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Konkordante Bibelübersetzung

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Inhaltsverzeichnis


1 Definition

2 Ziel der Methode

3 Technik der Übersetzung

  3.1 Grundsätze

  3.2 Beispiele

  3.3 Auseinandersetzung

4 Beispiele für Konkordante Bibelübersetzungen in deutscher Sprache

1 Weblinks

2 Literatur


Definition

Ein konkordante Bibelübersetzung ist eine Übersetzung der Bibel, bei der für jeden Begriff in der Ursprache nach Möglichkeit immer das gleiche Wort der Zielsprache verwendet wird und umgekehrt möglichst unterschiedliche Wörter der Ursprache auch mit unterschiedlichen Begriffen in der Zielsprache wiedergibt.


Ziel der Methode

Konkordante Bibelübersetzungen wurden mit dem Ziel entwickelt, wieder zurück zum eigentlichen Text zu finden und persönliche theologische Auslegungen oder gerade herrschende theologische Meinungen beim Wortfindungsprozess zurück zu drängen.


Technik der Übersetzung

Mit Hilfe einer Konkordanz wird für jedes Wort eine Übersetzung gesucht, die an allen Stellen einsetzbar ist. Dadurch wird der Text mit sich selbst ausgelegt. Das Ergebnis ist nach Ansicht der Befürworter dieser Methode eine außergewöhnlich objektive Bibelübersetzung, die besonders zum eigenen Studium unschätzbaren Wert habe.


Grundsätze

Konkordante Übersetzungen gehen von folgenden Grundsätzen aus:


  • Die Bibel ist sprachlich anders zu behandeln als säkulare Texte. Der Respekt gegenüber den Feinheiten des Textes ist besonders stark ausgeprägt
  • Gleiche Wörter im Grundtext haben jeweils die gleiche Bedeutung, also sollte der Übersetzer möglichst nicht nachträglich Unterschiede herstellen.
  • Unterschiedliche Wörter im Grundtext drücken jeweils etwas anderes aus, also sollten auch in der Übersetzung unterschiedliche Wörter verwendet werden.
  • Gewisse Übersetzungen von Wörtern die als kirchliche oder theologische Tradition angesehen werden (z.B. der von Tertullian eingeführte Begriff "verdammen" für "verurteilen"), werden abgelehnt.


Beispiele

  • Der Zeitbegriff "Äon" wird in Auslegungen teils mit "Ewigkeit", teils mit "Zeitalter" interpretiert, obwohl die Übersetzung mit "Zeitalter/Äon" an allen Stellen paßt. Ausschlag gebend waren hier in herkömmlichen "Übersetzungen" theologische Vorstellungen (z.B. "Strafe für Nichtgläubige müsse für die Ewigkeit sein und kann nicht nur ein Zeitalter andauern"). Der Begriff "aion" wird in konkordanten Übersetzungen so übersetzt, dass die Übersetzung an allen Stellen verwendet werden kann (in diesem Fall Zeitalter oder Äon). Auch Wortstämme werden in konkordanten Übersetzungen deutlich, das Adjektiv "äonisch" wird entsprechend übersetzt (statt teils mit Welt, teils mit ewig, wie bei Luther).

  • Luther übersetzte "Hades" 5-mal mit dem heidnischen Begriff "Hölle« (z.B. in Mat. 16:18), außerdem 2-mal mit "Toten", 2-mal mit "Totenwelt", 1-mal mit "sein Reich". Den völlig anderen Begriff "Geenna" übersetzte Luther 8-mal ebenfalls mit "Hölle« (u.a. Mat. 5:22,29,30; 18:9; Mrk. 9:43, 45, usw.) und 4-mal mit "höllisch". In konkordante Übersetzungen ist eine derartige Vielfalt ausgeschlossen. Sie übersetzen klar unterscheidbar und an allen Stellen gleich (z.B. Hades=Ungewahrtes, Gehenna=Gehenna); den Begriff "Hölle" lehnen sie zudem meist als unbiblisch ab und verwenden ihn gar nicht.


Auseinandersetzung

Einige Sprachwissenschaftler sehen konkordante Übersetzungen als problematisch an, da Sprachen sich bezüglich Wortbedeutungen nie ganz entsprechen und daher eine konkordante Übersetzungsmethode zwangsläufig zu Verzerrungen führen muss (Beispiel deutsch/englisch: Tisch/table, Tischkalender/desk calendar Tischgebet/grace - englisch/deutsch: table/Tisch table/Tabelle table/Verzeichnis tables/Tafel ).


Vertreter der konkordanten Methode geben zu, dass sich nicht jeder Text sinnvoll konkordant übersetzen läßt. Im Fall der Bibelübersetzung allerdings war diese Methode nach ihrer Ansicht erfolgreich, da die als Argument angeführte Mehrdeutigkeit der dort verwendeten Begriffe in der Bibel nicht in dem Umfang auftrete, wie in anderen Texten. Vorliegende konkordante Übersetzungen würden dies eindrucksvoll zeigen.

Kritiker meinen beispielsweise, dass durch die Entscheidung für einen Begriff der Sinn des Textes und die daraus folgende Auslegung beeinflusst werden: es sei ein großer Unterschied, ob z.B. αιων mit Zeitspanne oder mit Ewigkeit übersetzt wird. Wenn dafür "Äon" gewählt wird, ist das auf den ersten Blick neutral - die Auslegung entscheidet sich aber dann bei der Frage der Definition von Äon (begrenzter oder unbegrenzter Zeitraum), die ja nach der Hermeneutik der konkordanten Bibelübersetzungen in allen Fällen gleich sein muss.


Dazu sagen Vertreter der konkordanten Methode, dass gerade am Bespiel "Äon" deutlich werde, wie willkürlich in diskonkordanten Bibelübersetzungen zwischen den beiden angeblich möglichen entgegengesetzten und tatsächlich sehr unterschiedlichen Bedeutungen "Zeitalter" und "Ewigkeit" ausgewählt wird. Objektiver und neutral gegenüber Kirchendogmen kann eine Übersetzung nur werden, wenn die Version, die kontextlogisch an allen Stellen einsetzbar ist, verwendet wird.

Kritiker sagen zudem, dass bei der durchaus unterschiedlichen Struktur, Herkunft und dem unterschiedlichen Alter der Texte nicht davon ausgegangen werden dürfe, dass gleiche Vokabeln in allen Texten die gleiche Bedeutung haben. Insbesondere im biblischen Hebräisch, mit einem Wortschatz von nur 700 Wörtern, sei es nicht möglich, ein Wort in der Zielsprache zu finden, dass das gleiche Bedeutungsfeld abdeckt (dabhar z.B. kann "Wort", "Ding" oder "Handlung" bedeuten).


Befürworter der konkordanten Übersetzungen sagen, dass sich gerade in der sehr korrekten Verwendung aller Begriffe Gottes Wirken in der Entstehung der Heiligen Schrift zeige. Sie geben zu, dass dies ein Glaubensdatum ist. Dass diese Methode der Übersetzung im Fall der Bibel praktisch möglich ist, zeigen die vorliegenden Versionen, die lesbar sind, bestimmte traditionelle Kirchenlehren inhaltlich allerdings tatsächlich nicht bestätigen. Kriterium für die Richtigkeit ist allerdings für sie nicht, ob das Ergebnis einer Übersetzung mit der vor der Übersetzung herrschenden Kirchenlehre übereinstimmt. Sie weisen außerdem darauf hin, dass durch die systematische, nachvollziehbare und wissenschaftliche Methode der Bibelübersetzung, die an Dogmen angepasste Interpretationen nicht mehr zuläßt, die konkordante Übersetzungsmethode fälschlicherweise in den Ruf gekommen, bestimmte Dogmen abzulehnen (z.B. die der ewigen Verdammnis) und somit eine bestimmte Theologie zu bevorzugen. Ihrer Meinung ist das Gegenteil ist der Fall, denn die absolute Objektivität war ja das Ziel.

Ein weiterer Einwand ist, dass sich, wie bei allen Bibelübersetzungen, auch hier die Frage der Authentizität des Ausgangstextes stelle (siehe auch Masoreten). Da das Hebräische einige Wortwurzeln kennt, die sich ohne masoretischen Text nicht unterscheiden, würde das Ausblenden bestimmter Deutungs- und Übersetzungstraditionen dazu führen, dass andere Übersetzungstraditionen bevorzugt werden.


Ausserdem zeige es sich in der Praxis, dass die Leser konkordanter Übersetzungen oft theologische Sichtweisen vertreten, die der Auslegung der Mehrheit der griechischsprachigen (also nicht von Übersetzungen abhängigen) Kirchenväter widersprechen und außerhalb des ökumenischen Konsensus der großen Kirchen liegen.


Da die Übersetzung nach konkordanter Methode nicht immer die traditionelle Kirchenlehre bestätigt hat, haben sich daraus durchaus andere Sichtweisen ergeben. Sichtweisen allerdings, so meinen sie (Verfechter konkordanter Übersetzungen), die sich näher an der Bibel orientieren.

Beispiele für Konkordante Bibelübersetzungen in deutscher Sprache

  • Konkordantes Neues Testament (KNT)
  • Münchener Neues Testament (MNT)
  • "Die Geschriebene", auch DaBhaR-Übersetzung


Weblinks

Pro:




Kontra:




Literatur

Michaelis, Wilhelm Dr. theol. Prof.: Übersetzungen, Konkordanzen und Konkordante Übersetzungen des Neuen Testaments, Verlag von Heinrich Majer, Basel, 1947


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