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Kurganvolk

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Mit Kurgankultur (auch Ockergrabkultur ) wird ein Kulturkreis des 5. - 3. vorchristlichen Jahrtausends benannt. Er erstreckte sich über ein Gebiet, das von Donez, Don und Wolga über das Kaspische Meer bis weit nach Osten reichte.


Inhaltsverzeichnis


1 Überblick

2 Die Kurgantheorie und ihre Kritiker

3 Literatur

4 Weblinks

5 Siehe auch


Überblick

Die Bezeichnung Kurgankultur wurde dieser südrussischen Steppenkultur von der litauisch-amerikanischen Archäologin Marija Gimbutas verliehen, (die aber in der Substanz auf ältere Vorstellungen zurückgriff), weil das auffälligste Merkmal der Kultur die riesigen Kurgane (nach russ.-tatar. kurgán=Grabhügel) waren, in denen sie ihre Toten mit zahlreichen Grabbeigaben bestatteten. In einer Reihe von Gräbern fanden sich Pferde und Streitwagen als Grabbeigaben. Ihr bevorzugtes Werkzeug (und gelegentlich auch Waffe) war die Axt aus Stein oder Kupfer. Nach dieser Hypothese wären die Träger der Kurgankultur (das Kurganvolk) mit den Proto-Indoeuropäern zu identifizieren, die zwischen 4400 v. Chr. und 2200 v. Chr. in mehreren Schüben west-, süd- und ostwärts gezogen seien und so große Teile Europas und Teile des westlichen Asien besiedelten, wo sie sich mit der Vorbevölkerung mischten. Eine dieser Auswanderungswellen der Kurgankultur hätten die sog. Streitaxtleute gebildet, die in Teilen Osteuropas, Mitteleuropas und Skandinaviens eingefallen seien. Zur Stützung ihrer Hypothese zog Gimbutas auch linguistische Argumente heran. In etwas modifizierter Form wird die Kurgantheorie heute unter anderem von dem Archäologen James Mallory vertreten.


Die Kurgantheorie und ihre Kritiker

In der Kurgankultur wären die Indoeuropäer zu ersten Mal archäologisch fassbar und die Ausbreitung der indoeuropäischen Sprachen schlüssig zu erklären. Dies macht den Reiz dieser Theorie aus, die deswegen auch lange Zeit in der Fachwissenschaft kaum umstritten war. Mittlerweile häuft sich aber die Kritik sowohl von archäologischer als auch von sprachwissenschaftlicher Seite. Dies gilt aber gleichermaßen für alternative Entwürfe, wie die Anatolien-Hypothese. Die Suche nach der Urheimat der Indoeuropäer, die sich auf ein eng umgrenztes Gebiet beschränken lässt, scheint vielen aus heutiger Sicht eher naiv.


Literatur

  • "Die Indoeuropäer" von Reinhard Schmoeckel, ISBN_3404641620
  • "In Search of the Indo-Europeans: Language, Archaeology and Myth" von J. P. Mallory, ISBN_0500276161
  • "Das Ende Alteuropas. Der Einfall von Steppennomaden aus Südrussland und die Indogermanisierung Mitteleuropas" von Marija Gimbutas, in "Archeolingua", series minor 6. Budapest 1994, auch als Buch ISBN_3851241711
  • "The Kurgan Culture and the Indo-Europeanization of Europe: Selected Articles Form 1952 to 1993" von Marija Gimbutas u.a., ISBN_0941694569
  • "Comparative Indo-European Linguistics: An Introduction" von Robert S.P. Beekes, ISBN_1556195052
  • "Encyclopedia of Indo-European Culture" von James Mallory (Herausgeber), D. Q. Adams (Herausgeber), ISBN_1884964982


Weblinks



Siehe auch



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