Peter Kreuder (* 18. August1905 - 28. Juni1981), geboren in Aachen und gestorben in Salzburg, war Komponist, Pianist und Dirigent. Er schrieb die Musik zu über 180 Filmen, Orchester Werke, Opern, Operetten, Musicals und vieles mehr.
musikalisches Wirken
Peter Kreuder war vor allem in der schwierigen Zeit des Nationalsozialismus aktiv. In die im Krieg für die moralische Aufrüstung der Truppe notwendige Unterhaltungsmusik flossen zahlreiche Elemente des Jazz und des Big-Band-Sounds ein, wobei in den Filmen das eigentlich als unarisch indizierte Saxophon in vielfacher Ausfertigung zu sehen war. Den Machthabern waren allerdings die Hände gebunden, teils aus mangelndem musikalischen Interesse, teils weil schon genug künstlerische Produktionen aus formalen Gründen (Abstammung) der Zensur (Bücherverbrennung) zum Opfer gefallen waren, so dass bei weiterer Radikalisierung das kulturelle Leben gänzlich zu erliegen drohte.
Aber auch nach dem Krieg hatte Kreuder noch große Erfolge, unter anderem als Pianist mit originellen Platteneinspielungen.
Der Schlager
Unübertroffen in der Resonnanz blieb sein Schlager: "Ich brauche keine Millionen", in welchem sich das Lebensgefühl einer vernachlässigten Generation widerspiegelt.
Der Schlager an sich entstammte meist einem Film und wurde durch ihn auch verbreitet. Eine herausragende Bedeutung hatte dabei der Revuefilm, hinter dessen ständigem Hauptthema "Die Geburt des Schlagers aus der Genialität" alle anderen Handlungsstränge zurücktraten. Diese Streifen waren nicht ungeschickt gemacht, allerdings extrem realitätsfern, unpolitisch und (glücklicherweise) absolut unideologisch.
Zur Identifikation eines Schlagers dienten neben dem Text (Refrain) einzig und allein die Melodie und die Harmonie, die durch Buchstaben, so wie es auch heute noch beim Akkordeon üblich ist, festgelegt wurde. Die Bezeichnung der Harmonie, glaubt man musikalischen Zeitzeugen, ist bei Peter Kreuder besonders komplex. Wahlfrei waren die Basslinie, die Nebenlinien und vor allem der Sound, der nur auf Tonträgern fixiert war. Im Musikalienhandel kursierten Versionen für alle gängige Besetzungen. Dem Film vorbehalten war auch die Choreographie. Dabei dominierten Tänzerinnen wie La Jana und Marika Rökk.
Bei dem damaligen Entwicklungsstand der Kommunikation kam den Tanzkapellen eine besondere Bedeutung bei der Verbreitung des Schlagers zu. In den Tanzcafes versorgten sie ihr Publikum mit dem aus dem Kino Gewohnten, wobei sich die Größe der Besetzung nach den Möglichkeiten des Lokals richtete. Abgesehen vom der jeweiligen Kapelle eigenen Sound blieb der Schlager immer derselbe.
Das ruhmlose Kriegsende bildet eigentlich keine Zäsur in der Schlagerproduktion. Das Publikum war bezüglich der amerikanischen Big Band durch Komponisten wie Peter Kreuder vorsensibilisiert und nahm als "Fachpublikum" das Neue, das aus Amerika kam, gerne auf. Auch den Besatzern blieb der hohe Stand der deutschen Unterhaltungsmusik nicht verborgen, und so wurden auch deutsche Versionen nachgefragt.
Der Schlager ist nicht vergleichbar mit der volkstümlichen Musik, da hier die Einbettung in ein kulturelles System fehlt. Erst mit der allgemeinen Verfügbarkeit der Tonträger verlor der Film seine Bedeutung als schlagerbildendes Medium.
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