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Konfirmation

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Konfirmation (von lat. confirmatio "Befestigung, Bekräftigung") ist eine feierliche Segenshandlung der evangelischen Kirche.


Inhaltsverzeichnis


1 Praxis und Bedeutung

2 Vorbereitung

3 Kritik

4 Geschichte

5 Literatur

6 Weblinks


Praxis und Bedeutung

Die Konfirmation wird im Rahmen eines Festgottesdienstes vollzogen, in dem Jugendliche im Alter von etwa 14 Jahren ihren Glauben durch das öffentliche Sprechen des Glaubensbekenntnisses bekräftigen sollen. Damit wird an ihre Taufe als Kind angeknüpft, bei der Eltern und Paten stellvertretend für sie den Glauben bekannt haben.


In einigen evangelischen Kirchen (Methodisten, Altreformierte u.a.) gibt es kein fest gelegtes Konfirmationsalter. Jugendliche bzw. Erwachsene sollen ihren Glauben erst dann bekräftigen, wenn sie sich dazu innerlich in der Lage sehen.


Die Konfirmation ist gewöhnlich mit einem Familienfest und Geschenken verbunden und findet meist um das Osterfest herum statt, traditionell am Sonntag vor Ostern, dem Palmsonntag, oder am Sonntag nach Ostern, dem Weißen Sonntag.


Die Konfirmanden empfangen den Segen durch Handauflegung sowie einen biblischen Konfirmationsspruch, der sie weiter durch ihr Leben begleiten soll. Danach (heute oft auch am Vorabend oder zu einem anderen geeigneten Zeitpunkt) nehmen sie häufig zum ersten Mal am Abendmahl teil. Seit in einigen evangelischen Landeskirchen das Kinderabendmahl eingeführt wurde, verliert diese Zulassung zum Abendmahl jedoch zunehmend an Bedeutung.


Vorbereitung

Die Vorbereitung auf die Konfirmation dauert je nach Landeskirche ein bis zwei Jahre. Üblicherweise findet der Konfirmandenunterricht einmal wöchentlich statt und wird von einem Pfarrer abgehalten. Während dieser Zeit sind die Konfirmanden angehalten, öfters Gottesdienste ihrer Gemeinde zu besuchen. Allerdings ist das Interesse an der Teilnahme an den Gottesdiensten unter den angehenden Konfirmanden im Bereich der Landeskirchen im Allgemeinen sehr gering, so dass die meisten Kirchengemeinden seit vielen Jahren ein Kontrollsystem eingeführt bzw. eine Mindestbesuchszahl als Voraussetzung für die Zulassung zur Konfirmationsfeier festgelegt haben. Wurden früher im Konfirmandenunterricht viele Glaubensinhalte ausführlich behandelt und große Teile des Katechismus sogar auswendig gelernt und das Gelernte in strengen Abfragen überprüft, so sind die Vorbereitungsstunden mittlerweile bisweilen bloße Diskussionsrunden. Einzelne Konfirmanden räumten ein, dass kein einziges Mal gemeinsam in der Bibel gelesen wurde.


Kritik

Ein Großteil der Konfirmanden nimmt vor allem aus familiären und pekuniären Gründen an der Konfirmationsfeier teil. Der Glaube an Gott, Jesus Christus oder die Bibel spielt nur in wenigen Fällen eine Rolle für die Teilnahme an der Konfirmationsfeier, wie religionssoziologische Untersuchungen zeigen. Das führt in evangelikalen und einigenen freikirchlichen Kreisen zur Kritik an der Konfirmationspraxis der evangelischen Landeskirchen. Sie sehen in der formellen Einsegnung anlässlich der Konfirmationsfeier eine de facto "Aussegnung": Für viele Konfirmanden ist die Feier der vorläufig letzte Kontakt mit ihrer Kirchengemeinde.


Mit der Kritik an der landeskirchlichen Konfirmation ist in einigen Punkten eine Kritik an der Praxis der Kindertaufe verbunden. Denn eine Konfirmation im religionsmündigen Alter ist nur nötig, weil die Kinder zuvor als Unmündige (in der Regel noch als Säuglinge) getauft wurden. Tauf- wie Konfirmationspraxis müsse auf einer mündigen Entscheidung für den christlichen Glauben beruhen.


Geschichte

Den Namen hat die Konfirmationsfeier mit dem katholischen Sakrament der Firmung gemeinsam, dessen lateinischer Name ebenfalls confirmatio ist. Die evangelische Konfirmation, die von Martin Luther übrigens abgelehnt wurde, geht auf den Straßburger Reformator Martin Bucer zurück. Flächendeckend konnte sie sich erst im 18. Jahrhundert durchsetzen, als der Pietismus in Deutschland zunehmend die Bedeutung des persönlichen Bekenntnisses betonte. Weil lange Zeit die Konfirmation mit dem Ende der Schulzeit zusammenfiel, war sie auch - und ist sie nach wie vor - ein wichtiges bürgerliches Schwellenritual, das den Übergang zum Erwachsensein markiert(e).


In der DDR wurde die evangelische Konfirmation von staatlicher Seite stark bekämpft. Es gelang dort, die Bedeutung der Konfirmationsfeier weitgehend durch die Jugendweihe zu verdrängen. Verzeichnete die Anzahl der Konfirmationen im Bereich der neuen Bundesländer nach dem Ende der DDR und der Wiedervereinigung zunächst wieder eine deutliche Zunahme, ist die Jugendweihe dort inzwischen wieder auf dem Vormarsch, nicht zuletzt weil im Osten Deutschlands die beiden großen christlichen Konfessionen nur eine untergeordnete Rolle spielen und sich die überwiegende Mehrheit der Bevölkerung als konfessionslos bezeichnet.


Die Schweizer Reformierte Kirchen kennen heute Kindertaufe und Kinderabendmahl, die Konfirmation erfolgt traditionell mit 16 Jahren. Mit der jungen Einführung des Schuljahrendes im Sommer ist die alte Selbstverständlichkeit der Konfirmation an Palmsonntag hinfällig geworden. Die 16jahr-Grenze markiert hierzulande den Abschluss der obligatorischen Schulpflicht. Für breite Bevölkerungsschichten bedeutet die Konfirmation somit den Eintritt ins Erwachsenenleben; in der Kirche des Kanton Baselland treten die Konfirmierten ins Stimmrecht und in das aktive und passive Wahlrecht der Kirchengremien ein. Beide Deutungen der Konfirmation als Abschluss des kirchlichen Unterrichtes, resp. Eintritt ins Erwachsenenleben oder als Bestätigung der Taufe sind möglich.


Taufgesinnte Freikirchen wie zum Beispiel die Baptisten kennen keine Konfirmation, da erst mit der Gläubigentaufe die Aufnahme in die volle Mitgliedschaft der Gemeinde erfolgt. Allerdings wird in diesen Kirchen ein zwei- bis dreijähriger Bibelunterricht für 12- bis 14jährige angeboten. Am Ende dieses Unterrichts steht ein besonderer Abschlussgottesdienst.


Literatur

Weblinks



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