Als Kybernetisierung bezeichnet man im Journalismus und in der neueren Medientheorie die Feststellung, dass sich journalistische Arbeitsroutinen zunehmend auf andere journalistische Arbeitsroutinen und nicht mehr auf die Rezipienten bzw. auf das Publikum beziehen; es handelt sich dabei um eine kybernetische Schließung des Systems.
Nach dieser Hypothese werden "Themen [...] nicht in Hinblick auf potentielle Interessen in der Umwelt (also: auf Publika) gemacht, sondern in Hinblick auf die Optimierung und Aufrechterhaltung des Redaktionsgefüges und der eigenen Position innerhalb des Redaktionssystems [...]; journalistische Themen-Präferenzen werden damit hochgradig kontingent und spiegeln lediglich, was andere Journalisten interessiert (bzw. was Journalisten glauben, daß die Menschen interessiert)" (Helmut Eisendle: Medien und Wirklichkeit. In: Konstruktivismus un der Medien- und Kommunikationswissenschaft, Hrsg. v. Gebhard Rusch u. Siegfried J. Schmidt. Frankfurt am Main 1999: S. 215).
Das Phänomen wird zusammen mit mit anderen Beobachtungen als Autopoietisierung des Journalismus bezeichnet,
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