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Kürassiere

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Kürassiere, auch Kürisser genannt, sind neben den Lanzierern die älteste Gattung der neuzeitlichen Kavallerie. Ihr Name leitet sich vom Französischen cuirasse für Lederpanzer (cuir = Leder) her. Das Wort Kürass kam im 15. Jahrhundert im deutschen Sprachraum auf und bezeichnete den Brust- und Rückenpanzer des Reiters. Zu Beginn des 17. Jahrhunderts wurde die Bezeichnung Kürassiere für die schwere Reiterei allgemein üblich.


Die Kürassiere waren gemeinsam mit den Lanzierern die direkten Nachfolger der gepanzerten Lanzenreiter des Mittelalters. Kürassiere waren schwere Reiter, nicht nur von ihrer Rolle in der Taktik, sondern auch vom Körperbau der Reiter und der Pferde. Die Truppengattung des Kürassiers kam wahrscheinlich in den 1540er Jahren im deutschen Raum auf. Die Kürassiere trugen bis in das 17. Jahrhundert hinein eine vollständige Plattenrüstung, den Küriss, oder häufiger einen so genannten Trabharnisch. Die typische Bewaffnung eines Kürassiers bestand seit dem späten 16. Jahrhundert aus mehreren Pistolen und einem Säbel. Manche führten vier oder sogar fünf Pistolen mit sich. Gegen dichte Infanterieformationen entwickelten die Kürassiere Manöver wie die Caracolla. Vor allem Männer gehobenen Standes bemühten sich um die Aufnahme in eine Kürassier-Einheit, wodurch sie an die ritterlichen Ideale des Mittelalters anknüpfen wollten.


Zu den bekanntesten Kürassierregimenten des Dreißigjährigen Krieges gehörte das des Grafen zu Pappenheim. Die nach dem Grafen benannten Pappenheimer waren für ihr hitziges und entschlossenes Vorgehen in der Schlacht bekannt, was sich sogar redensartlich niederschlug (zitiert nach Schiller Wallensteins Tod III,15: "Daran erkenn' ich meine Pappenheimer!").


Seit der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts gingen die Kürassiere dazu über, nur noch einen Brustpanzer, den Kürass, zu tragen, der eher repräsentativen Zwecken diente. Sie galten als vornehme Elite und bildeten in der Schlacht oft das erste Treffen. Im 18. Jahrhundert waren sie typischerweise mit Karabinern und dem Pallasch, einem schweren Reitersäbel, bewaffnet.


In den napoleonischen Kriegen waren die österreichischen Kürassiere, die seit der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts nur noch den Brustpanzer ohne Rückenplatte (Halbkürass) trugen, wegen ihres ungeschützten Rückens den vorne und hinten gepanzerten Kürassieren und Carabiniers der Grande Armée deutlich unterlegen und mußten schwerste Verwundungen hinnehmen. Die von den französischen Kürassieren der napoleonischen Zeit getragenen Brustpanzer schützten aber nur vor Gewehrschüssen, die aus einer Entfernung von mindestens 70 Metern abgegeben worden waren. Trotzdem ritten die französischen Kürassiere oftmals Frontalangriffe gegen Infanterieformationen, wobei sie schwerste Verluste hinnehmen mussten. Insbesondere in der Schlacht von Waterloo wurden viele von ihnen tödlich verwundet. Die letzten k.u.k. Kürassier-Einheiten wurden 1860 aufgelöst. In Frankreich existierten bis 1914 Kürassier-Einheiten.


"Kürassier" ist auch der Name eines Jagdpanzers, der in Österreich entwickelt wurde und beim österreichischen Bundesheer im Einsatz ist.


siehe auch: Carabiniers


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