Das lateinische Alphabet wurde von der lateinischen Sprache auf viele romanische, germanische, slawische, finno-ugrische und weitere Sprachen übertragen und ist wahrscheinlich das zur Zeit am weitesten verbreitete Alphabet (West- und Mitteleuropa, Nord- und Südamerika, Teile Afrikas und Asiens, Australien).
Das klassische lateinische Alphabet bestand aus 23 Buchstaben:
A, B, C, D, E, F, G, H, I, K, L, M, N, O, P, Q, R, S, T, V, X, Y, Z.
Die Kleinbuchstaben (Gemeine) entwickelten sich erst später.
Heute werden diese 26 Buchstaben als lateinisches Alphabet bezeichnet:
A, B, C, D, E, F, G, H, I, J, K, L, M, N, O, P, Q, R, S, T, U, V, W, X, Y, Z.
a, b, c, d, e, f, g, h, i, j, k, l, m, n, o, p, q, r, s, t, u, v, w, x, y, z.
Im Deutschen Alphabet kommen noch die Buchstaben Ä ä, Ö ö und Ü ü, sowie der Kleinbuchstabe ß hinzu.
In zahlreichen Sprachen wurde das lateinische Alphabet um diakritische Zeichen ergänzt (z. B. å, é, ï, ò, û), um weitere sprachspezifische Laute darstellen zu können. Am extremsten geht dabei das Vietnamesische vor, das wie das Türkische im 20. Jahrhundert ein neues Alphabet erhielt.
Daneben wurden Buchstabenkombinationen entwickelt (wie ch, sch, th, ng, sz), aus denen im Laufe der Zeit auch Ligaturen werden konnten, die später dann oft zu selbständigen Buchstaben wurden (wie W aus VV im Spätlateinischen, Englischen, Deutschen und Polnischen, æ aus a und e im Dänischen, Norwegischen und Isländischen oder ß aus langem s (ſ) und runden s (s) bzw. aus ſ und z im Deutschen).
Außerdem entstanden neue Buchstaben, indem Buchstaben in ihrer Form differenziert wurden. Aus ursprünglichen Varianten (Allografen) eines Buchstabens wurden eigenständige Buchstaben (im klassischen Latein schon G in Unterscheidung zu C, im späteren Latein j neben i und u neben v).
Darüber hinaus wurde das lateinische Alphabet auch durch Buchstaben aus anderen Alphabeten ergänzt (zu Zeiten des klassischen Lateins gelangten so Y und Z aus dem Griechischen ans Ende des lateinischen Alphabets, im Isländischen wurden der Buchstabe Þ (Thorn) aus dem Runenalphabet übernommen).
Aussprache
Die Aussprache der einzelnen Buchstaben hat sich schon innerhalb des römischen Reiches gewandelt (Lautverschiebung) und unterscheidet sich auch heute mehr oder weniger von einer Sprache zur anderen. Auch das internationale phonetische Alphabet basiert auf dem lateinischen.
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