Die Kreiszahl π (pi) beschreibt in der Geometrie das Verhältnis des Umfangs eines Kreises zu seinem Durchmesser. Ihr Wert ist unabhängig von der Größe des Kreises näherungsweise
π wird mit dem kleinen griechischen Buchstaben pi bezeichnet, nach dem Anfangsbuchstaben des griechischen Wortes perifereia (Randbereich). Sie wird auch Archimedes' Konstante oder Ludolf'sche Zahl (nach Ludolph van Ceulen) genannt.
Die Zahl π ist keine rationale Zahl. Das heißt, sie kann nicht als Verhältnis zweier ganzer Zahlen, also als Bruch geschrieben werden. Dies wurde 1761 (oder 1767) von Johann Heinrich Lambert bewiesen. Tatsächlich ist die Zahl sogar transzendent. Dies bedeutet, dass es kein Polynom mit rationalen Koeffizienten gibt, dessen Nullstelle π ist. Als Konsequenz ergibt sich daraus, dass es unmöglich ist, π nur mit ganzen Zahlen oder Brüchen und Wurzeln auszudrücken. Die Transzendenz von π wurde von Ferdinand von Lindemann1882 bewiesen. Eine Folge davon ist unter anderem, dass die Quadratur des Kreises nur mit Zirkel und Lineal nicht möglich ist.
Die ersten 200 Nachkommastellen
Wegen der Transzendenz von π lässt sich die mathematische Konstante in einem Stellenwertsystem nur angenähert ausdrücken. Gerundet auf 200 Nachkommastellen beträgt ihr Wert π
Eine andere Möglichkeit, reelle Zahlen darzustellen, ist die Kettenbruchentwicklung. Da π transzendent ist, ist auch diese Darstellung unendlich lang. Im Gegensatz zur Eulerschen Zahle konnten aber bislang bei der Kettenbruchdarstellung von π keinerlei Regelmäßigkeiten festgestellt werden.
Die gleiche Genauigkeit wie bei den 200 Nachkommastellen erhält man mit 194 Teilnennern:
In der Kugelgeometrie wird mit besonderen Kreiszahlen gerechnet, die immer kleiner als
π / sind, weil der Durchmesser (gemessen auf der Kugeloberfläche) gegenüber dem Umfang eines Kreises nur größer, aber nie kleiner werden kann als in einer Ebene. Diese Abweichung von π / ist nicht konstant. Für Kreise mit einem sehr viel kleineren Durchmesser als dem der Kugel, auf deren Oberfläche er "gezeichnet" wird (Kreis mit 1 m Durchmesser auf der Erdoberfläche), ist die Abweichung vernachlässigbar klein, für Kreise mit großen Durchmessern muss die Abweichung berücksichtigt werden.
Aufgrund des beschränkten Gültigkeitsbereichs (die Invarianzeigenschaften von π gehen nicht über die ebene Geometrie hinaus) zählt π nicht zu den Naturkonstanten.
Geschichte der Zahl π - von Schätzungen zur Rekordjagd
Kaum eine andere Zahl hat die Menschen in ihrer Geschichte mehr beschäftigt und fasziniert als die Kreiszahl π. Schon vor den Griechen suchten die Völker nach dieser geheimnisvollen Zahl und obschon die Schätzungen immer genauer wurden, gelang es erstmals dem griechischenMathematikerArchimedes um 250 v. Chr., diese Zahl mathematisch zu bändigen. In der weiteren Geschichte wurden die Versuche zur größtmöglichen Annäherung an π phasenweise zu einer regelrechten Rekordjagd, die zuweilen skurrile und auch aufopfernde Züge annahm.
Die alltägliche Praxis drängt zu ersten Schätzungen
Aus sehr praktischen Erwägungen heraus versuchten die Menschen schon in sehr früher Zeit, dem Phänomen Kreis näher zu kommen. Sollten Räder beschlagen werden, war es wichtig zu wissen, welchen Umfang der Beschlag haben musste. Sollte eine Säule mit einem Kranz geschmückt werden, war der Umfang des Kranzes zu bestimmen. Sollte ein Fass mit Wein gefüllt werden, interessierten sich unsere Vorfahren für das nötige Volumen. Oder es sollte, wie die Bibel im ersten Buch der Könige, Kapitel 7, Vers 23 berichtet, ein rundes Becken umspannt werden: Hierauf fertigte er ein kreisrundes Becken an, das von einem Rand bis zum anderen 10 Ellen maß..., eine Schnur von 30 Ellen umspannte es. Somit wird in der Bibel der Wert für π mit 3 angegeben. Diesen Wert nutzte man auch im alten China, selbst wenn eine einfache Messung durch ein Maßband zeigt, dass π in Wirklichkeit noch etwas größer ist als 3.
[Bild:] Ptolemäus, Geozentrisches Weltbild
Genauer waren die Angaben in Ägypten. Das älteste bekannte Rechenbuch der Welt, das Rechenbuch des Ahmes (auch Papyrus Rhind, 17. Jahrhundert v. Chr.), nennt den Wert (16/9)2 = 3,1604.... In Indien benutzte man in den Sulbasutras, den Schnurregeln zur Konstruktion von Altären, den Wert (26/15)2 = 3,0044... für π. In dem astronomischen Werk des Ptolemäus, dem Almagest (ca. 100 n.Chr.), finden sich dann bereits Tabellen von Winkelfunktionen, für welche genauere Werte der Zahl π bekannt gewesen sein müssen. Ptolemäus benutzte den Bruch 377/120 = 3,14167, die Grundlage für diese Berechnung schuf rund 350 Jahre zuvor Archimedes.
Archimedes von Syrakus
Für Archimedes und noch für viele Mathematiker nach ihm war unklar, ob die Berechnung von π nicht doch irgendwann zum Abschluss käme, ob π also eine rationale Zahl sei, was die jahrhundertelange Jagd auf die Zahl verständlich werden lässt. Lange dachte man, es sei nur die richtige Methode zur Berechnung noch nicht gefunden.
die Existenz derartiger Zahlen bekannt, dennoch hatte Archimedes keinen Grund, bei einem Kreis von vornherein eine rationale Darstellbarkeit der Flächenberechnung auszuschließen.
Denn es gibt durchaus allseitig krummlinig begrenzte Flächen, die sogar von Kreisteilen eingeschlossen sind, die sich als rationale Zahl darstellen lassen. Bereits vor Archimedes konnte mittels der so genannten Möndchen, die dem griechischen Mathematiker Hippokrates von Chios (um 450 v. Chr.) zugeschrieben werden, gezeigt werden, dass die Flächen dieser Kreisteile rational ausgedrückt werden können. Mit Hilfe des erweiterten Pythagoreischen Lehrsatzes fanden schon die antiken Mathematiker heraus, dass die Summe zweier über den Segmenten der Katheten errichteter Kreisteile identisch mit der Fläche des zugehörigen rechtwinkligen Dreiecks ist.
Umbeschreibung und Einbeschreibung bis zu 96 Ecken
Häufig versuchten die Forscher, sich mit Vielecken dem Kreis anzunähern und auf diese Weise Näherungen für π zu gewinnen - so auch Archimedes. Archimedes von Syrakus (um 287 v. Chr. - 212 v. Chr.) war ein antiker griechischer Mathematiker, Physiker und Ingenieur. Er bewies, dass das Verhältnis des Umfangs eines Kreises zu seinem Durchmesser sich genauso verhält, wie das Verhältnis der Fläche des Kreises zum Quadrat des Radius. Mit umbeschriebenen und einbeschriebenen Vielecken bis hin zum 96-Eck berechnete er obere und untere Schranken für den Kreisumfang. Er kam zu der für die damalige Zeit äußerst bedeutsamen Abschätzung, dass das gesuchte Verhältnis etwas kleiner als 3 10/70 sein müsse, jedoch größer als 3 10/71:
Archimedes kam über den Bruch 211875/67441 ferner zu der Annäherung 3,14163
Die Bezeichnung "π" stammt nicht von Archimedes, sondern wurde erst 1706 von dem englischen Mathematiker William Jones in seinem Werk A New Introduction to Mathematics für Archimedes Konstante eingeführt; für die Bezeichnung des Kreisumfangs war die Bezeichnung allerdings schon einige Zeit zuvor gebräuchlich. Zum standardisierten endgültigen Durchbruch gelangte der griechische Buchstabe als Bezeichnung der Kreiszahl dann mit seiner Adaption durch Leonhard Euler im Jahr 1734.
Genauer und genauer - von Zu Chongzhi über Ludolph van Ceulen zu John Machin
Wie in manchen anderen gesellschaftlichen und kulturellen Bereichen gab es auch in der Mathematik in den westlichen Kulturen eine sehr lange Zeit der Stagnation nach Ende der Antike und während des Mittelalters. Fortschritte in der Annäherung an π erzielten in dieser Zeit vor allem Chinesische und Persische Wissenschaftler. Um 480 berechnete der chinesische Mathematiker und Astronom Zu Chongzhi (430-501) für die Kreiszahl 3,1415926 < π < 3,1415927, also im Grunde die ersten 7 Dezimalstellen exakt. Der persische Wissenschaftler Jamshid Masud Al-Kashi kalkulierte 1424 bereits 16 Stellen genau.
Im 16. Jahrhundert erwachte dann auch in Europa die Mathematik wieder aus ihrem langen Schlaf. 1596 gelang es Ludolph van Ceulen, die ersten 35 Dezimalstellen von π zu berechnen. Angeblich opferte er 30 Jahre seines Lebens für diese Berechnung. Er war so stolz auf diese Leistung, dass er das Ergebnis auf seinem Grabstein verewigen ließ. Van Ceulen steuerte allerdings noch keine neuen Gedanken zur Berechnung bei. Er rechnete einfach nach der Methode des Archimedes weiter, aber während Archimedes beim 96-Eck aufhörte, führte Ludolph diese bis zum eingeschriebenen 262-Eck fort. Der Name Ludolf'sche Zahl erinnert an seine Leistung.
Der englische Mathematiker John Wallis entwickelte 1665 das nach ihm benannte Wallissche Produkt:
Allmählich wurden die Rechnungen komplizierter, Leibniz steuerte 1671 folgende Formel bei:
Der schottische Mathematiker James Gregory fand im Jahre 1675 folgende Berechnungsformel:
Leonhard Euler führt in seiner im Jahre 1748 erschienenen Introductio in Analysin Infinitorum im ersten Bande π bereits auf 148 Stellen genau an.
Handwerker benutzten in Zeiten vor Rechenschieber und Taschenrechner die Näherung 22/7 = 3,142857... und berechneten damit vieles im Kopf. Der Fehler gegenüber π beträgt etwa 0,04%. Für alltägliche praktische Situationen war das völlig ausreichend.
Eine andere oft genutzte Näherung war der Bruch 355/113 =3,1415929..., immerhin auf sieben Stellen genau.
Keine der bislang entwickelten Formeln konnte zur effizienten Berechnung von Näherungswerten an π dienen, auch die Formel des Inders Srinivasa Ramanujan aus dem Jahr 1914 war dazu noch nicht geeignet:
John Machin berechnete mit seiner Formel von 1706 die ersten 100 Stellen von π. Seine Formel
lässt sich zusammen mit der taylorschen Reihenentwicklung der Arcustangens-Funktion für schnelle Berechnungen verwenden. Diese Formel lässt sich ableiten, indem man sie in Polarkoordinaten der komplexen Zahlen schreibt, beginnend mit
Weitere schöne Berechnungsformeln:
Moderne Näherungsrechnung und Bestimmung
David H. Bailey
1996 entdeckte David H. Bailey, zusammen mit Peter Borwein und Simon Plouffe,
eine neue Formel für π:
Diese Formel erlaubt es auf einfache Weise, die n-te Stelle einer binären oder hexadezimalen Darstellung von π zu berechnen, ohne dass zuvor die n-1 vorherigen Ziffernstellen berechnet werden müssen. Baileys Website [1] enthält eine Herleitung des Verfahrens und auch Implementierungen in verschiedenen Programmiersprachen.
Berechnung mittels Flächenformel
[Bild:] In ein Quadrat eingeschriebener Kreis für die Berechnung mittels Flächenformel
Diese Berechnung nutzt den Zusammenhang aus, dass in der Flächenformel des Kreises π enthalten ist und in Bezug zum Quadrat gesetzt werden kann.
Die Formel für den Flächeninhalt des Kreises mit Radius r: F = π · r²
Die Formel für den Flächeninhalt des Quadrates mit halber Seitenlänge r: F = (2r)²
Daraus ergibt sich, dass das Verhältnis der Flächeninhalte von einem Kreis und seinem umschreibenden Quadrat gerade π/4 ergibt. π selbst lässt sich also als das Vierfache dieses Verhältnisses schreiben.
Programm
Als Beispiel ist ein Algorithmus angegeben, in dem die Flächenformel zur näherungsweisen Berechnung von π demonstriert wird.
Man legt dazu über das Quadrat ein Gitter und berechnet für jeden einzelnen Gitterpunkt, ob er auch im Kreis liegt. Das Verhältnis der Gitterpunkte innerhalb des Kreises zu den Gitterpunkten innerhalb des Quadrats wird mit 4 multipliziert. Die Genauigkeit der damit gewonnenen Näherung von π hängt von der Gitterweite ab und wird mittels r kontrolliert. Mit r = 10 erhält man z.B. 3,17 und mit r = 100 bereits 3,1417.
r = 1000
kreistreffer = 0
quadrattreffer = (2*r)^2
for y = -r to r
for x = -r to r
if wurzel(x^2+y^2) <= r then
kreistreffer = kreistreffer+1
ausgabe 4*kreistreffer/quadrattreffer { 3.141549 }
Statistische Bestimmung
Eine sehr interessante Methode zur Bestimmung von π ist die statistische Methode. Für die Berechnung lässt man zufällige Punkte auf ein Quadrat "regnen" und berechnet, ob sie innerhalb oder außerhalb eines eingeschriebenen Kreises liegen. Das Verhältnis von innen- zu außenliegenden Punkten ist gleich π.
Die Berechnung mittels Flächenformel ist ein Monte-Carlo-Algorithmus. Sie verwendet Wahrscheinlichkeiten und ist deshalb nur eine Näherung von π. Sie ist deshalb nie vollständig korrekt, sondern nur mit einer gewissen Irrtumswahrscheinlichkeit. Durch das Gesetz der großen Zahl steigt jedoch die Genauigkeit mit der Anzahl der vermessenen Punkte.
Der folgende Algorithmus ist in der Programmiersprache Java geschrieben:
public static double berechne_pi (int tropfenzahl) {
double pi = 0;
int innerhalb = 0;
int gesamt = tropfenzahl;
while (tropfenzahl > 0) { //generiere Tropfen und addiere je nach Zugehoerigkeit
double dotx = 2 * Math.random() - 1;
double doty = 2 * Math.random() - 1;
Die Eulersche Identität als Kombination von π mit der ebenfalls irrationalen Eulerschen Zahle und der Imaginäre Einheiti wird als eine der schönsten mathematischen Formeln angesehen.
Die Näherungswerte und -verfahren zur Kreiszahl waren lange Zeit insbesondere für die angewandten Wissenschaften wie etwa im Ingenieurbau sehr wertvoll; die neueren Näherungswerte hingegen haben bereits so viele Stellen, dass ein praktischer Nutzen kaum noch gegeben ist. Es genügen beipielsweise zur Berechnung des Kreisumfangs auf einen Millimeter Genauigkeit
- bei einem Radius von 30 Metern vier Dezimalstellen von π
- bei dem Erdradius zehn Dezimalstellen;
- bei einen Radius mit dem Abstand Erde-Sonne 15 Dezimalstellen;
Bereits mit 100 Dezimalstellen sind auf einen Millimeter genaue Berechnungen für Kreisumfänge möglich, deren Radius die menschliche Vorstellungskraft nahezu sprengt - der derzeitige Näherungsrekord liegt bei 1,241 Billionen Stellen.
Einziger heute erkennbarer praktischer Nutzen dieser aufwändigen Rechnungen liegt in der Möglichkeit, die Computer-Hardware zu testen, da bereits kleine Rechenfehler zu vielen falschen Stellen von π führen würden. Der mathematischen Theorie verhelfen die Berechnungen auf dem Gebiet der Zufallsstatistik zu neuen Erkenntnissen, wie im folgenden Abschnitt beschrieben wird.
Die zur Zeit drängendste mathematische Frage bezüglich π ist, ob sie eine normale Zahl ist, d.h. ob sie zum Beispiel in einer binären (oder jeder anderen n-ären) Zahlendarstellung jede mögliche Binär- bzw. sonstige Zifferngruppe gleichermaßen enthält - so wie dies die Statistik erwarten ließe, wenn man eine Zahl vollkommen nach dem Zufall erzeugen würde. (Beispielsweise findet sich die dem Wort "wiki" entsprechende Bitfolge 10111010010101101001 ab der 889.356.628. Stelle der Binärdarstellung von π.)
In letzter Konsequenz würde dies beispielsweise bedeuten, dass die Kreiszahl alle bisher und zukünftig geschriebenen Bücher irgendwo in codierter Binär-Form enthalten muss.
Bailey und Crandal zeigten im Jahr 2000, dass die Existenz der oben angegebenen Bailey-Borwein-Plouffe-Formel und ähnlicher Ableitungen belegt, dass die Normalität von π zur Basis 2 (wie auch die von verschiedenen anderen Konstanten) auf eine bestehende Vermutung der Chaostheorie reduziert werden kann.
Der derzeitige Rekord der Berechnung von pi wird durch Yasumasa Kanada auf einem HITACHI Supercomputer mit 1,241 Billionen Stellen gehalten.
Der aktuelle Rekord im Auswendiglernen von pi-Nachkommastellen liegt bei 42.195, aufgestellt am 18. Februar1995 vom Japaner Hiroyuki Goto.
Den deutschen Rekord hat Ulrich Voigt am 2. Juni2003 auf 5000 erhöht.
Die ersten eine Million Ziffern von π und ihres Kehrwerts 1/π sind als Datei beim Projekt Gutenberg erhältlich.
Freunde der Zahl Pi gedenken einmal am 14. März der Kreiszahl mit dem π-Tag, der Grund für die Wahl dieses Tages liegt in der amerikanischen Datumsnotation 3/14. Zum anderen wird ein π-Annäherungstag am 22. Juli gefeiert, mit dem die Annäherung von Archimedes an 22/7 geehrt werden soll.
Aus Sternstunden der modernen Mathematik von Keith Devlin: Ein weiteres Beispiel, in dem Pi überraschend eine Rolle spielt, ist das folgende: Wenn man ein Streichholz auf ein Brett wirft, das durch parallele, jeweils eine Streichholzlänge voneinander entfernte Linien unterteilt ist, dann beträgt die Wahrscheinlichkeit, dass das Streichholz so fällt, dass es eine Linie schneidet, genau 2/pi
1981 wurde Carl Sagans Buch Contact veröffentlicht. Das Buch beschreibt das SETI-Programm zur Suche nach außerirdischer Intelligenz und damit verbundene philosophische Betrachtungen. Es endet mit der fiktiven Beantwortung der Frage, ob das Universum zufällig entstanden ist oder planvoll geschaffen wurde. Die Zahl π spielt für die spannende und im Rahmen der Handlung folgerichtige Antwort die zentrale Rolle.
1998 veröffentlichte Darren Aronovsky (Requiem for a Dream) den Film "pi", in dem ein mathematisches Genie (Sean Gullette als "Maximilian Cohen") die Weltformel aus pi herausfiltern möchte.
[Bild:] Wappen Indianas
Im Jahre 1897 gab es im US-BundesstaatIndiana einen Gesetzentwurf, mit dem die Zahl π per Gesetz als 3,2 definiert werden sollte. Der Hobbymathematiker Edwin J. Goodwin war sicher, die Quadratur des Kreises gefunden zu haben. Er schlug der Regierung den Handel vor, auf alle Tantiemen aus der Anwendung seiner Entdeckung in der mathematischen Aus- und Weiterbildung zu verzichten, wenn seine Entdeckung zum Gesetz erhoben würde. Erst nach der Aufklärung durch einen "gestandenen" Mathematiker, der von dem Gesetzesvorhaben zufällig in der Zeitung las, vertagte die zweite Kammer des Parlaments den vom Repräsentantenhaus bereits beschlossenen Entwurf auf unbestimmte Zeit.
Merkregeln
Immer wieder haben lange Zahlenfolgen zu einfachen Merksätzen geführt, bei denen die Anzahl der Buchstaben jeden Wortes jeweils eine Stelle der Zahl anzeigt:
Der im Deutschen sicherlich bekannteste Merksatz ist folgender:
Wie, o dies π. Macht ernstlich so vielen viele Müh, Lernt immerhin, Jünglinge, leichte Verselein, wie so zum Beispiel dies dürfte zu merken sein!
Ausführlich bis auf 31 Stellen:
Nie, o Gott, o guter, verliehst Du meinem Hirne die Kraft, mächtige Zahlreih'n dauernd verkettet bis in die späteste Zeit getreu zu merken; drum hab' ich Ludolfen mir zu Lettern umgeprägt.
Kürzer ist:
Gib O Gott, O Vater Fähigkeit zu lernen!
Oder:
Ist's doch, o Isaak, schwierig zu wissen wofür sie steht!
Viele Stellen hinter dem Komma verbirgt diese englische Eloge:
Now I, even I, would celebrate. In rhymes unapt, the great
Immortal Syracusan, rivaled nevermore, who in his wondrous lore, passed on before, left men his guidance, how to circles mensurate.
Der folgende französische Merkspruch ehrt ebenfalls den Archimedes, lässt dann allerdings an Klarheit zu wünschen:
Que j'aime à faire connaître un nombre utile aux sages! Immortel Archimède, artiste, ingénieur,
Qui de ton jugement peut priser la valeur? Pour moi ton problème eut de pareils avantages.
Dann lieber gleich plancker Nonsens?
How I want a drink, alcoholic of course, after the heavy lectures involving quantum mechanics. All of thy geometry, Herr Planck, is fairly hard.
Jonathan M. Borwein & Peter B. Borwein: Pi and the AGM, Wiley Interscience, 1998, ISBN_047131515X.
Keith Devlin, Sternstunden der modernen Mathematik. DTV, München 1992. ISBN_3423330163
Paul Karlson: Vom Zauber der Zahlen. Eine unterhaltsame Mathematik für Jedermann. (8., völlig neu überarb. Aufl.). Verlag Ullstein, Berlin 1965. ISBN_B0000BJZH4
Egmont Colerus: Vom Einmaleins zum Integral. Mathematik für Jedermann. Rowohlt, 1982 ISBN_34-9916-692-5
Heinrich Tietze: Mathematische Probleme. Gelöste und ungelöste mathematische Probleme aus alter und neuer Zeit. Vierzehn Vorlesungen für Laien und Freunde der Mathematik. C.H. Beck'sche Verlagsbuchhandlung, München 1990 ISBN_34-0602-535-8
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