Sie entspringt im südöstlichen Nordrhein-Westfalen an der Grenze zu Hessen im südöstlichen Rothaargebirge in 628 m Höhe am Hang des Lahnkopfes im Stadtteil Lahnhof der Stadt Netphen. Zunächst fließt sie in östliche Richtung durch den nördlichen Bereich des Gladenbacher Berglandes bis Caldern (Oberes Lahntal) und bildet im folgenden den Südrand der Wetschaft-Senke. Bei Cölbe mündet die aus dem Vogelsberg kommende Ohm in die Lahn; ihr Lauf wendet sich nach Süden und es beginnt das Marburg-Gießener Lahntal. In diesem Abschnitt verlässt sie vorübergehend das Rheinische Schiefergebirge und durchbricht im Raum Marburg eine Buntsandstein-Tafel (Marburger Rücken, Lahnberge). Bei Gießen weitet sich das Tal zum Gießener Becken und der Fluß wechselt in südwestliche Richtung, wobei er bei Wetzlar die Dill aufnimmt und wieder in das Schiefergebirge eintritt.
Das Tal verengt sich allmählich und geht bei Leun in das Weilburger Lahntalgebiet über, in dessen oberen Bereich (Löhnberger Becken) Mineralquellen zutage treten. Im unteren Bereich wendet sich der Fluß erneut nach Süden und ist canonartig in die flachwellige Trogfläche eingetieft. Die Stadt Weilburg wird in einer markanten Flußschleife umflossen, wobei ein in Deutschland einmaliger Schiffstunnel den Schlingenhals durchsticht. Etwas unterhalb mündet die vom Hochtaunus her kommende Weil in die Lahn. Bei Aumenau kehrt sich ihr Verlauf wieder nach Westen und passiert das fruchtbare Limburger Becken, in dessen Sohle sich der Fluß etwa 50 m tief eingeschnitten hat. Hier tritt oft devonischer Massenkalk (Lahnmarmor) als Fels hervor, so auch in Limburg, wo ein solcher Kalkfels vom Limburger Dom gekrönt wird. Auch treten hier wieder größere Talweitungen auf. Hinter Diez, wo der Fluß von Süden her die Aar aufnimmt, verläßt er bei Fachingen das Becken und ist im nun folgenden Unteren Lahntal bis über 200 m tief in das Schiefergebirge eingeschnitten. Vorbei an Nassau und Bad Ems, wo sich wie schon in Fachingen Mineralquellen finden, mündet die Lahn nach 242 km Lauf auf 61 m Höhe bei Lahnstein in den Rhein.
Das Lahngebiet war schon in der Steinzeit besiedelt, wie z.B. Funde nahe Diez belegen
Römerzeit: Vermutlich wurde die Lahn schon durch die Römer zur Versorgung des Kastells Ems benutzt.
vor 600 waren Bezeichnungen wie Laugona, Logana oder Logene üblich. Der Name wandelt sich im Laufe der Zeit mehrmals. Die Bedeutung ist ungewiss. Eine vor-germanische Herkunft ist möglich.
13. Jahrhundert: Bau einer Pilgerherberge an der Stelle des heutigen St. Jakobs-Hospitals in Marburg, vermutlich als Zwischenstation für über die Lahn reisende Pilger nach Santiago de Compostela.
1365: erstmalige Verwendung der heutigen Schreibweise des Namens
Bereits um 1600 wurde die Lahn erstmals für die Schifffahrt vertieft und Lein-/Treidelpfade angelegt. 4-5 Monate im Jahr war der Fluss schiffbar. 500 Schiffe umfasste die Lahnflotte.
Ab 1808 dann stückweiser Ausbau bis zur Aarmündung bei Diez, wo die Güter für den Landweg umgeladen wurden.
1964 Vollendung des Ausbaus der Lahn für 300-Tonnen-Schiffe.
1981 Ende des Güterverkehrs. Heute wird die Lahn ausschließlich für die Freizeit-Schifffahrt genutzt.
Wirtschaftliche Bedeutung
19 Laufwasser-Kraftwerke nutzen die Lahn zur Stromerzeugung.
Fauna und Flora
1999 wurde die Lahn in die biologische Güteklasse II, und in die chemische Güteklasse I eingeordnet. Insgesamt gilt sie als naturnah.
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