In Deutschland wurden im Jahr 2002 knapp 17 Millionen Hektar landwirtschaftlich genutzt, davon entfielen auf die Pflanzenproduktion rund 11,8 Millionen Hektar und auf Dauergrünland rund 5 Millionen Hektar. Obstanlagen, Baumschulen und Weihnachtsbaumkulturen spielen hinsichtlich des Flächenverbrauchs keine Rolle.
Es waren rund 1,3 Millionen Personen direkt in der Landwirtschaft beschäftigt, was 560.000 Vollzeitarbeitsplätzen entsprach. (30 ha pro Person)
Geschichte
In frühen Jäger- und Sammler-Kulturen hatte die Landwirtschaft wenig Raum, weil der Alltag vieler Menschengruppen von Ortsveränderungen geprägt war. Die frühe Landwirtschaft hing eng mit dem Entstehen größerer Sesshaftigkeit zusammen - und im Orient mit dem Übergang von Weiden zur Viehhaltung.
Generell kann die Landwirtschaft in zwei Produktionsrichtungen eingeteilt werden. Welche Form sich lokal anbietet, entscheidet der Standort: Auf leichten Standorten (d.a. schlechter Boden) ist die Viehhaltung konkurrenzkräftiger, während auf besseren Böden die Pflanzenproduktion wirtschaftlicher ist
Rinder werden üblicherweise nur auf solchen Standorten gehalten, die für den Anbau von Pflanzen nicht ausreichend sind. Das trifft beispielsweise auf leichte Standorte zu, wo der Boden v.a. aus Sand besteht und daher Nährstoffe und Wasser nur schlecht speichern kann. Auch flachgründige Standorte sind häufig Grasflächen, ebenso sehr trockene oder sehr nasse Standorte. Weidewirtschaft kann im allgemeinen aufgrund von Verdunstung durch die durch die Beweidung kurz gehaltenen Grasnarben meist erst ab Niederschlägen über 700 mm/Jahr angewendet werden
Schweinehaltung
Schweine werden häufig auf Betrieben gehalten, die Marktfrüchte anbauen, da sich beide gut ergänzen: Schweine werden üblicherweise in Ställen gehalten und weitgehend mit Getreide u.a. gefüttert. Das Getreide wird durch den Anbau von Marktfrüchten geliefert und durch zugekaufte Futtermittel ergänzt. Die Gülle dient als hochwertiger Dünger für die Felder.
Geflügelhaltung
Geflügelhaltung ist meistens aufgrund ähnlicher Voraussetzungen in solchen Gebieten zu finden, die sich ebenfalls für die Haltung von Schweinen anbietet. Auch Geflügel werden üblicherweise in Ställen gehalten. Dies ist notwendig, da Geflügel in Freilandhaltung immer durch Vogelkot übertragbaren Krankheiten ausgesetzt ist. Insgesamt lassen sich Käfighaltung, Bodenhaltung und Freilandhaltung unterscheiden.
Käfighaltung
ist für die Tiere fraglos die quälendste Haltungsform. Jeder muß sich selbst überlegen, ob man diese Haltungsform, bei der den Tieren nur wenig Lebensraum (0,20 m²) zugestanden wird durch den Kauf der Eier unterstützen möchte. Andererseits sind Eier aus dieser Haltungsform definitiv am billigsten zu produzieren und zeichnen sich daneben auch definitiv durch die niedrigste Belastung mit Krankheitserregern aus. Diese beiden Eigenschaften führen dazu, dass industriell verarbeitete Eier (z. B. für die Nudelherstellung) immer Käfighaltungseier sein werden.
Bodenhaltung
Darunter versteht man Hühner, die zwar im Stall, aber nicht in Käfigen gehalten werden. Entweder handelt es sich nur um eine überdachte Grundfläche als Auslauf mit einem Nestbereich zu Eierablage oder die Haltung erfolgt in mehreren Etagen (in Volieren). Diese Haltungsform scheint eine sinnvolle Alternative zur Käfigheltung zu sein, da die Tiere deutlich artgerechter zu halten sind. Nachteilig ist, dass deutlich mehr Eier mit Kot in Berührung kommen und dadurch die Schale potentiell deutlich wahrscheinlicher mit Salmonellen belastet ist.
Ein großes Problem bei dieser Haltungsform ist, dass die Hühner untereinander zu sehr vielen Artgenossen Kontakt haben. Da Hühner dazu neigen, sich als Übersprungsreaktion gegenseitig Federn auszureißen, kommen für diese Haltungsform nicht alle Hühnerrassen in frage.
Freilandhaltung
Bei der Freilandhaltung wird den Hühnern ermöglicht, sich unter freiem Himmel zu bewegen. Diese Haltungsform ist die den Tieren gegenüber angemessenste Haltungsform. Die Tiere werden im Stall gehalten, allerdings haben sie durch Ausgänge die Möglichkeit ins Freiland zu gehen. Allerdings müssen mehrere Gegebenheiten beachtet werden: Einerseits bewegen sich Hühner ohne Schutz nur ungerne im Freiland. Bäume können solch einen Schutz darstellen - ohne sie würden nur wenige Hühner den Stall verlassen. Desweiteren entfernen sich Hühner ohnehin sicht sehr weit vom Stallgebäude. Das führt zu einer starken Kotansammlung und damit einer starken Überdüngung in der Nähe des Stalles mit entsprechenden Folgen für das Grundwasser. Weiterhin kommen Freilandhühner ständig potentiell mit Singvögeln u.a. bzw. deren Exkrementen in Kontakt, so dass Krankheiten übertragen werden können. Und schließlich gilt dasselbe wie für Bodenhaltungseier: eine erhöhte Salmonellengefahr.
Darüber hinaus ist die Sozialstruktur des jeweiligen Geflügels zu achten: Hühnervögel ordnen sich in Familienverbände von maximal ca. 2 Dutzend Individuen ein, in denen die Verhältnisse per Hackordnung geregelt werden. Eine "ungeregelte" Freilandhaltung führt daher zu nichts anderem, als dass die Tiere aus Angst vor Greifvögeln in der Nähe des Stalles in der eigenen Jauche stehen - dadurch einen höheren Bedarf an Medikamenten aufweisen - und das unter ständigem, unlösbaren Sozialstress.
Es gibt auch größere Käfige, die zwar sicher keinen Vergleich zu den Lebensbedingungen auf dem Misthaufen bieten, aber den Bedürfnissen der Tiere vielleicht näher kommen als "Freiland" für Tausende.
Pflanzenproduktion
Auch hier gibt es standortbezogene Unterschiede:
Weizen kann nur auf guten Böden angebaut werden, da er viele Nährstoffe und ständigen Wasserzugang benötigt
Gerste und Roggen können auch auf schlechteren Böden angebaut werden; insbesondere der Roggen ist genügsam
Leguminosen, also vor allem Erbsen und Bohnen, aber auch Lupinen können auf mittelmäßigen bis guten Böden angebaut werden. Ihre Produktion ist dahingehend billiger, dass kein Stickstoff gedüngt werden muß, da dieser durch die Symbiose mit den Knöllchenbakterien durch deren Fixierungsleistung aus Luftstickstoff geliefert wird.
Gemüseanbau ist nicht ohne und Lupinen bringen kaum etwas verwertbares. Aber ist sicher eine gute Idee, der Lupinenanbau.
Mais und Kartoffeln gehören zu den Hackfrüchten. Je besser der Boden, desto besser gedeihen sie. Ihr Anbau ist aber auch auf schlechten Böden möglich; bei Kartoffeln ist der Anbau auf Böden mit vielen Steinen wegen der Ernte problematisch (Maschinen können Steine und Kartoffeln schlecht unterscheiden).
Naja, der Mais ist eine definitionsgemäße "Hackfrucht", es bestehen hinsichtlich Anbau und Ernte doch erhebliche Unterschiede zu Kartoffel, Zucker- und Futterrübe. Bei Kartoffeln und Rüben vermute ich, dass diese auch nicht in einen Topf zu werfen sind.
Reis Nass- und Trockenkultur möglich. Traditionell wurden in Nasskulturen gleichzeitig Kleinfische mit gezüchtet. Störung dieser Technik durch Einsatz von Pestiziden. Methanausgasungen möglich (Treibhausgas)
Gartenbau
Als besondere Form der Pflanzenproduktion hat sich der Gartenbau entwickelt. Zu diesem zählen traditionell die Bereiche zur Nahrungsmittelproduktion wie Gemüsebau (inklusive Pilzzucht) und Obstbau, aber auch der Blumen- und Zierpflanzenbau und die Baumschulen, sowie die besonders dienstleistungsorientierten Sparten GaLa-Bau und Friedhofsgärtnereien.
Letzere sind Dienstleistungsgewerbe, nicht Landwirtschaft.
Ausdrücklich anzumerken ist, dass der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln in Deutschland den weltweit strengsten Auflagen unterliegt, dass allein der Kostenfaktor den Mitteleinsatz begrenzt und dass nachzuweisende Rückstände von Pflanzenschutzmitteln im Trinkwasser (zudem von im Gegensatz zu Nachbarstaaten in Deutschland nicht zugelassenen - und landwirtschaftlich unsinnigen welchen) zumeist in der Nähe von Ballungsgebieten (siehe auch [1]) auftreten - die völlige Überdosierung aus der Gießkanne für die Einfahrt zur Garage spielt im Gegensatz zur professionellen Anwendung über weite Flächen kostenmäßig keine Rolle. In der DDR durften nur Profis gefährliche Sachen kaufen.
bäuerliche Landwirtschaft
industrielle Landwirtschaft
extensive Landwirtschaft
ökologische Landwirtschaft
versucht, modernes Wissen zu nutzen und dabei die genannten Wechselwirkungen zu vermeiden, wobei die Berücksichtigung natürlicher, negativer Einflüsse (Pilze, Sporen) bisher vernachlässigt wird. Sie hat auch den Sprachgebrauch beeinflusst.
Die Agrar- und Ernährungswissenschaftliche Fakultät der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel führt seit Sommer 2003 eine auf mehrere Jahre ausgelegten Vergleich der beiden Produktionsformen durch, deren Ergebnis in der aktuellen Diskussion hilfreich sein kann.
Erneuerbare Energieträger
Die landwirtschaftliche Produktion von Erneuerbaren Energieträgern kann nicht mehr leisten als den durch unsere Sonne gegebenen Energieeintrag. Solange die Nicht-Bilanzierung der Nutzung von fossilen Brennstoffen in unseren Wirtschaftssystemen anhält, kann jede Form der landwirtschaftlichen Produktion von regenerativen Energieträgern (unabhängig von ihrer Nachhaltigkeit) nicht mit der Nutzung der fossilen Energiegewinnung konkurrieren.
Das Prinzip der Nachhaltigkeit ist in Deutschland gesetzlich festgeschrieben.
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