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Kubrick, Stanley
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Biografie / Biographie / Biography

* 26. Juli 1928 - † 7. März 1999

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Stanley Kubrick (* 26. Juli 1928 in New York City; † 7. März 1999 in Childwickbury Manor bei London) war ein US-amerikanischer Filmregisseur jüdischer Herkunft. Er gilt als einer der besten Filmregisseure des 20. Jahrhunderts.


Seine Filme werden vor allem für ihren tiefen intellektuellen Symbolismus und ihre technische Perfektion gepriesen. Als Regisseur war er sowohl berühmt wie berüchtigt dafür, jede Szene bis ins kleinste Detail durchzugestalten und dabei meist die Schauspieler bis an ihre psychischen und physischen Grenzen zu führen.


Kubrick begann seine Karriere als Fotograf. Nachdem er Amateurfotos an das New Yorker Look-Magazin verkauft hatte, arbeitete er dort schließlich fest angestellt. Als schon damals begeisterter Kinogänger war er der Überzeugung es besser zu können. Seine ersten, überwiegend aus privaten Kassen finanzierten Filme Fear and Desire und Killer's Kiss zogen bereits die Aufmerksamkeit Hollywoods auf sich. Filmkennern wurde er mit dem klassischen Film noir The Killing ein Begriff, bevor mit Wege zum Ruhm der endgültige Durchbruch gelang. Seine typische Technik entwickelte sich in diesen Filmen: lange Einstellungen, eine Betonung der Gesichtsausdrücke und eine kalte, distanzierte Atmosphäre, die einerseits die Zärtlichkeit und Menschlichkeit der handelnden Figuren bloß stellten. Der passionierte Schachspieler Kubrick plante nach eigenen Angaben viele Filme und die handelnden Figuren analog zu den Konflikten und Bewegungen auf einem Schachbrett.


Sein einziger Versuch, einen typischen Hollywood-Film zu drehen, Spartacus, wird allgemein als großartiger Film betrachtet. Kubrick selbst allerdings war unzufrieden sowohl mit der Besetzung (insbesondere Star und Produzent Kirk Douglas) als auch mit den Umständen der Produktion. Kubrick nahm sich vor, nie wieder einen Film zu drehen, den er nicht auch selber produzieren würde. Er verließ das System von Hollywood und blieb dort bis zum Ende seines Lebens ein Außenstehender.


In den frühen 1960ern zog Kubrick nach England. Er ließ sich im Childwickbury Manor im District St. Albans für den Rest seines Lebens nieder. Für Presse und Hollywood galt er dort als extrem zurückgezogen lebend, nähere Bekannte allerdings sagten, dass er den allergrößten Teil seiner Zeit in der Umgebung von Familien, Freunden und Bekannten verbrachte.


Sein erster englischer Film war Lolita. Kubrick arbeitet eng mit dem Autor des Romans Vladimir Nabokov zusammen, um ein Drehbuch zu erarbeiten, mit dem die als Skandalbuch rezipierte Handlung so verfilmt werden konnte, dass sie nicht weltweit auf dem Index landete. Bei den Arbeiten zu Lolita entdeckte der Regisseur den Schauspieler Peter Sellers. Er fragte an, ob dieser in seinem nächsten Film Dr. Seltsam oder: Wie ich lernte, die Bombe zu lieben nicht gleich vier Rollen übernehmen könne. Sellers sagte zu, spielte jedoch "nur" drei Rollen in diesem Film.


Dr. Seltsam - wie diverse andere Kubrick-Filme auch - wird bei vielen als einer der großartigsten Filme aller Zeiten betrachtet. Das hohe Risiko, die Anspannung des Kalten Krieges als schwarze und absurde Komödie aufzuführen zahlte sich letztendlich aus. Berühmt wurden ebenfalls seine nächsten beiden Filme: 2001: Odyssee im Weltraum und A Clockwork Orange. Alle drei Filme provozierten bei ihrem Erscheinen heftige öffentliche Kontroversen, alle drei werden weiterhin in der Filmwissenschaft diskutiert, sowohl anhand der Themen, der Handlung als auch des in ihnen enthaltenen Symbolismus.


Der Film Barry Lyndon hingegen war ein kommerzieller Misserfolg. Kubricks beeindruckendes, aber elitäres Unternehmen, die Schönheit barocker Malerei und Musik filmisch erlebbar zu machen und das Leben jener Zeit anhand der Biographie Barry Lyndons authentisch wiederzugeben, ging offenbar am Geschmack eines breiten Publikums vorbei. Nach Barry Lyndon nahm Kubricks Produktionstempo ab. In den letzten 25 Jahren seines Lebens produzierte er nur vier weitere Filme. Allerdings waren sein Ruhm und das ihn umgebenene "Mysterium" derart groß, dass nicht nur jede Veröffentlichung weltweit mit großen Erwartungen aufgenommen wurden. Wichtiger für ihn und wohl einmalig in der Geschichte Hollywoods war, dass er bei jedem Film weitgehend freie Hand und ein beinahe unbeschränktes Zeitbudget von den großen Studios bekam.


Kubrick drehte mit Jack Nicholson den Film Shining, eine Adaption eines Buches von Stephen King. Insbesondere King-Fans waren unzufrieden mit dem Film, da er sich große Freiheiten gegenüber der Handlung des Buches nahm. King selbst bezeichnete ihn als schlechteste Verfilmung seiner Bücher. Obwohl nicht so enthusiastisch von der zeitgenössischen Kritik rezipiert wie frühere Werke gilt er mittlerweile als Klassiker der Mystery-Thriller. Der im Vietnamkrieg spielende Full Metal Jacket war Kubricks einziger Film, der aus seiner Sicht zu spät kam. Andere Regisseure hatten kurz vorher bereits eindrucksvolle Filme zum Thema vorgelegt. Full Metal Jacket gilt insbesondere wegen der im Ausbildungslager der jungen Rekruten spielenden Szenen ebenfalls als Klassiker, kam aber nicht an die früheren Werke heran.


Erst wenige Tage vor seinem Tod war die Premiere von Eyes Wide Shut. Schon lange zuvor plante Kubrick den Film A.I. - Künstliche Intelligenz, diesen hatte er aber verschoben, da er meinte, dass die technischen Produktionsmöglichkeiten in den folgenden Jahren wesentlich besser werden würden. Noch während seiner Dreharbeiten an Eyes Wide Shut trug er das Projekt seinem langjährigen Freund Steven Spielberg zu, der die Story schließlich umsetzte. Kritiker sehen im Film aber vor allem einen Spielberg-Film und kritisieren insbesondere die Musikauswahl, die Kubrick so nie getroffen hätte.


Filmographie



Literatur



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