Den Nordwesten des Kreisgebietes bildet eine flachwellige (300-500 m ü. NN) Hochfläche, die überwiegend als Ackerland genutzt wird. Der nördliche Landkreis wird von den Ausläufern des Thüringer Waldes geprägt und besitzt bereits einen deutlichen Mittelgebirgscharakter; er wird bis auf Rodungsflächen von ausgedehnten Laubwäldern geprägt.
Zwischen diesen beiden Landschaften liegt der Muschelkalkzug der Langen Berge, deren karger Boden von Nadelwäldern bedeckt wird. Im Süden erstreckt sich das zum fränkischen Keuper-Lias-Land gehörende Itz-Hügelland (250-300 m ü. NN).
Wirtschaft
Die Industrialisierung im Landkreis Coburg hat sehr früh begonnen, und Coburg ist bayernweit eine der ältesten Industrieregionen. Heute ist der Coburger Raum eine der am stärksten industrialisierten Regionen Deutschlands (ca. 280 Industriearbeitsplätze auf 1000 Einwohner), vorwiegend geprägt durch Klein- und Mittelbetriebe.
Strukturprägend sind vor allem die alten Industrien
Polstermöbel- und holzverarbeitende Industrie (1/3 der bundesdeutschen Polstermöbelproduktion)
Spielwarenindustrie und Christbaumschmuckherstellung
Korbwaren- und Kinderwagenherstellung
keramische Industrie (Porzellan und Industriekeramik)
sowie die Elektrotechnik.
Da nach der Deutschen Wiedervereinigung die Zonenrandförderung wegfiel, vollzieht sich derzeit - verstärkt durch die EU-Osterweiterung und die Wirtschaftskrise - ein Strukturwandel, dem viele Arbeitsplätze und Betriebe zum Opfer fallen. Als Folge dieser Entwicklung ist die Arbeitslosenquote von ca. 3% in den 80ern auf 10,5% (November 2003) gestiegen.
Verkehr
Coburg ist im Verkehrsnetz derzeit sehr schlecht angebunden, da die Region bis zur Deutschen Einheit1990 kaum Durchgangsverkehr zu bewältigen hatte.
Der Straßenverkehr wird geprägt durch die BundesstrasseB4, die als Nord-Süd-Achse den Nürnberger Raum mit Thüringen verbindet. Der Schienenverkehr hat derzeit fast keine Bedeutung.
Derzeitige Bauprojekte im Rahmen des Verkehrsprojekts Deutsche Einheit sind die Verlängerung der BundesautobahnA 73Nürnberg-Lichtenfels nach Suhl und die ICE-TrasseNürnberg-Lichtenfels-Erfurt-Berlin. Ein Zeitpunkt für die Fertigstellung dieser Projekte lässt sich wegen der enormen Finanzprobleme nicht angeben.
Geschichte
Erstmals urkundlich erwähnt wird Coburg und Saalfeld1012 als Mitgift an Pfalzgraf Ehrenfried (Ezzo) von Lothringen, von dessen Tochter Richeza die Grundherrschaft 1056 an Erzbischof Anno II. von Köln übergeht.
In den 60er Jahren gab es im Kreisgebiet 129 und vor dem Stichtag der Gemeindegebietsreform am 10. Mai1978 noch 51 Gemeinden. Heute sind davon noch 17 Städte und Gemeinden verblieben.
Nach dem Zweiten Weltkrieg ließen sich viele Flüchtlinge aus den Ostgebieten in Coburg nieder, 1946 zählte der Landkreis mehr als 61.000 Einwohner, gegenüber 40.000 um Jahre 1939.
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