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Lastkraftwagen

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LKW oder Lkw ist die Abkürzung für Lastkraftwagen. Umgangssprachlich werden LKW auch Laster oder aus dem Englischen Truck genannt. Die übergeordnete Kategorie ist Nutzfahrzeug, darüber Fahrzeug.


Da man auch im Plural von Lastkraftwagen spricht (und nicht von Lastkraftwagens), wird auch im Plural die Abkürzung LKW beziehungsweise Lkw verwendet (und nicht etwa LKWs oder, fern jeder Orthografie, gar LKW's).


Als LKW bezeichnet man alle Kraftfahrzeuge, die vorwiegend zum Transport von Gütern geeignet sind. Dazu befindet sich hinter der Kabine ein für das entsprechende Gut geeigneter Aufbau.


Inhaltsverzeichnis


1 Geschichte

2 Allgemein

3 Achsen und Bereifung

4 Antrieb

5 Aufbauarten

6 Ausstattung

7 Technische Überprüfung

8 EG-Kontrollgerät (Tachograf)

9 Wichtige Fahrzeughersteller von schweren LKW

10 Weblinks


Geschichte

1896 baute Gottlieb Daimler in Cannstatt bei Stuttgart den ersten motorisierten Lastwagen. Dieser hatte einen 2-Zylinder-Viertaktmotor, mit 2.200 ccm Hubraum und eine Leistung von sechs PS. Die Höchstgeschwindigkeit wurde mit 16 km/h angegeben. Es folgen motorisierte Feuerspritzen, eine fahrbare Säg- und Spalt-Maschine mit Daimler Motor, ein Beleuchtungswagen sowie Daimler-Lokomobile. Link: Gottlieb Daimlers Lastwagen


Siehe auch: Mercedes-Benz Museum


Allgemein

Die Größe eines LKWs kann von adaptierten PKW bis zu Großtransportern reichen. In Europa gibt es je nach den Kraftfahrzeuggesetzen der einzelnen Staaten Klein-LKW bis 3,5 t, leichte LKW bis 7,5 t und schwere LKW (SKW) bis 44 t (in Österreich: Solo-LKW bis 32 t, mit Anhänger: bis zu 44 t; in der Schweiz: bis 34 t) höchstem zulässigem Gesamtgewicht. Um mit einem LKW fahren zu dürfen, benötigt man je nach zulässigen Gesamtgewicht in Europa die Lenkberechtigung der Klasse C1 oder C (mit Anhänger CE). Eine Typisierung eines Fahrzeuges als LKW hat aber meist Folgen bei der KFZ-Steuer und auch bei anderen Steuern. Beispielsweise ist in Österreich nur bei LKW im Gegensatz zum PKW ein Vorsteuerabzug möglich.


Beschrieben werden sollen hier nur leichte und schwere LKW, da die Klein-LKW sich von PKW nur durch den Aufbau unterscheiden.


LKW sind entweder dazu ausgelegt, zusätzlich einen Anhänger zu ziehen oder sind als Sattelzugmaschine (auch Sattelschlepper, in Österreich: Sattelzugfahrzeug) gebaut, um einen Sattelauflieger (in Österreich: Sattelanhänger) zu ziehen. Sie können aber auch für Sonderanwendungen mit Zusatzgeräten konzipiert sein, wie Schneepflug, Kehrmaschine, Feuerwehrfahrzeuge, Kran, usw. Es gibt auch LKW, die zusätzliche Radsätze haben, um damit auf Eisenbahnschienen fahren zu können.


Die Fahrgestelle sind normalerweise in Rahmenbauweise ausgeführt. Auf diesen Rahmen werden die verschiedenen Aufbauten aufgesetzt. Es gibt auch Mittelrohrrahmen, bei denen der Aufbau sehr weit zum Boden herunterreicht, beispielsweise für Getränketransporter.


Siehe auch: Mercedes-Benz Museum


Achsen und Bereifung

Die Bereifung eines LKW erfolgt je nach Achse, das heißt es gibt unterschiedliche Grundprofile, je nach Achs-Art. Die Lenkachse(n) haben nur jeweils einen Reifen. Bei den Hinterachsen werden für Fahrzeuge im Straßenverkehr hauptsächlich Zwillingsreifen verwendet, das heißt es werden jeweils zwei Reifen an einem Ende der Achse miteinander verschraubt. Fahrzeuge im Gelände haben auch auf der Hinterachse meist nur Single-Bereifung.


Man unterscheidet die Achsarten nach Lenk-Achse, Trieb-Achse und Schlepp-Achse, worunter auch die Achsen eines Anhängers oder Aufliegers fallen.


  • Die Lenk-Achse hat die Aufgabe, den gesamten Zug zu führen und mäßige Bremskraft zu übertragen. Sie wird mit Reifen versehen, die ein ausgeprägtes Längsprofil und mäßg ausgelegte Quer-Rillen haben.
  • Die Trieb-Achse hat die größte Achslast, sie überträgt daher neben der Antriebskraft auch die größte Bremskraft. Auf ihren Rädern kommen daher Reifen zum Einsatz, die ein ausgeprägtes stollenartiges Profil aufweisen.
  • Die Schlepp-Achsen haben die Aufgabe, den Anhänger oder Auflieger auf Spur zu halten und im Falle einer Bremsung den Zug gestreckt zu halten. Ihre Achslasten sind deutlich geringer als die der Triebachse. Hier kommen Reifen mit einem Schlangen- oder 'Zick-Zack'-Profil zum Einsatz.


Im Gegensatz zum PKW benötigt ein LKW keine unterschiedliche Bereifung für Sommer und Winter. Dies hängt mit den unterschiedlichen Anforderungen an die Reifen zusammen. Winterreifen beim PKW weisen eine weichere Gummi-Mischung auf, die bei einer Temperatur unter 7 Grad Celsius eine größere Haftung aufweist. Daher sind Winterreifen meist in der zulässigen Höchstgeschwindigkeit dem Sommerreifen gegenüber beschränkt.


Die Reifen eines LKW unterliegen wegen ihres größeren Durchmessers und der geringeren Geschwindigkeit des LKW weitaus kleineren Drehzahlen. Das Erfordernis der härteren Mischung für höhere Geschwindigkeiten stellt sich damit nicht.


Bleibt ein LKW im Winter auf glatter Fahrbahn stecken, so liegt dies nicht daran, dass er noch auf Sommerreifen unterwegs ist (was gerne behauptet wird), sondern daran, dass er nur sehr leicht oder gar überhaupt nicht beladen ist. Durch die hierdurch sehr geringen Achslasten kann nicht genug Antriebs- und Bremskraft auf die Straße übertragen werden, um eine sichere Fahrt zu gewährleisten. Ein verantwortungsbewusster Fahrer bricht die Fahrt in diesem Fall vorher ab.


Neu wird auf dem Markt jetzt auch ein "Super-Single-Reifen" (SUSI) in der Größe 495/45 R 22.5 angeboten. Der Super-Breitreifen wurde von Bridgestone und DaimlerChrysler gemeinsam entwickelt. Neben Gewichtersparnis bietet dieses Reifenkonzept mit "Aircept" ein bislang einzigartiges Notlaufsystem. (Mehr unter http://www.mercedes-benz.de)


Viele LKW haben auch eine hebbare Vor - oder Nachlaufachse, die nur bei höherer Beladung abgesenkt wird. Je nach Verwendung können auch die Hinterachsen zusätzlich automatisch gelenkt werden.


Antrieb

Angetrieben werden heute die LKW in Europa meist mit Dieselmotoren, während in den USA auch Benzinmotoren sehr verbreitet sind. Die Bremsen sind mit Druckluft betätigt. Neue Fahrzeuge müssen ABS haben. Je nach Größe haben die LKW zwei, drei oder vier Achsen, wobei die hinteren eins oder zwei angetrieben werden und die eins oder zwei vorne lenkbar sind. Eine der Hinterachsen kann auch eine Liftachse sein. Die Federung erfolg oft über Luftfedern, die auch eine Niveauregulierung erlauben.


Aufbauarten

  • Pritschenaufbau ohne Plane: Auf diesem Aufbau können feuchtigkeitsunempfindliche Güter transportiert werden.
  • Pritschenaufbau mit Plane: Zum Schutz vor Witterungseinflüssen werden die Güter unter einer Plane verladen.
  • Kastenaufbau: Der Aufbau ist vollständig mit festen Wänden umschlossen.
  • Kühlaufbau: Der Kastenaufbau ist zusätzlich mit einem Kühlaggregat und einer Isolierung ausgestattet.
  • Muldenaufbau oder Kipperaufbau dient vorwiegend zum Transport von Schüttgütern
  • Tankaufbau zum Transport von Flüssigkeiten (Tankwagen).
  • Siloaufbau zum Transport von feineren Schüttgütern.
  • WAB-Aufbau (Wechselaufbau) für Container.


Ausstattung

Die LKW werden auch für den Nahverkehr oder den Fernverkehr sehr unterschiedlich gebaut. Während LKW für den Nahverkehr oft mit Allradantrieb, Kipper (beispielsweise bei Baustellenfahrzeugen) oder Ladebordwand ausgestattet werden, werden Fernverkehrsfahrzeuge mehr mit Automatikgetriebe und einer Schlafkabine (da der Fahrer meist auch seine Ruhezeiten im Fahrzeug verbringt), Standheizung und Klimaanlage ausgestattet.


Da die Aufbauvarianten so vielfältig sind, wird der Aufbau meist nicht vom LKW-Hersteller, sondern von anderen Firmen durchgeführt. Eine der bedeutendsten Firmen ist die deutsche Firma Schwarzmüller. Daneben gibt es aber noch unzählige andere auch kleinere Firmen, die sich auf bestimmte Typen spezialisiert haben.


Technische Überprüfung

In Österreich ist der LKW so wie alle anderen Kraftfahrzeuge der § 57-a Begutachtung zu unterziehen (allerdings jährlich) und bekommt das Pickerl.


In Deutschland unterliegen alle gewerblich genutzten Fahrzeuge, also auch LKW, der jährlichen Haupt- und Abgasuntersuchung durch den TÜV oder eine andere anerkannte Kfz.-Sachverständigenorganisation (wobei die Abgasuntersuchung auch von einer zugelassenen Werkstatt vorgenommen werden kann).


LKW und Anhänger mit einer zulässigen Gesamtmasse von 10 t oder mehr benötigen außerdem ein Prüfbuch und müssen jährlich zu einer Sicherheits-Prüfung. Diese kann von einer zugelassenen Werkstatt durchgeführt werden.


EG-Kontrollgerät (Tachograf)

Alle LKW ab einer zulässigen Gesamtmasse von mehr als 3,5 t müssen nach EU-Recht mit einem so genannten EC-Tachographen, (neu: EG - Kontrollgerät) und mit einem Geschwindigkeitsbegrenzer ausgestattet sein. Diese müssen alle zwei Jahre auf Unversehrtheit (Manipulationssicherheit) und angemessene Genauigkeit überprüft werden.


Das Kontrollgerät dient zur Aufzeichnung der Fahrgeschwindigkeit zu einer bestimmten Uhrzeit, der zurückgelegten Wegstrecken sowie der Lenk- und Ruhezeiten der Besatzung.



Wichtige Fahrzeughersteller von schweren LKW



Weblinks



Siehe auch: Themenliste Fahrzeugtechnik, Differential, Allradantrieb, Fahrzeugbeleuchtung, Lkw-Maut, Pkw, Pickerl, Themenliste Straßenverkehr, Sonntagsfahrverbot, Toter Winkel


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