Mit Maßnahmen des Küstenschutz sollen niedrig liegende, vom Menschen genutzte Gebiete in Meeresnähe vor Überflutungen bei Sturmflut geschützt werden. Meist sind diese Überflutungszonen vom Menschen dem Meer abgerungen oder der Mensch hat sich entschlossen, klassische Überschwemmungsgebiete für sich nutzbar zu machen.
In den Küstenbereichen und Flussmündungen, in denen die Gezeiten (Ebbe und Flut) wechselnde Meereshöhen verursachen, wird tief liegendes Land bei extremem Hochwasser und Sturmfluten überflutet. Küstennahes Land und Gebäude werden daher meist mit Deichen und Sperrwerken gegen Überschwemmungen und Sturmfluten geschützt.
Durch den Bau von Deichen, Sielen (Abflusskanäle) und Schöpfwerken (Entwässerung hinter dem Deich) schaffen Küstenbewohner neuen oder bewahren alten Lebensraum.
Das Küstengebiet der Nordsee hat eine herausragende Bedeutung für Flora und Fauna. Daher sind große Teile der deutschen Nordseeküste Bestandteile von Nationalparks. Der Naturschutz ist deshalb beim Küstenschutz, insbesondere bei Bau- und Unterhaltungsmaßnahmen am Deich besonders zu berücksichtigen.
In den Niederlanden ist Küstenschutz ebenfalls notwendig, da hier große Flächen durch Polderwirtschaft dem Meer abgerungen wurden und hinter den Deichen oft unterhalb des Meeresspiegels liegen.
Halligen
Die Pflege der Halligen vor der norddeutschen Küsten ist ebenfalls Teil des Küstenschutzes. Diese grünen Sandbänke vor der Küste brechen die Wellen der Sturmfluten und schützen so die Deiche an den Küsten. Eine Überflutung "Land unter" ist für eine Hallig normal, für das Deichhinterland jedoch meist eine Katastrophe.
Eine weitere Küstenschutzmaßnahme ist das Anspülen von Sand, um so einen möglichst flachen Winkel vor dem Deich zu erzeugen. Ebenso sind Dünen ein natürlicher wie labiler Küstenschutz und stehen in Deutschland generell unter Naturschutz. Wo der Sand schnell weggespült wird und keine Steine zum Brechen der Wellen in ausreichender Menge vorhanden sind, hilft man sich mit Beton-Tetrapoden aus (Helgoland).
Küstenschutz in Kunst und Literatur
Eine literarische Auseinandersetzung mit dem Küstenschutz findet man in der Novelle "Der Schimmelreiter" von Theodor Storm.
Flüsse
Die Prinzipien des Küstenschutzes werden auch entlang von Flüssen angewandt. Meist kommt es durch Oberflächenversiegelung, Begradigung und Kanalisierung zu Flutwellen in Flüssen, wenn Schneeschmelze und/oder massive Regenschauer im Einzugsgebiet der Flüsse die Pegel innerhalb kurzer Zeit anschwellen lassen.
Generell sind die Deiche so angelegt, dass sie dem Druck des anströmenden Wassers standhalten. Wird die Deichkrone überflutet, kann der Deich schnell hinterspült werden und brechen. Dann strömt das Wasser ungehindert in das Hinterland. Daher sind die Deichkronen oft besonders geschützt und dürfen mechanisch nicht belastet werden. Schafe sind ideal, um die Grasnarbe kurz und gleichzeitig fest zu halten. (Bisam)-Ratten im Deich hingegen gefährden die Stabilität, da durch die Gänge der Deich schneller Wasser zieht und instabil wird.
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