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Kurzfühlerschrecken

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Tabelle


Die Kurzfühlerschrecken oder Caelifera sind eine Ordnung der Insekten und gehören zu den Fluginsekten (Pterygota). Von den bekannten 7100 Arten leben in Mitteleuropa ca. 100. Die Körperlänge der Tiere beträgt zwischen 7 und 75 mm, die Art Tropidacris latreillei kann bis zu 120 mm lang werden und eine Flügelspannweite von maximal 230 mm erreichen. Fast alle Kurzfühlerschrecken sind Pflanzenfresser und ernähren sich pimär von Gräsern und Kräutern.


Wie die Vertreter der Langfühlerschrecken besitzen die Kurzfühlerschrecken eine sehr auffällige Umgestaltung der Hinterbeine zu Sprungbeinen. Aus diesem Grunde werden die beiden Ordnungen auch häufig als eine Ordnung namens Springschrecken (Saltatoria) zusammengefasst. Da die genauen Verwandtschaftsverhältnisse vor allem gegenüber den Gespenstschrecken noch nicht geklärt sind, ist diese Taxonbildung noch sehr umstritten.


Weitere Merkmale der Kurzfühlerschrecken sind die namensgebenden kurzen Antennen, die im Gegensatz zu denen der Langfühlerschrecken aus maximal 30 Gliedern bestehen und manchmal keulenartig verdickt sind. Die Tiere besitzen kleine Facettenaugen und kauend-beißende Mundwerkzeuge. Besonders das erste Brustsegment ist kräftig entwickelt. Die Vorderflügel der Tiere sind schmal und verhärtet und bedecken die größeren Hinterflügel in der Ruhestellung. Die Hinterflügel können bei einigen Arten wie den Ödlandschrecken auffällig blau oder rot gefärbt sein. Zur Eiablage, wobei die Eier häufig in den Boden eingegraben werden, ist der Hinterleib der Weibchen teleskopartig ausziehbar und mit zwei Paar kräftigen Genitaldornen bestückt.


Inhaltsverzeichnis


1 Lauterzeugung bei den Kurzfühlerschrecken

2 Systematik der Kurzfühlerschrecken

  2.1 Feldheuschrecken - Acridoidea

  2.2 Dorn - und Dreizehenschrecken - Tetrigoidea

3 Hinweis


Lauterzeugung bei den Kurzfühlerschrecken

Eine Reihe von Arten der Kurzfühlerschrecken (ausschließlich Acridoidea) sind in der Lage, Geräusche zu produzieren. Hierzu werden die Hinterbeine an den Adern der Vorderflügel gerieben. Dazu sind häufig entweder die Beine (Gomphocerinae) oder die Flügelkanten (Oedipodinae) mit Zähnchen, und die Gegenseite mit einer scharfen Kante bestückt. Neben diesen Stridulationsgeräuschen kommen auch andere Geräusche vor, etwa Flugschnarren, Trommeln mit den Hinterbeinen oder durch die Mandibeln erzeugte Geräusche, wie sie z.B. die Italienische Schönschrecke (Calliptamus italicus) von sich gibt. Die Gehörorgane der Kurzfühlerschrecken finden sich an den Seiten des ersten Hinterleibssegmentes.


Der Gesang der Männchen dient vor allem der Anlockung der Weibchen, er kann jedoch auch zur Festsetzung von Reviergrenzen und bei der Balz eingesetzt werden.


Systematik der Kurzfühlerschrecken

Die Gruppe der Kurzfühlerschrecken setzt sich aus drei Teilgruppen zusammen, den Feldheuschrecken (Acridoidea), den Dornschrecken (Tetrigoidea) und den tropischen Eumastacoidea.


Feldheuschrecken - Acridoidea

Die Feldheuschrecken besitzen häufig ein Stridulationsorgan und ein Gehörorgan (Tympanum, s.o.). Neben den bekannten Grashüpfern der Gattung Chorthippus finden sich in dieser Gruppe auch die berüchtigten Wanderheuschrecken Schistocerca gregaria und Locusta migratoria.


Folgende Arten der Feldheuschrecken kommen in Mitteleuropa vor:


  • Grasheuschrecken - Acridoidea
    • Knarrschrecken - Catantopidae
      • Ägyptische Knarrschrecke - Anacridium aegypticum (eingeschleppt)
      • Italienische Schönschrecke - Caliptamus italicus
      • Alpenknarrschrecke - Miramella alpina
      • Gebirgsschrecke - Podisma pedestris
    • Feldheuschrecken - Acrididae
      • Rotflüglige Schnarrschrecke - Psophus stridulus
      • Blauflüglige Ödlandschrecke - Oedipoda caerulescens
      • Rotflüglige Ödlandschrecke - Oedipoda germanica
      • Pferdeschrecke - Caeles variabilis
      • Gefleckte Schnarrschrecke Bryodema tuberculata
      • Lauchschrecke - Parapleurus alliaceus
      • Blauflüglige Sandschrecke - Sphingonotus caerulans
      • Europäische Wanderheuschrecke - Locusta migratoria
      • Grüne Strandschrecke - Aiolopus thallassinus
      • Epacromius tergestinus
      • Sumpfschrecke - Stethophyma grossum
      • Große Höckerschrecke - Arcyptera fusca
      • Kleine Höckerschrecke - Acryptera microptera
      • Gefleckte Keulenschrecke - Myrmeleotettix maculatus
      • Rote Keulenschrecke - Gomphocerippus rufus
      • Sibirische Keulenschrecke - Aeropus sibiricus
      • Große Goldschrecke - Chrysochraon dispar
      • Kleine Goldschrecke - Chrysochraon brachyptera
      • Gebirgsgrashüpfer - Stauroderus scalaris
      • Feldgrashüpfer - Chorthippus apricarius
      • Steppengrashüpfer - Chorthippus vagans
      • Kiesbank-Grashüpfer - Chorthippus pullus
      • Nachtigall-Grashüpfer - Chorthippus biguttulus
      • Brauner Grashüpfer - Chorthippus brunneus
      • Verkannter Grashüpfer - Chorthippus mollis
      • Weißrandiger Grashüpfer - Chorthippus albomarginatus
      • Wiesengrashüpfer - Chorthippus dorsatus
      • Sumpfgrashüpfer - Chorthippus montanus
      • Gemeiner Grashüpfer - Chorthippus parallelus (siehe auch unten "Hinweis")
      • Bunter Grashüpfer - Omocestus viridulus
      • Buntbäuchiger Grashüpfer - Omocestus rufipes
      • Rotleibiger Grashüpfer - Omocestus haemorrhoidalis
      • Gefleckter Heidegrashüpfer - Stenobothrus nigromaculatus
      • Heidegrashüpfer - Stenobothrus lineatus
      • Kleiner Heidegrashüpfer - Stenobothrus stigmaticus


Dorn - und Dreizehenschrecken - Tetrigoidea

Bei den Grabheuschrecken der Familie Tridactylidae sind die Vorderbeine zu Grabbeinen umgewandelt.


In Mitteleuropa existieren nur zwei Arten dieser Gruppe, beide im Süden der Schweiz und Österreichs. Die häufigste Art ist die Grabschrecke Xya (Syn. Tridactylus) pfaendleri. Im Mittelmeergebiet findet sich beispielsweise die Dreizehenschrecke Tridactyla variegatus, die in selbstgegrabenen Höhlen in Ufernähe lebt und sich von Algen ernährt.


Die Dornschrecken (Tetrigidae) kommen mit sechs Arten in Mitteleuropa vor. Typisch für diese Artengruppe ist das verlängerte Halsschild (Pronotum), dass den Körper und Flügel schützt. Bis vor kurzem galt diese Gruppe als geräuschlos. Es hat sich aber bei neueren Untersuchungen gezeigt, dass die Arten Vibrationen durch Trommeln mit den Mittelbeinen erzeugen.


  • Dornschrecken - Tetrigidae
      • Säbel-Dornschrecke - Tetrix subulata
      • Westliche Dornschrecke - Tetrix ceperoi
      • Tetrix tuerki
      • Gemeine Dornschrecke - Tetrix undulata
      • Langfühler-Dornschrecke - Tetrix tenuicornis
      • Zweifleck-Dornschrecke - Tetrix bipunctata


Hinweis

Als "Grashüpfer" bezeichnet der Volksmund oft jede Heuschrecke. Außerdem ist er auch eine Figur im Märchenschach.


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