Herzog Konrad der Jüngere wurde 911 in der KönigspfalzForchheim als Nachfolger seines Onkels Ludwig IV. , dem Kind, zum König des Ostfrankenreichs gewählt. Er war Oberhaupt der Konradiner, einem rheinfränkisch-hessischen Adelsgeschlecht, dessen Einflussbereich sich bis nach Thüringen, Lothringen und an den Niederrhein erstreckte.
Unter König Ludwig IV. gewann Konrad der Jüngere endgültig die Vorherrschaft in Franken gegen den PfalzgrafenAdalbert von Babenberg (854-906), der vom Königsgericht zum Tode verurteilt wurde. Die fränkischen Babenberger aus dem Geschlecht der Popponen kämpften in mehreren Kriegszügen gegen die Konradiner um die Vormacht und verloren nach der Hinrichtung Graf Adalberts 906 alle Ämter und Besitztümer im Herzogtum Franken.
Als Herzog von Franken und Ratgeber am Königshof wirkte Konrad entscheidend an der Regentschaft des Königs mit. Ludwig das Kind war der letzte ostfränkische Karolinger-König und zu jung um das Königsamt mit Macht und Autorität auszustatten. Nach dessen Tod fiel die Wahl folgerichtig auf Ludwigs Neffe Konrad I., wobei der westfränkische Karolinger-König Karl III., der Einfältige, keine Einladung zur Königswahl erhielt. Mit dem Affront gegen Karl den Einfältigen löste sich das Ostfrankenreich aus der dynastischen Bindung an das Westfrankenreich. Der Preis, den König Konrad I. dafür zu zahlen hatte, war Lothringen, das sich der Herrschaft der westfränkischen Karolinger unterstellte und das er auch nach drei Kriegszügen in den Jahren 912 und 913 nicht wieder gewinnen konnte.
Danach wurde die geschwächte Regentschaft König Konrads noch mehr durch Einfälle der Ungarn und Aufstände in den Herzogtümern Schwaben, Bayern und Sachsen erschüttert. Sein Herrschaftsbereich reduzierte sich de facto auf das fränkische Stammland. Nach seinem Tod wurden in Forchheim Herzog Arnulf von Bayern und in Fritzlar Herzog Heinrich von Sachsen als Nachfolger gewählt. Im Kampf um die Königsherrschaft siegte danach Sachsenherzog Heinrich I., den Konrad I. der Sage nach als seinen Nachfolger für die Königswahl benannt haben soll.
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