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Der Begriff Kunst bezeichnet heute im engeren Sinne die Elemente der menschlichen Kultur, die nicht primär durch ihre Zweckmäßigkeit, sondern durch ihre begriffene Ästhetik Wert für den Menschen entfalten. Im weiteren und früher gebräuchlichen Sinne bezeichnet er die Kunstfertigkeit, also auch Dinge der menschlichen Kultur, die zweckmäßig sind und gerade durch ihre Zweckmäßigkeit eine über die Funktion herausgehende Schönheit entwickeln, wobei Kunst im engeren Sinn dann als schöne Künste bezeichnet wird. Dieser Artikel beschäftigt sich mit Kunst im engeren Sinne, die Kunstwerke hervorbringt. Im Bergbau wurde bis ins 19. Jahrhundert die technische Ausrüstung, insbesondere Pumpen, Förderanlagen und Kraftübertragung, als bergmännische Kunst bezeichnet.


Inhaltsverzeichnis


1 Etymologie

2 Geschichte

3 Gliederungen

4 Kreativität

5 Literatur


Etymologie

Der heutige Kunstbegriff entwickelte sich aus dem Begriff der oben angeführten Kunstfertigkeit, welcher wiederum aus "Kenntnis" im Sinne von Wissen und Weisheit entstand.


Primär hat Kunst also nichts mit "technischer" Könnerschaft desjenigen zu tun, der künstlerisch tätig ist; so ist der Ausspruch des Malers Max Liebermann (1847-1935) "Kunst kommt von Können, käme sie von Wollen, so würde sie Wulst heißen" zumindest etymologisch falsch.


Geschichte

In ihren Anfängen seit der Menschwerdung ist "Kunst" oft untrennbar mit "Arbeit" und "Spiel" verbunden. Historisch entwickeln sich die Künste aus ihrem Beitrag zur materiellen Organisation von Kulten und Ritualen. Ihr zentrales Moment ist zunächst die Epiphanie, die spätestens mit der Neuzeit und der beginnenden Säkularisierung westlicher Gesellschaften in eine Krise gerät.


Gliederungen

In klassischen Verständnis unterschied man die Sieben Freien Künste (artes liberales), bestehend aus dem Trivium und Quadrivium, die gegenüber den mechanischen Künsten höher geschätzt wurden: Grammatik, Dialektik, Rhetorik; Geometrie, Arithmetik, Astronomie und Musik.


Die Unterscheidung von Kunst, Handwerk und Wissenschaft bildete sich erst seit Ende des 18. Jahrhunderts heraus.


Nach heutigem Verständnis gliedert sich die Kunst in die Teilbereiche Bildende Kunst (Architektur, Bildhauerei, Fotografie, Graphik, Malerei und Kunstgewerbe), in die Darstellende Kunst (Film, Theater, Tanz), sowie in Musik und Literatur. Grenzüberschreitungen zwischen diesen Disziplinen sind häufig und im Wesen der Kunst als kreative Äußerung selbstverständlich.


In den 20er Jahren des letzten Jahrhunderts trennten sich das Kunstgewerbe, im Sinne von künstlerischem Hervorbringen von Gebrauchswerten (Werkbund Streit) und das Design, im Sinne von planvollem Handeln für industrielle Zwecke. Das Design war eine ganz wesentliche kulturelle Kraft in der Moderne und der aufkommenden Postmoderne. Unsere gestalteten Lebenswelten und ihre Artefakte repräsentieren das symbolische Arsenal jeder sozialen Differenzierung.


Kreativität

Kunst ist das Ergebnis menschlicher Kreativität, eine schöpferische Leistung des Menschen. Dies lässt sich schwer "dingfest" machen, da jeder Künstler seine eigenen Vorstellungen von Kunst und seine eigene Herangehensweise an kreativ-künstlerisches Handeln hat. Der ästhetische Wert eines Kunstwerkes basiert auf gesellschaftlicher Übereinkunft oder beruht auf einem Bruch mit derselben.


Trotzdem kann man sagen, dass Kunst zugleich der Prozess des künstlerischen Schaffens und dessen Ergebnis, das Kunstwerk, ist. Das Wort Werk ist durch Kant geprägt worden, wie auch Original und Genie. Um Kunst kommunizierbar zu machen gebraucht man Medien (Bilder). Man unterscheidet zwischen "innere" und "äußere" Bilder. Ein inneres Bild ist zum Beispiel die Sprache, Vorstellung und die Idee, ein äußeres Bild beispielsweise ein Stuhl, ein Automobil oder irgendein Ding.


Kunst ergibt sich aus der Wahl eines bestimmten Mediums, aus festgelegten Regeln für den Gebrauch des Mediums und aus besonderen Vorstellungen und Werten, die bestimmen, was durch das jeweilige Medium in einer dem Medium angemessenen Weise ausgedrückt werden soll, zum Beispiel welche Ideen, welche Wertanschauungen, welche Gefühle zum Ausdruck zu bringen sind. Der amerikanische Maler Ad Reinhardt führt den Begriff ins absurde, indem er sagt: ,,Kunst ist nur als Kunst Kunst. Alles andere ist alles andere". Es ist also unnütz, Kunst definieren zu wollen. Besser ist es, zu hinterfragen, wofür sie gut ist und was sie bewirken kann.


Literatur

  • Reindl, Robert: Sprache der Bilder, Versuch einer Besinnung auf Wesen und Wert bildender Kunst auf der Grundlage der Theorien von Gustav Britsch, Egon Kornmann und Hans Herrmann, St. Ottilien 1991


Siehe auch: Stilrichtungen in der Kunst, Kunstwerk, Künstler, Kunstgewerbe, Akademie der Künste (Berlin), Kunstgeschichte, Kunsthistoriker, Kunstpädagogik,Digitalkunst, Duktus


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