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Kyrillisches Alphabet

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Das kyrillische Alphabet (Asbuka, Azbuka) wird für viele slawischen Sprachen verwendet.


Inhaltsverzeichnis


1 Geschichte

2 Heutige Verbreitung

3 Wiedergabe mit lateinischen Buchstaben

  3.1 Beispiele für die Transliteration/Transkription von Namen

4 Erscheinungsformen in einzelnen Sprachen

  4.1 Bulgarisch

  4.2 Mazedonisch

  4.3 Russisch

  4.4 Serbisch

  4.5 Ukrainisch

5 Weblinks


Geschichte

Es wurde im 10. Jahrhundert am Hof des bulgarischen Zaren Simeon des Großen durch Kliment (Clemens) von Ohrid, einem Schüler Kyrills, entwickelt.


Die meisten Buchstaben wurden aus dem griechischen Alphabet (in seiner byzantinischen Schriftform) übernommen oder abgeleitet. Für Laute, die im Griechischen nicht vorkamen, wurden Zeichen aus der glagolitischen Schrift (Glagolica) verwendet, die etwas früher vom griechischen Mönch Konstantin, der später den Namen Kyrill annahm, entwickelt worden war. Nach ihm wurde die kyrillische Schrift benannt, obwohl sie sich sehr von der glagolitischen Schrift unterscheidet.


Mehrere Buchstaben dieser ursprünglichen kyrillischen Schrift werden heute nicht mehr verwendet.


Um 1700 wurde die kyrillische Schrift im Zuge der Reformen Peters des Großen vereinfacht und an die lateinische Schrift angepasst.


1917 erfolgte unter Lenin eine weitere Schriftreform, bei der einige durch die Lautentwicklung nicht mehr notwendige Schriftzeichen abgeschafft wurden, beispielsweise das "i". Außerdem wurde die kyrillische Schrift in einer Reihe von nichtslawischen Gebieten der Sowjetunion eingeführt, die zum Teil erstmals eine Schriftsprache erhielten. Dabei wurden ebenfalls Anpassungen vorgenommen.


Das Rumänische schaffte 1865 das kyrillische Alphabet zugunsten der Lateinschreibung ab.


Heutige Verbreitung

Heute werden Russisch, Ukrainisch, Weißrussisch, Bulgarisch, Serbisch, Mazedonisch und Kirchenslawisch sowie zahlreiche weitere Sprachen in den osteuropäischen und zentralasiatischen Staaten mit kyrillischen Zeichen geschrieben.


Die Alphabete der einzelnen Sprachen sind im Wesentlichen gleich, unterscheiden sich nur durch einige wenige Zeichen, ähnlich wie auch in der lateinischen Schrift manche Sprachen Sonderzeichen eingeführt haben, etwa Umlaute. Allerdings werden in der kyrillischen Schrift im Gegensatz zur Lateinschrift nur selten beigefügte Akzente, Punkte, Cedillen oder ähnliches verwendet, sondern eher ganz neue Buchstabenformen eingeführt. Die Kirchenslawische Schrift enthält eine ganze Reihe von Zeichen, die in den modernen Schriften nicht mehr üblich sind.


Eine Besonderheit des kyrillischen Alphabets ist, dass sich die kursiven Formen der Kleinbuchstaben teilweise stark von den aufrechten Formen unterscheiden. Im Bulgarischen und Serbischen werden diese alternativen Formen oft auch für die aufrechte Schrift verwendet - was regelmäßig zur Ratlosigkeit von Touristen führt, da in Deutschland gedruckte Lexika fast immer nur die Standard-Druckschrift verwenden.


Wiedergabe mit lateinischen Buchstaben

Für die graphische Wiedergabe der kyrillischen Schrift mit lateinischen Buchstaben gibt es grundsätzlich zwei Möglichkeiten:


  • 1. die wissenschaftliche Transliteration, für die es eine internationale Norm gibt, die graphisch auf dem Tschechischen beruht.
  • 2. die so genannte Transkription, für die jede Kombination von Ausgangs- und Zielsprache jeweils ihre eigene Norm hat. Die Transkription versucht, mit den in den einzelnen Sprachen vorhandenen Möglichkeiten zur graphischen Darstellung von Lauten möglichst nahe an die russische, bulgarische, ukrainische o.a. Aussprache heranzukommen.
  • 3. im Serbischen bietet sich außerdem die Verwendung der offiziellen lateinschriftlichen Schreibung, da in dieser Sprache beide Schriften gleichberechtigt nebeneinander stehen.


In der Literatur findet man oft falsche Transkriptionen, die aus Unkenntnis der russischen Sprache (oder einer anderen Sprache mit kyrillischen Buchstaben) entstanden sind. Da eine exakte Wiedergabe der Aussprache ohne Kenntnis der Originalsprache oft auch gar nicht möglich ist, sollte man beim Schreiben von Texten - je nach Zielgruppe - entweder die genau definierte wissenschaftliche Transliteration, die eine exakte Rückübersetzung in kyrillische Buchstaben ermöglicht, oder die offizielle Transkription der jeweiligen Zielsprache (also Deutsch, Englisch usw.) verwenden.


Die deutsche Transkription, wie sie auch im Duden verwendet wird, gilt als Richtlinie für die Wiedergabe kyrillisch geschriebener Namen in der deutschsprachigen Wikipedia. Es hat sich jedoch als hilfreich herausgestellt, Wikipedia-Umleitungen anzulegen, die die englische Transkription enthalten, insbesondere bei Wissenschaftlern, die ja sehr oft auch aus englischsprachigen Publikationen bekannt sind (z.B. Markov/Markow). Näheres dazu siehe unter Wikipedia:Namenskonventionen/Kyrillisch!


Eine Besonderheit bei der Transliteration stellt das Serbische da, da es offiziell in beiden Schriften, d.h. Lateinschrift und kyrillische geschrieben wird. Daher sollte man hier für die Umschreibung immer die offizielle lateinschriftliche Variante verwenden (entspricht dem kroatischen Buchstabensatz). Für das Mazedonische hat sich aufgrund der langen Zugehörigkeit des Landes zu Jugoslawien ebenfalls eine an die serbische und kroatische Lateinschrift angelehnte Transliteration und Transkription eingebürgert.


Beispiele für die Transliteration/Transkription von Namen

Tabelle


Rechts vom Schrägstrich: bei Deutsch DDR-Transkriptionen, bei Transliteration die strengere, neuere ISO, die jedem kyrillischen genau ein lateinisches Zeichen zuordnet.


Erscheinungsformen in einzelnen Sprachen

Bulgarisch

Tabelle


Hinweise:


  • 1. Der Duden nennt 'sch' als herkömmliche Transkription, da ein "stimmhafter Sch-Laut" (wie in "Journal") im Deutschen nicht eindeutig und verständlich mit Buchstaben ausgedrückt werden könne. Die als zweite Variante im Duden genannte und in der DDR übliche Transkription 'sh' (als Unterscheidung zum stimmlosen 'sch') wird von einigen als Notbehelf angesehen, da sie nur von Menschen mit Kyrillisch-Kenntnissen verstanden und richtig ausgesprochen würde, andere argumentieren jedoch, eine Unterscheidung sei durchaus sinnvoll und solle auch in der Transkription wiedergegeben werden.
  • 2. Falls die kyrillische Buchstabenverbindung "кс" aus einem griechischen oder lateinischen 'x' hervorgegangen ist, wird oftmals bei der "Rücktranskription" wieder ein 'x' benutzt. Bei Namen wie "Alexandra", die auch in lateinisch-schriftlichen Regionen als "Aleksandra" existieren, kann jedoch keine allgemein empfehlenswerte Transkription erfolgen.
  • 3. Zwischen Vokalen zur Kennzeichnung der stimmlosen Aussprache gewöhnlich 'ss'.
  • 4. Gelegentlich wird auch 'H' bzw. 'h' verwendet.
  • 5. Gelegentlich wird auch 'Â' (Â) bzw. 'â' (â) verwendet.
  • 6. Früher war auch die Transkription mit 'u' gebräuchlich.
  • 7. Weichheitszeichen. Kommen nur vor den Vokalen и und о vor und wird am besten mit 'ji' und 'jo' transkribiert statt ein Apostroph zu benutzen.


Mazedonisch

Tabelle


Hinweise:


  • 1. In den Ländern des ehemaligen Jugoslawiens ist auch die am serbischen und kroatischen Lateinalphabet orientierte Transkription Đ (Đ) đ (đ) üblich.._.
  • 2..._. ebenso Ć (Ć) ć (ć).
  • 3. Damit die Darstellung als ein Zeichen erfolgen kann, gibt es in Unicode entsprechende, die bisher aber eher schlecht unterstützt werden.


Russisch

Tabelle


Hinweise:


  • 1. Nach russ. Vokalen, am Wortanfang und nach ь sowie ъ wird mit 'je' bzw. 'Je' (engl. 'ye' bzw. 'Ye') transkribiert, sonst mit 'e'. Beispiel: "Ельцин" -> "Jelzin". Wenn im Russischen für Е е auch Ё ё geschrieben werden kann, wird Е е wie Ё ё wiedergegeben.
  • 2. Nach russ. Vokalen, am Wortanfang, nach den meisten Konsonanten und nach ь sowie ъ wird mit 'jo' bzw. 'Jo' transkribiert; nur nach ж (sch/sh), ч (tsch), ш (sch), und щ (schtsch/stsch) jedoch mit 'o'. Beispiel: "Горбачёв" -> "Gorbatschow"
  • 3. Der Duden nennt 'sch' als herkömmliche Transkription, da ein "stimmhafter Sch-Laut" (wie in "Journal") im Deutschen nicht eindeutig und verständlich mit Buchstaben ausgedrückt werden könne. Die als zweite Variante im Duden genannte und in der DDR übliche Transkription 'sh' (als Unterscheidung zum stimmlosen 'sch') wird von einigen als Notbehelf angesehen, da sie nur von Menschen mit Kyrillisch-Kenntnissen verstanden und richtig ausgesprochen würde, andere argumentieren jedoch, eine Unterscheidung sei durchaus sinnvoll und solle auch in der Transkription wiedergegeben werden.
  • 4. Der Duden schreibt: "й wird nach и und nach ы nicht wiedergegeben" und "й = i am Wortende sowie zwischen russischem Vokalbuchstaben und russischem Konsonantenbuchstaben". Beispiele: "Горький" -> "Gorki", "Андрей" -> "Andrei", "Чуйков" -> "Tschuikow".
  • 5. "кс" = x in allen Fällen.
  • 6. Härtezeichen. Hebt die Palatalisierung des voranstehenden Konsonanten auf. Wird i. A. nicht transkribiert. Siehe aber 1.
  • 7. Weichheitszeichen. Palatisiert den vorangegangenen Konsonanten. Wird im Allgemeinen nicht transkribiert, da die Ausspracheunterschiede für Nicht-Sprachkundige kaum auffallen und ein Apostroph im Wort den Lesefluss nur erschwert. Beispiel: "Gorki" statt "Gor'ki". Ausnahmen sind die Verbindungen ьи und ьо, die als ji bzw. jo transkribiert werden.
  • 8. In der Genitivendung der Adjektive -ого/-его jedoch (im Einklang mit der Aussprache) 'w': "-owo/-(j)ewo".
  • 9. In der DDR war auch die Transkription 'stsch' üblich.
  • 10. Zwischen Vokalen zur Kennzeichnung der stimmlosen Aussprache gewöhnlich 'ss'.
  • 11. Siehe aber Ь ь und 7.


Serbisch

Tabelle


Hinweise:


  • 1. Kann bei typographischen Problemen auch durch Dj bzw. dj ersetzt werden.
  • 2. Sehr weich, zwischen dj und dsh
  • 3. Wie tch in Brötchen, tj in tja. In der Aussprache oft schwer von č zu unterscheiden.
  • 4. Werden auch in lateinischer Schreibweise als jeweils nur ein Buchstabe betrachtet.


Ukrainisch

Tabelle


Hinweise:


  • 1. In der entsprechenden ISO-Tabelle wird statt des Akuts ein Gravis verwendet.
  • 2. kommt nur vor o vor
  • 3. Weichheitszeichen, nur nach Konsonanten; ein Großbuchstabe existiert nicht; palatisiert den vorangehenden Konsonanten; "j" vor "o", sonst (im Auslaut und vor Konsonanten) "'"; in der Transkription "j" vor "o", sonst nicht wiedergegeben.
  • 4. nur zwischen labialem Konsonanten und "j" + Vokal; in der Transkription gewöhnlich nicht wiedergegeben.
  • 5. Zwischen Vokalen zur Kennzeichnung der stimmlosen Aussprache auch 'ss'.


Weblinks



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