Kolonisationen gibt es seit der frühesten Geschichte. Eine Kolonisation war mit zahlreichen Begleiterscheinungen verbunden.
Es gab u.a. die Kolonisation
unbewohnten Landes.
von bewohnten Gebieten, die mit der Unterwerfung und wirtschaftlichen Ausnutzung einherging.
von bewohnten Gebieten, die mit der Ausrottung der einheimischen Bevölkerung, und Besiedlung durch die Kolonisatoren einherging
von unterentwickelten Gebieten (auch eigenen Territorien) und deren damit einhergehender Höherentwicklung
Kolonisation ist von Kolonialismus als Herrschaftsprinzip zu unterscheiden.
Ursachen für Kolonisation
Kolonisation kann verschiedene Gründe haben. Zu Zeiten, in denen der Handel unsicher war, war oft Ressourcenknappheit eine Hauptursache. Man benötigte direkten Zugriff auf Ressourcen im fremden Gebiet. Damit ging oft die Überbevölkerung eines Landstriches einher. Ein weiterer Grund war die Suche nach Macht und Wohlstand, ohne dass eine zwingende Notwendigkeit gegeben wäre. Weiterhin gab es oft Kolonisation aufgrund von religiöser und politischer Verfolgung. Im 19. Jahrhundert, mit dem Aufkommen der Nationalstaaten kam als weiterer Grund das Expansionsstreben von Nationen hinzu. Kolonien waren Prestigeobjekte. Diese Art der Kolonisation aus reinem Expansionsstreben bezeichnet man als Imperialismus.
Geschichte der Kolonisation
Antike
In der Antike gab es drei hauptsächliche Kolonialmächte: Die Phönizier, die Griechen und die Römer. Während die ersten beiden meist lokal begrenzte Städte gründeten und mit der ansässigen Bevölkerung vornehmlich Handel trieben, war die römische Kolonisation (wenn man überhaupt von einer solchen sprechen kann) darauf ausgerichtet, ganze Landstriche zu unterwerfen.
Phönizische Kolonisation
Anfang des 1. Jahrtausend v. Chr. machte sich in Phönizien Ressourcenknappheit bemerkbar. Phönizische Händler begannen an der nordafrikanischen Küste Niederlassungen zu errichten. Später stoßen sie bis zur Straße von Gibraltar vor. Bekannteste Gründung war die Stadt Karthago im heutigen Tunesien. Karthago selbst sollte mehrere Jahrhunderte lang führende Macht im westlichen Mittelmeerraum bleiben.
Griechische Kolonisation
Bei den Griechen gab es in der Antike mehrere Kolonisationsbewegungen:
Umstritten ist, ob es bereits mykenische Kolonien gab. Vor allem im 14. und 13. Jh. v. Chr. sind mykenische Keramik und andere griechische Produkte zwar in vielen Gegenden des Mittelmeer-Gebiets verbreitet, eindeutige Beweise für Kolonien fehlen bislang, wenn man von dem bereits minoisch besiedelten Milet absieht. Zumindest mykenische Viertel werden aber für Zypern und Süditalien (Scoglio del Tonno) angenommen.
Die "ionische Kolonisation", bei der - nach antiken Quellen - ab ca. 1050 v. Chr. Städte an der Westküste Kleinasiens (wieder-?)besiedelt wurden. Dass sie stattgefunden hat, gilt als sicher, wann genau und aus welchen Motiven ist umstritten.
Die "Grosse Griechische Kolonisation" zwischen ca. 750 und 550 v. Chr. Gründung zahlreicher Kolonien vor allem in Süditalien ("Magna Graeca"), auf Sizilien und Nordwest-Kleinasien (strittig, ob nicht schon früher durch Griechen besiedelt!) sowie - vornehmlich durch Milet - in Ägypten und rund um das Schwarze Meer. Im Mittelmeer standen die griechischen Kolonisten im Wettstreit mit den Phöniziern. Auf Korsika vereitelten Phönizier griechische Kolonisationsversuche, dafür drangen die Griechen schließlich bis an die Rhone-Mündung und nach Nordost-Spanien vor.
Die Kolonisation unter Alexander d. Gr. und seinen Nachfolgern ab dem letzten Drittel des 4. Jh. v. Chr. Zwar waren es Eroberungsfeldzüge, aber es wurden in den teils sehr weit entfernten unterworfenen Gebieten viele neue Städte gegründet, in denen sich Griechen ansiedelten. Unter diesem Blickwinkel kann man hier ebenfalls zurecht von einer Kolonisation sprechen.
Mittelalter
Aufgrund häufiger Kriege, dem Fehlen einer zentralen Macht und einem durch Krankheit und Armut bedingten Bevölkerungsschwund war im Mittelalter bis auf wenige Ausnahmen kein Interesse an einer Kolonisation gegeben.
Im späten Mittelalter waren es die deutschen Ordensritter, die im Baltikum Städe gründeten und auf diese Weise die deutsche Sprache und Kultur in den Osten trugen. Siehe auch unter Ostdeutsche Kolonisation.
Zeitalter der Entdecker
Im ausgehenden Mittelalter entdeckte Europa sein Interesse für fremde Länder. Es waren vor allem wirtschaftliche und religiöse Gründe, die dabei eine vorrangige Rolle gespielt haben. Marco Polo, ein venezianischer Kaufmann, hat mit seiner Chinareise im 13. Jahrhundert das Zeitalter der Entdeckungen eingeleitet. Zwar ist die Authentizität seiner Reiseberichte umstritten, trotzdem waren die Erzählungen über China Inspiration für spätere Zeiten. Vor allem die Suche nach Gold, der Mangel an Gewürzen und eine zunehmende Behinderung des Handels mit dem Orient veranlassten dann im 15. Jahrhundert die Portugiesen, einen Seeweg nach Indien zu suchen. Der Bruder des Königs, der Infante Heinrich der Seefahrer, stattete eine Reihe von Expeditionen aus, die sich an der Westküste Afrikas vorschifften. Die ersten Niederlassungen entstanden als portugiesische Handels- und Nachschubsposten auf den Inseln vor Afrika (z.B. Madeira, aber auch an der westafrikanischen Küste (z.B. Elmina).
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