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Löschmittel

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Löschmittel haben die Aufgabe brennende Stoffe unter Berücksichtigung ihrer Brandklasse und vorherrschender Umfeldbedingungen (beispielsweise Personengefährdung oder Raumgröße) zu löschen. Sie werden zur Brandbekämpfung von den Feuerwehren oder in automatischen Feuerlöschanlagen eingesetzt oder stehen zur Selbsthilfe in tragbaren Feuerlöschern oder mobilen Feuerlöschgeräten zur Verfügung.


Jedes Löschmittel besitzt eine Hauptlöschwirkung und eventuell Nebenlöschwirkungen.


Die falsche Auswahl des Löschmittels kann fatale Folgen haben. Zum Beispiel reagieren einige chemische Stoffe mit Wasser (mögliche Folge: Explosionsgefahr) und die Moleküle einiger chemischer Löschmittel werden bei hohen Temperaturen aufgebrochen und gehen neue Verbindungen ein (mögliche Folge: Säurebildung).


Inhaltsverzeichnis


1 Wasser

  1.1 Hinweise

2 Löschpulver

3 Löschschaum

  3.1 Druckluftschaum

  3.2 Netzmittel

4 Inertgase

  4.1 Kohlendioxid

  4.2 Argon

  4.3 Stickstoff

5 Chemische Löschgase

  5.1 FM-200

  5.2 Novec 1230

  5.3 Halon

6 Alternative Löschmittel

7 Siehe auch


Wasser

Das Löschmittel Wasser ist geeignet für die Brandklasse A. Das Löschmittel hat gegenüber anderen Löschmitteln Vorteile: es ist preisgünstig, nicht giftig, nicht ätzend, meistens ausreichend vorhanden und gut förderbar.


Hinweise

Wasser darf nicht bei brennenden Metallen benutzt werden, da die enorme Hitze das Wasser chemisch aufspalten würde und sich Knallgas entwickeln würde. Bei Schornsteinbränden würde Wasser unter großem Druck verdampfen, 1 Liter Wasser ergibt 1.700 Liter Wasserdampf, und einen Schornstein zerstören. Bei Bränden von Fetten und Ölen mit Temperaturen oberhalb von 100°C ist zu beachten, dass ein Ölnebel entsteht der explosionsartig verbrennt, da bei Kontakt das Wasser verdampft und das Öl verspritzt. Die elektrische Leitfähigkeit von Wasser birgt die Gefahr, mit Hochspannung in Kontakt zu kommen und einen elektrischen Schlag zu erleiden.


Hauptlöschwirkung: Abkühlung, Nebenlöschwirkung: Erstickung


Löschpulver

Löschpulver ist ein Gemenge pulverförmiger Chemikalien, das eine Verbrennung unterbindet. Die Unterbindung geschieht entweder durch Erstickung und/ oder Inhibition. Es werden drei Arten differenziert.


Bezeichnunggeeignet für BrandklasseLöschwirkung
ABC-PulverA, B, CInhibitionswirkung, Stickwirkung
BC-PulverB, CInhibitionswirkung
D-Pulver (Metallbrandpulver)DStickwirkung

Löschschaum

Löschschaum ist ein Löschmittel, das durch zusetzten eines Schaumbildners zum Wasser mit anschließend zugeführter Luft erzeugt wird.


Löschschaum wirkt erstickend, indem er eine luftundurchlässige Schicht über den brennbaren Stoff legt. Je nach dem Verhältnis des Wasser-Schaummittel-Luft-Gemisches werden drei Arten unterschieden.


BezeichnungVerschäumungszahl
Schwerschaum20fache Verschäumung
Mittelschaum20fache bis 200fache Verschäumung
Leichtschaummehr als 200fache Verschäumung

Hauptlöschwirkung: Erstickung, Nebenlöschwirkung: Kühlung


Druckluftschaum

Das Druckluftschaum-Verfahren (auch bezeichnet als CAFS: Compremated Air Foam System) unterscheidet sich durch die Art der Zuführung der zur Schaumbildung benötigten Luft. Wie der Name sagt, wird die Luft als Druckluft dem Wasser-Schaumgemisch zugeführt. Dies geschieht im Feuerwehrfahrzeug, beziehungsweise bei stationären Anlagen an einer Pumpe bzw. einem Schaummittelzumischer. Bei herkömmlichen Verfahren würde die Luft erst am Schaumrohr aufgenommen werden.


Netzmittel

Netzmittel ist ein Zusatz zum Löschwasser für die Herabsetzung der Oberflächenspannung des Wassers. Normalerweise wird das als Schaumbildner genutzte Mittel auch hierfür verwendet, es wird dann lediglich keine Luft zugeführt.


Netzmittel wird zugesetzt um ein Eindringen des Löschmittels in das Brandgut zu erreichen. Damit sollen auch tief, oder versteckt liegende Glutbrände wie sie zum beispiel im Humusboden im Wald oder in Spänebunkern auftreten erreicht werden.


Inertgase

Die Löschwirkung von Argon, Stickstoff und Kohlendioxid wird durch die Verdrängung des Luftsauerstoffes erreicht. Man spricht hier vom Stickeffekt, der bei Unterschreitung des für die Verbrennung erforderlichen spezifischen Grenzwertes eintritt. In den meisten Fällen erlischt das Feuer schon bei einer Sauerstoffabsenkung auf 13,8 Vol.-%. Dazu muss das vorhandene Luftvolumen nur um etwa 1/3 verdrängt werden, was einer Löschgaskonzentration von 34 Vol.-% entspricht.


Bei Brandstoffen, die zur Verbrennung erheblich weniger Sauerstoff brauchen, ist eine Erhöhung der Löschgaskonzentration erforderlich, z.B. bei Acetylen, Kohlenmonoxid und Wasserstoff. Da die Löschgase Argon und Kohlendioxid schwerer sind als die Umgebungsluft, durchsetzen sie den Flutungsbereich besonders schnell und gründlich.


Kohlendioxid

Kohlendioxid ist für Brände der Brandklassen B und C geeignet.


Aufgrund seiner physikalischen Eigenschaften wird Kohlendioxid als einziges Löschgas auch in Feuerlöschern und Feuerlöschgeräten eingesetzt.


In stationären Feuerlöschanlagen wird Kohlendioxid druckverflüssigt in Hochdruckstahlflaschen oder gekühlt bei -20°C in großen Niederdruckbehältern gelagert. Durch die Flüssiglagerung können deutlich größere Löschmittelvorräte platzsparend vorgehalten werden. Da Kohlendioxid bei hohen Konzentrationen gesundheitsschädlich ist, schreiben die Berufsgenossenschaften bei Überschreitung des Grenzwertes von mehr als 5 Vol.-% besondere Schutzmaßnahmen vor.


Es wird vor allem auch in elektrischen und elektronischen Anlagen eingesetzt, da es im Gegensatz zu allen Wasser-basierten Löschmitteln und den meisten Pulvern nicht elektrisch leitend ist.


Bei der Anwendung muss darauf geachtet werden, dass Kohlendioxid ein Atemgift ist und auf das Atemzentrum von Mensch und Tier wirkt.


Hauptlöschwirkung: Erstickung, Nebenlöschwirkung: Kühlung


Argon

Argon ist ein aus der Umgebungsluft gewonnenes Edelgas, das als Löschmittel für Stationäre Feuerlöschanlagen gasförmig verdichtet in Hochdruckstahlflaschen gelagert wird. Der maximale Betriebsdruck liegt bei 300 bar. Argon ist nicht giftig. Allerdings kann beim Aufbau der erforderlichen Löschkonzentration, insbesondere im Zusammenhang mit einem Brandereignis, eine Gefährdung durch Brandgase und Sauerstoffmangel entstehen.


Es ist zu 0,93 Vol.-% in der Atmosphäre enthalten. Seine Dichte im Verhältnis zur Luft beträgt 1,38:1.


Hauptlöschwirkung: Erstickung


Stickstoff

Stickstoff ist ein farb-, geruch- und geschmackloses Gas, das zu 78,1 Vol.-% in der Atmosphäre enthalten. Seine Dichte im Verhältnis zu Luft beträgt 0,967:1. Als Löschmittel für Stationäre Feuerlöschanlagen wird Stickstoff gasförmig verdichtet in Hochdruck-Stahlflaschen gelagert. Bei einer Umgebungstemperatur von +15°C liegt der maximale Betriebsdruck z.Zt. bei 300 bar. Stickstoff ist nicht giftig, es kann jedoch im Einsatzfall eine Gefährdung durch Brandgase und Sauerstoffmangel entstehen.


Hauptlöschwirkung: Erstickung


Chemische Löschgase

FM-200

Die Löschwirkung des in Stationären Feuerlöschanlagen eingesetzten, flüssig gelagerten FM-200 basiert auf der Wärmeabsorption in der Flamme. Sie ist durch physikalisches Einwirken und zusätzlich im geringen Maße durch chemischen Eingriff in die Flammenreaktion bedingt, wenn das Löschmittel unter Druck gasförmig über die Löschdüse ausgetragen wird.


(FM-200 ist eingetragenes Warenzeichen der Great Lakes Chemical Corporation)


Hauptlöschwirkung: Kühlung, Nebenlöschwirkung: Inhibition.


Novec 1230

Das Löschmittel Novec 1230 ist eine farblose, fast geruchlose Flüssigkeit, die Kohlenstoff, Fluor und Sauerstoff enthält (chem. Formel CF3CF2C(O)CF(CF3)2) und erst mit Druck, an der Löschdüse ausgetragen, gasförmig wird.


Die Löschwirkung des in Stationären Feuerlöschanlagen eingesetzten Novec 1230 beruht auf physikalischen Gesetzen: Der Flamme wird beim Löschvorgang die für die Verbrennungsreaktionen notwendige Wärme entzogen.


(Novec ist eingetragenes Warenzeichen der Firma 3M)


Hauptlöschwirkung: Kühlung


Halon

Halone (halogenierte Kohlenwasserstoffe) löschen durch Störung des Verbrennungsablaufs, indem sie die Zwischenprodukte der Verbrennungsreaktion binden.


Aufgrund ihrer umweltschädigenden Wirkungen sind Halone durch das Montrealer Protokoll verboten und als Löschmittel nur noch in Ausnahmefällen für militärische Anwendungen und in der Luftfahrt zugelassen.


Hauptlöschwirkung: Homogene Inhibition.


Alternative Löschmittel

Behelfmäßig kann bei Metallbränden auch Zementpulver, Streusalz, trockener Sand, Schweröle oder Graugußspäne als Löschmittel eingesetzt werden.


Siehe auch



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