positionen berücksichtigende Darstellung zu geben, beschränkt sich diese Seite auf eine sowohl in der "Arbeiterbewegung" als auch in der bürgerlichen "Wissenschaft" gängige Sichtweise, die Marx und "Marxismus" weitgehend gleichsetzt. Siehe zum Vergleich unter Das Kapital.


Mit Marx' Worten: "Alles, was ich weiß, ist, daß ich kein Marxist bin."


Karl Heinrich Marx (* 5. Mai 1818 in Trier; † 14. März 1883 in London) war Philosoph, Kritiker der bürgerlichen Ökonomie und politischer Journalist.


Inhaltsverzeichnis


1 Überblick

2 Marx' Kritik am Kapitalismus

3 Leben

  3.1 Jugend

  3.2 Ausbildung

  3.3 Weiterer Werdegang bis 1849

  3.4 Londoner Exil

4 Zitate

5 Literatur

  5.1 Biographien

6 Werke

7 Weblinks


Überblick

[Bild extern:] Karl Marx zu seiner Blütezeit


Marx gilt als der wichtigste Vordenker der frühen Arbeiterbewegung, sollte aber immer zusammen mit Friedrich Engels gesehen werden, der wichtige Anregungen zur Kritik der politischen Ökonomie gab und nach dem Tode Marx' dessen letzten Arbeiten publizierte (2. u. 3. Bd. des "Kapital"); ein wichtiges - für die gemeinsame Verständigung geschriebenes - Werk beider, die Frühschrift "Die Deutsche Ideologie", gibt eine wesentliche Basis ihrer Sozialismus-Vorstellungen.


Marx gilt als der Begründer des sog. Wissenschaftlichen Sozialismus und - weil er zusammen mit Friedrich Engels das "Kommunistische Manifest" verfasste - des Kommunismus und auch des Marxismus. Diese Ansätze werden aber von späteren marxistischen Strömungen sehr unterschiedlich interpretiert: das reicht von freiheitlich demokratischen Konzepten bis zu denen des so genannten "Realen Sozialismus" und Kommunismus der ehemaligen Sowjetunion, Osteuropas, Chinas uwm. (vergleiche auch Artikel Kommunistische Partei). Marx sagte über sich selber, er sei "kein Marxist".


Seine Hauptwerke sind unter anderem das kommunistische Manifest, das er zusammen mit Friedrich Engels verfasste. Heute ist auch die - aber erst 1932 veröffentlichte - Schrift "Die Deutsche Ideologie" beider Autoren von Bedeutung, darin auch die kurzen elf Thesen über Feuerbach. In seinem Hauptwerk Das Kapital analysiert er den modernen Kapitalismus des 19. Jahrhunderts in seinen allgemeinen Bewegungsgesetzen. Zu nennen ist auch die Kritik des Gothaer Programms der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands, wo er in Auseinandersetzung mit dem Programm dieser sich damals auf ihn berufenden Arbeiterpartei wichtige Aspekte der politischen Organisation des Proletariats postuliert.


Eine seiner bekanntesten Thesen in Bezug auf den Kapitalismus war, dass die Interessen von Kapitalisten und Lohnarbeitern diametral (antagonistisch) entgegengesetzt sind und der Kapitalismus sich nur entwickelt und floriert, indem er "... zugleich die Springquellen alles Reichtums untergräbt: die Erde und den Arbeiter" (Das Kapital Bd. I, S. 530).


Marx' Kritik am Kapitalismus

[Bild extern:] Manuskriptseite des Manifests der Kommunistischen Partei


Marx analysiert die kapitalistischen Marktbeziehungen in zwei Formeln:


Bei dem Austauschprozess Ware-Geld-Ware (W-G-W) geht es um den (in der Regel äquivalenten) Austausch von Gebrauchswerten; Geld hat eine Vermittlerfunktion.


Damit Geld zu Kapital wird, braucht ein Kapitalist einen anderen, ihm gemäßen Umgang mit dem Geld: Geld-Ware-Geld (G-W-G'). Damit diese Formel für den Kapitalisten nicht tautologisch und sinnlos ist, kommt es auf das «G'» am Ende an, also auf die Vergrößerung der ursprünglichen Geldsumme (Mehrwert).


G' - das den so genannten Mehrwert beinhaltet - wird als neues G wieder Ausgangspunkt der Formel, der Kreislauf beginnt von vorne; diese Formel zielt also auf eine endlose Bewegung ab. Entscheidend ist hier alleine die Vermehrung des Tauschwerts, der Gebrauchswert ist bloße Bedingung für die Verkäuflichkeit. Diese Kapitalisierung aller Lebensbereiche scheint durch die Globalisierung gegeben.


Laut Marx kann die Kapitalvermehrung nicht aus der Sphäre der Warenzirkulation erklärt werden: Wenn zum Beispiel der Kapitalist als Verkäufer einen Preisaufschlag erheben könnte, müsste er ihn als Käufer beim "G-W" wieder verlieren.


Die Wertvergrößerung muss also aus der Benutzung der gekauften Ware entspringen: Sie entsteht durch Kauf und produktive Anwendung der menschlichen Arbeitskraft. Damit das Geld in der Hand des Kapitalisten zum Kommandomittel über menschliche Arbeit wird, ist das Vorhandensein einer eigentumslosen Klasse unterstellt, die keine Mittel besitzt, um selbst für ihren Lebensunterhalt zu sorgen - also auch kein anderes Lebensmittel hat, als ihre eigene Arbeitskraft zu verkaufen: Der "doppelt freie Lohnarbeiter" (Marx).


In dieser Sichtweise muss berücksichtigt werden, dass eine Geldanhäufung nicht zugleich eine Wertanhäufung bedeutet. Der Wert eines Guts leitet sich aus seiner Gebrauchsmöglichkeit und seiner Seltenheit ab. Auch Geld ist wertlos, wenn es in Massen vorhanden ist und keinen Nutzen bringt, also in andere Güter nicht umtauschbar ist. Die Hyperinflation in Deutschland in den 1920er Jahren kann hier als Beispiel dienen.


Erst Eugen von Böhm-Bawerk entdeckte Marx' zentralen Denkfehler. Die Produktion von Maschinen erfordere nicht nur Arbeit, sondern auch zeitweiligen Konsumverzicht zur Anhäufung notwenigen Kapitals. Böhm-Bawerk begründete so Zinsen, ohne die niemand zu sparen bereit wäre. Niemand würde zur Erhöhung des Sozialprodukts beitragen wollen. Marx aber leugnete implizit die Existenzberechtigung von Profit und stellte einzig die Arbeit in den Vordergrund ökonomischer Wertschöpfung. Einzig der Arbeiter, das Proletariat, hätte nach Marx' Auffassung eine Recht auf das Eigentum der Produktionsanlagen.


Immer wieder wurde Marx eine antisemitische Haltung unterstellt, vor allem im Zusammenhang mit seiner Schrift "Zur Judenfrage". Tatsache ist aber, dass er in diesem Text die rechtliche Gleichstellung der Juden fordert. Er führt aus, dass in einem modernen Staat die Religion Privatsache sei. Andererseits identifiziert Marx die Juden vor allem im zweiten Teil der Schrift einseitig mit "Schacher" und scheint populäre Vorurteile zu bedienen. Marx, der 1843, zum Zeitpunkt der Niederschrift 25 Jahre alt war, hat sich in seinem späteren Wirken in einigen Punkten korrigiert. Seine angeblich judenfeindliche Haltung musste in der Sowjetunion jedoch unter Stalin als Begründung für Pogrome und Zwangsumsiedlungen herhalten. Sicher ist, dass Marx weder vom Judentum noch vom Christentum etwas hielt, da er eine prinzipiell antireligiöse Philosophie vertrat.


Leben

Jugend

Karl Marx wurde als drittes Kind des Advokatanwaltes Heinrich Marx (* 1777; † 1838) und Henrietta Marx (* 1788; † 1863; geborene Presborck) in Trier geboren.


Sein Geburtshaus (heute Museum) stand in der Brückergasse 664 (heute Brückenstraße 10); schon im Oktober 1819 zog die Familie in ein kleines Wohnhaus in der Simeongasse (heute Simeonstraße 8) direkt an der Porta Nigra (dort erinnert heute eine Gedenktafel an den berühmten Bewohner).


Heinrich Marx stammte aus einer bedeutenden Rabbinerfamilie (eigentlich Marx Levi, alter jüdischer Familienname Mardochai). 1817 konvertierte er zum Protestantismus, da er unter der preußischen Obrigkeit sein - unter napoleonischer Regierung angetretenes - Amt als Justizrat nicht hätte weiterführen dürfen.


Von 1830 bis 1835 besuchte Karl Marx das Gymnasium der Stadt Trier, wo er mit 17 Jahren ein gutes Abitur ablegte. 1836 verlobte er sich in Trier mit seiner späteren Ehefrau Jenny von Westphalen. Er ging zum Jurastudium nach Bonn und später nach Berlin, wo er zum Kreis der Linkshegelianer stieß.


Ausbildung

Hegel starb 1831 und er hatte Zeit seines Lebens einen starken Einfluss auf die Universitäten und auf das intellektuelle Leben in Deutschland. Das Hegelianische Establishment (auch bekannt als Alt- oder Rechtshegelianer) meinte, dass die preußische Gesellschaft die Serie der dialektischen Entwicklungen beendet hatte: ein ausgiebiges Sozialsystem, gute Universitäten, Industrialisierung und ein hoher Beschäftigungsgrad. Die Links- oder Junghegelianer, zu denen Marx gehörte, erwarteten weitere dialektische Änderungen, eine Weiterentwicklung der preußischen Gesellschaft, die sich mit Problemen wie Armut, staatlicher Zensur und der Diskriminierung der Menschen, die sich nicht zum lutherischen Glauben bekannten, zu befassen hatte.


Weiterer Werdegang bis 1849

In Berlin schloss Marx 1841, mit einer externen Promotion in Jena zum Dr. phil., seine Studiumszeit ab. Von 1842 bis 1843 schrieb er für die Rheinische Zeitung in Köln. Ebenfalls 1843 heiratete er seine Verlobte Jenny von Westphalen. Beide zogen nach Paris um, wo er Heinrich Heine kennen lernte und 1844 Freundschaft mit Friedrich Engels schloss, mit dem für den Rest seines Lebens eine enge Zusammenarbeit begann. 1845 wurde er aus Paris ausgewiesen, ließ sich wie Engels in Brüssel nieder. Beide unternahmen eine Studienreise nach England, Marx gab die Preußische Staatsbürgerschaft auf. 1847 wurde Marx Mitglied im Bund der Kommunisten, von dem er den Auftrag erhielt, dessen Manifest zu verfassen. Dieses wird 1848 veröffentlicht und geht als Kommunistisches Manifest (eigentlich: Manifest der Kommunistischen Partei) in die Geschichte ein. Zeitgleich bricht in Paris eine Revolution aus, die in ganz Europa politische Erschütterungen auslöste. Marx wird aus Brüssel ausgewiesen, geht nach kurzem Aufenthalt in Paris nach Köln, wo er die Neue Rheinische Zeitung leitete. Diese musste im Mai 1849 wegen wirtschaftlicher Schwierigkeiten, bedingt auch durch die Zensur der preußischen Behörden, eingestellt werden.


Londoner Exil

Marx wurde noch 1849 ausgewiesen, ging über Paris endgültig mit seiner Familie ins Exil nach London. Dort lebte er, lange Zeit unter dürftigen finanziellen Bedingungen als politischer Emigrant. Er überlebte von gelegentlichen Zeitungsartikeln. Seine ökonomischen Hauptwerke entstanden.


So erschien 1867 der erste der drei Bände von Das Kapital.


Eine enge Freundschaft zu Friedrich Engels entwickelte sich. Engels unterstützte Marx auch finanziell und übernahm sogar die Vaterschaft für ein uneheliches Kind Marx'. Dieses Geheimnis lüftete Engels erst auf seinem Totenbett.


Er ist 1864 beteiligt an der Gründung der Internationalen Arbeiter-Assoziation (kurz Erste Internationale).


Marx starb in London im Alter von 64 Jahren und ist auch dort auf dem Highgate-Cemetery Friedhof begraben.


Zitate

  • Die Revolutionen sind die Lokomotiven der Geschichte
  • Die Religion ist der Seufzer der bedrängten Kreatur, das Gemüt einer herzlosen Welt, wie sie der Geist geistloser Zustände ist. Sie ist das Opium des Volkes. ( Zur Kritik der Hegelschen Rechtsphilosophie. Einleitung. 1844)


Literatur

Biographien

  • Richard Friedenthal: Karl Marx. Sein Leben und seine Zeit, Piper Verlag, München, 1981 ".. this best biography of Marx ever written" (Leszek Kollowski in der Times Literary Supplement 4421)


Werke

  • Das Kapital (3 Bde., erschienen 1867-1895)
  • Zur Kritik der politischen Ökonomie (1863)
  • Thesen über Feuerbach (1845)
  • Die heilige Familie (1844)
  • Das Kommunistische Manifest (1848)
  • Der Bürgerkrieg in Frankreich (1871)
  • Kritik des Gothaer Programms (1875, erstmals veröffentlicht 1891)
  • Die Deutsche Ideologie (1845-46, erstmals veröffentlicht 1932)


Weblinks



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