Dieser Landkreis reicht vom Mittelsächsischen Hügelland im Norden bis zu den Höhen des Osterzgebirges. Im Osten bildet unter anderem der Tharandter Wald mit seinem westlichen Rand die Grenze und nach Westen hin sind es zum Teil das Tal der Zschopau und der Flöha. Die Höhen reichen von 227 m NN(Tal der Freiberger Mulde bei Siebenlehn als tiefster Punkt) bis 807 m NN im beziehungsweise 806 m NN ( Drachenkopf bei Nassau beziehungsweise Steinkuppe in Holzhau im Osterzgebirge als höchste Punkte). Die wichtigsten Gewässer sind die Freiberger Mulde, die Zschopau, die Flöha, die Bobritzsch, die Große und die Kleine Striegis, die Striegis, die Gimmlitz, die Talsperre Rauschenbach und die Talsperre Lichtenberg. Die Flüsse, meist noch als Oberlauf oder Mittellauf, sind windungsreich und nach Norden hin stark in das umliegende Gelände eingeschnitten. Somit stellten sie für die west-östlich verlaufenden Verkehrswege in historischer Zeit ernsthafte Hindernisse dar. Der Kreis hat in seinem südlichen Teil Anteil am Naturpark Erzgebirge/Vogtland
Weiterhin bemerkenswert sind die auf den alten Erzgängen aufsitzenden Bergbauhalden zwischen Halsbrücke, Freiberg bis Brand-Erbisdorf sowie eine Anzahl von Kunstteichen um Freiberg und Brand-Erbisdorf, das mit einem Graben- und Röschensystem die Wasserversorgung und -entsorgung des Erzbergbaues jahrhundertelang sicherstellen musste. Bemerkenswert ist in diesem Zusammenhang der Rothschönberger Stolln, der die Wässer aus dem Brander und Freiberger Bergbau über die Triebisch zur Elbe hin entwässert. Kreisübergreifend ist zu Beginn des 21. Jahrhunderts mit den Städten Nossen im Landkreis Meißen, Roßwein im Landkreis Döbeln, der neuen Stadt Großschirma, den Städten Freiberg und Brand-Erbisdorf eine Zone der Verstädterung tendenziell im Entstehen. Diese umfasst 2004 etwa 75.000 Einwohner.
Im Norden des Kreises ist das Land, das sich an die Lößzone der Lommatzscher Pflege anschließt, von Ackerflächen, Wiesen und Wäldern bedeckt. Auf den steinigen Hochebenen ist es überwiegend Fichtenwald, an den steilen Talhängen vorwiegend Laubwald. Je weiter man nach Süden kommt, um so mehr nimmt der Anteil der Ackerbauflächen ab, es dominieren Bergwiesen und ganz im Süden in Nähe der im Winter schneesicheren, rauhen Kammlagen stockt geschlossener Fichtenwald.
Siehe auch: Liste der Landschaften in Sachsen, Liste der Gewässer in Sachsen, Liste der Berge in Sachsen,
Das Kreisgebiet wird an der Nordgrenze von der Bundesautobahn 4 und dem Dreieck Nossen (Bundesautobahn 14) tangiert und durch eine Autobahnanschlussstelle (Siebenlehn) erschlossen. Von Nord nach Süd durchläuft die Bundesstraße 101 über Großschirma, Freiberg und Brand-Erbisdorf, von West nach Ost die Bundesstraße 173 über Flöha, Oederan und Freiberg, welche sich in der Kreisstadt kreuzen. Von Ost nach Südwest wird das Kreisgebiet von der Bundesstraße 171, die über die Städte Frauenstein und Sayda verläuft, durchschnitten. Es existiert ein dichtes Netz von Staatsstraßen sowie Kreis- und Ortsverbindungsstraßen.
Das Gebiet des Landkreises Freiberg ist in den Verkehrsverbund Mittelsachsen (VMS) mit gemeinsamen Tarif für Bahn und Bus integriert. Der ÖPNV wird durch das Freiberg und Brand-Erbisdorf verbindende Stadtlinienbusnetz (derzeit 6 Linien) repräsentiert. Flöha verfügt ebenfalls über ein Stadtlinienbusnetz. Freiberg besaß Anfang des 20. Jahrhunderts eine Straßenbahn. Der traditionell sehr dichte Überlandverkehr wird durch verschiedene Bus-Gesellschaften bedient.
Das Eisenbahnnetz war ehedem sehr dicht. Heute verlaufen durch den Kreis nur die Sachsen-Franken-Magistrale (Dresden - Freiberg - Flöha - Chemnitz - Zwickau - Plauen - Nürnberg), die Strecken Flöha - Annaberg, Flöha - Neuhausen und die Freiberger Eisenbahngesellschaft mbH nach Holzhau. Über einen Eisenbahnanschluss (Normalspur) verfügten neben Brand-Erbisdorf, Halsbrücke, Langenau, Großhartmannsdorf, Großschirma, Siebenlehn sowie Deutschneudorf. Auch Frauenstein, Sayda, Bobritzsch und Eppendorf konnten über einen Eisenbahnanschluss jeweils in Form der Kleinbahn erreicht werden. Ein Verkehrsmittel der besonderen Art ist die Drahtseilbahn Augustusburg, die vom Flöhatal (Erdmannsdorf) zum Schloss Augustusburg verkehrt.
In der Stadt Großschirma existiert ein Verkehrslandeplatz für den Flugverkehr.
Geschichte
Im 1. Jahrhundert gehörte das Gebiet vermutlich zum Einflussbereich der Hermunduren, im 4. und 5. Jahrhundert zu dem der Thüringer und Silingen. Archäologische Zeugnisse aus dieser Zeit gibt es bisher nicht. Eine Besiedlung setzt im nördlichen Teil beziehungsweise in den dafür geeigneten, nicht von Hochwasser bedrohten Flusstälern im 6. bis zum 8. Jahrhundert durch die westslawischen Daleminzier ein, die vor allem in die fruchtbaren Lößgebiete um Lommatzsch und Meißen einwanderten, die das besprochene Gebiet nur berühren. Ortsnamen wie Bobritzsch, Loßnitz, Großschirma, Kleinschirma und Flöha könnten dies belegen. Bis zum Beginn der Besiedlung durch Deutsche gehörte das gesamte Gebiet zum so genannten Miriquidi, einem Urwald im Raum des Erzgebirges, der später die so genannten "Böhmischen Wälder" genannt wurde.
Eine entscheidende Rolle für die weitere Geschichte spielt die Gründung des Klosters Altzella bei Nossen unmittelbar nördlich der jetzigen Kreisgrenze. Belegt sind aus historischer Zeit die so genannte Frankenstraße, die im Rahmen der Ostkolonisation entstand und aus Franken beziehungsweise Thüringen durch Sachsen hindurch über die Elbe bei Dresden in die Oberlausitz, nach Schlesien und bis nach Krakau führte. Im 12. Jahrhundert wurde, von Altzella ausgehend, der Wald gerodet, was zur Anlage von Waldhufendörfern wie zum Beispiel Weißenborn, führte. Es gab es nicht mehr genau lokalisierbare Verbindungen aus dem Raum Halle und Leipzig nach Böhmen (Prag), die aber zum zufälligen Fund von gediegenem Silber 1168 bei dem damaligen Christiansdorf, einer Vorläufersiedlung von Freiberg, führten. Aus dieser Siedlung ging die so genannte Sächsstadt und das spätere Freiberg hervor.
Seine heutige Größe erhielt der Kreis 1994, als die Kreise Brand-Erbisdorf und Flöha mit dem Landkreis Freiberg verbunden wurden.
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