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Kohlenstoff

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Tabelle


Kohlenstoff (von lat. carbo = Holzkohle oder lat. carbonium = Kohlenstoff)


ist ein chemisches Element.


Inhaltsverzeichnis


1 Modifikationen des Kohlenstoff

2 Atommodell des Kohlenstoffs

  2.1 Diamant (sp3) Struktur

  2.2 Graphit (sp2) Struktur

  2.3 Dreifach (sp1) Bindung

3 Erscheinungsformen des Kohlenstoffs

  3.1 Diamant

  3.2 Graphit

  3.3 Fullerene

  3.4 Kohlenstoffnanoröhren

  3.5 Kohlenstoffnanoschaum

  3.6 Kohlenstoff-Fasern

  3.7 Ruß

  3.8 Glaskohlenstoff

  3.9 Kohlenstoff-Verbindungen

4 Siehe auch

5 Weblinks


Modifikationen des Kohlenstoff

Elementarer Kohlenstoff kommt in zwei Modifikationen vor: Diamant und Graphit. Makroskopisch sind die Eigenschaften nahezu diametral.


Graphit ist ein guter elektrischer Halbleiter von tiefschwarzer Farbe. Er ist leicht spaltbar und dient als Schmiermittel. Diamant hingegen ist ein sehr guter Isolator und transparent. Außerdem ist Diamant das härteste bekannte Material und wird als Schleifmittel eingesetzt. Alle Werkstoffe auf Kohlenstoff-Basis lassen sich auf diese beiden Grundtypen zurückführen (s.u.).


Atommodell des Kohlenstoffs

Das Modell der Atom- und Molekülorbitale veranschaulicht, wie es zu der unterschiedlichen Ausprägung der Erscheinungsformen des Kohlenstoffs kommt.


Kohlenstoff besitzt sechs Elektronen. Nach dem Schalenmodell


besetzen zwei Elektronen die innere 1s-Schale. Das 2s-Niveau der zweiten


Schale nimmt ebenfalls zwei Elektronen auf, zwei weitere das 2px- und 2py-


Niveau. Nur die vier äußeren Elektronen der zweiten Schale treten chemisch in Erscheinung.


Die Aufenthaltswahrscheinlichkeit der Elektronen in einem s-Niveau ist kugelförmig. In einem p-Niveau ist sie anisotrop. Die


Elektronen bevölkern einen tropfenförmigen Raum, jeweils einen Tropfen links und rechts vom Zentrum entlang der x-Achse, wenn man sich das Atom im Zentrum eines kartesischen Koordinatensystem plaziert vorstellt. Senkrecht dazu stehen das py- und pz-Orbital.


Diamant (sp3) Struktur

[Bild extern:] Vier sp3-Orbitale richten sich tetraedrisch in gleichem Winkel zueinander aus.


Wird ein Kohlenstoff-Atom in einen angeregten Zustand versetzt, hybridisieren die s und p Niveaus und bilden gemeinsam neue


Aufenthaltswahrscheinlichkeiten für die Elektronen aus. Beteiligen sich das s-


und alle drei p-Orbitale, spricht man von einer sp3 Hybridisierung. Die Orbitale nehmen eine langgestreckte Tropfenform an. War sie bei den p-


Orbitalen spiegelsymmetrisch zum Mittelpunkt angeordnet, erscheinen sie jetzt keulenartig in eine Richtung verlängert. Das Bild veranschaulicht die


Hauptkeulen, die Nebenkeulen wurden der Übersichtlichkeit wegen fortgelassen.


Die vier sp3-Orbitale orientieren sich symmetrisch zueinander im Raum,sie nehmen die Form eines Tetraeders an.


Überlappen sich die sp3-Orbitale angeregter Atome, bilden sie feste


kovalente Bindungen. Sie bilden das Grundgerüst des


Diamantgitters (siehe Kristallstruktur dort.)


Graphit (sp2) Struktur

[Bild extern:] Drei sp2-Orbitale richten sich in einer Ebene symmetrisch (hexagonal) zueinander aus.


Beteiligen sich nur 2 der p-Orbitale an der Hybridisierung, entstehen die sog. sp2-Orbitale. Die sp2-


Orbitale richten sich senkrecht zum übriggebliebenen p-Orbital aus. Steht z. B. das p-Orbital senkrecht auf der x-y-Ebene, liegen die sp2-


Orbitale symmetrisch in der x-y-Ebene. Sie haben den gleichen Winkel von 120°


zueinander. Das Bild links veranschaulicht die Situation. Das p-Orbital ist der Übersichtlichkeit wegen fortgelassen worden.


Angeregte sp2-Kohlenstoff-Atome reagieren miteinander und bilden feste kovalente Bindungen, aber nur in einer Ebene. Ihre Struktur ist hexagonal, d.i. die Grundstruktur der Planarebenen des Graphits (siehe Kristallgitterstruktur dort). Die übriggebliebenen p-Orbitale wechselwirken ebenfalls untereinander. Sie formen die pi-Bindungen mit deutlich geringeren Bindungsenergien als die sigma-Bindungen der sp2 bzw. sp3-


Orbitale.


Chemisch spechen wir von einer Doppelbindung. Die Schreibweise C=C


vernachlässigt den unterschiedlichen Charakter beider Bindungen.


Die Bindungsenergie der diamantartigen tetraedrischen sp3-Einfachbindung 'C-C'


liegt bei 350 kJ/mol, die der graphitartigen hexagonalen sp2-Doppelbindung C-C


nur um 260 kJ/mol höher.


In einem Kohlenstoff-Ring mit sechs Kohlenstoff-Atomen stabilisiert sich die pi-Bindung durch Delokalisierung der Elektronen innerhalb des Rings (mehr dazu siehe


Benzol).


Dreifach (sp1) Bindung

Wenn nur ein p-Orbital mit dem s-Orbital hybridisiert, formen sich zwei linear angeordnete Bindungskeulen. Orientieren wir sie entlang der x-Achse, zeigen die verbliebenen p-Orbitale in y- und z-Richtung. Zwei Atome formen eine Kohlenstoff-Dreifachbindung. Die pi-Bindung lokalisiert die


Elektronen zwischen den beiden Atomen, weitere Atome können nicht in den


Verband aufgenommen werden. Das Gas Acetylen HC --- CH ist die größtmögliche Struktur auf Basis der sp1-Bindung.


Erscheinungsformen des Kohlenstoffs

Elementarer Kohlenstoff existiert in drei Modifikationen, basierend auf den


Bindungsstrukturen sp3, sp2 und sp1. sp1 tritt makroskopisch nicht in Erscheinung. Unterschiede in der Anordnung von sp2-gebundenen


Kohlenstoff-Atomen werden manchesmal als gesonderte (makroskopische)


Modifikation bezeichnet.


Diamant

Die sp3-kovalent tetragonal gebundenen Kohlenstoff-Atome besitzen keine freien Elektronen. Das Material ist deshalb ein Isolator, das Licht nicht absorbiert. Diamant ist metastabil, unter schonenden Bedingungen wandelt er sich bei hohen Temperaturen um in Graphit.


(siehe Diamant).


Graphit

Die sp2-kovalent hexagonal gebundenen Kohlenstoff-Atome formen hochfeste


Ebenen. Die Ebenen untereinander sind nur locker über


Van-der-Waals-Kräfte gebunden. Makroskopisch dominiert die Spaltbarkeit entlang der Planarebenen. Die Festigkeit der Ebenen tritt nicht in Erscheinung, dafür sind sie zu dünn (siehe Graphit).


Fullerene

Eine hexagonale Struktur ist planar. Ersetzt man einige Sechsecke durch


Fünfecke, entsteht eine räumliche Struktur, ein Fußball-Molekül. Hier liegen die sp2-Bindungen nicht in einer Ebene, sondern sind räumlich zu einer Kugel geformt sind. Die kleinste mögliche Fußballstruktur erfordert 60


Kohlenstoff-Atome. Die Molekülkugeln untereinander binden sich über eine schwache Van-der-Waals-Wechselwirkung, genauso wie beim Graphit (siehe Fulleren).


Kohlenstoffnanoröhren

Die vierte Form von Kohlenstoff sind zylindrisch angeordnete, sp2-gebundene Kohlenstoffatome. Ihre Geometrie entsteht aus einer planaren Schicht Graphit, die zu einem Zylinder aufgerollt wird. Die entstandene Röhre kann zusätzlich noch verdreht sein, wodurch sich die elektrischen Eigenschaften ändern. Es können mehrere einwandige Röhren konzentrisch ineinander liegen, so dass man von multiwalled carbon nanotubes (MWCNT) spricht, im Gegensatz zu single-walled carbon nanotubes (SWCNT). (siehe Kohlenstoffnanoröhren)


Kohlenstoffnanoschaum

Die fünfte Form von Kohlenstoff ist eine zufällig orientierte, netzartige Anordnung von Kohlenstoff-Clustern, die einen durchschnittlichen Durchmesser von je sechs bis neun Nanometern besitzen. Sie hat mit zwei Milligramm/Kubikzentimeter die niedrigste Dichte aller bekannten Feststoffe und weist als erste Form reinen Kohlenstoffs bei Raumtemperatur ferromagnetische Eigenschaften auf, wenn auch nur für wenige Stunden nach der Herstellung. Bei weniger als 90 Kelvin wird sie wieder magnetisiert. Der Stoff ist ein Halbleiter.


Kohlenstoff-Fasern

Kohlenstoff-Fasern bestehen aus graphitartig sp2-gebundenem Kohlenstoff.


In einer Idealfaser liegen die Grapitlagen geordnet wie in einer langen Papierrolle vor, die Graphitebenen orientiert entlang der Faserachse. In Wirklichkeit sind die Ebenen stark gestört und bilden nur lokale Ordnungen aus. Das Maß der Störung beeinflusst die Festigkeit (siehe Kohlenstofffaser).


Ruß

Ruß besteht ebenfalls aus Kohlenstoff auf Graphitbasis. Je reiner der Ruß,desto deutlicher treten die Eigenschaften von Graphit hervor. Lampen-


oder Kerzenruß ist stark mit organischen Verbindungen verunreinigt, die die Bildung größerer Graphit-Verbände verhindern (siehe Ruß)


Glaskohlenstoff

Glasartiger Kohlenstoff ist eine Kohlenstoffform mit ausgeprägter struktureller Fehlordnung und glasartigem Bruchbild. Die Kohlenstoffatome mit sp2-Bindung sind in ebenen Schichten mit hexagonaler Symmetrie angeordnet. Im Gegensatz zu Graphit sind diese Schichten bei glasartigem Kohlenstoff nicht regelmäßig über größere Bereiche hinweg geordnet. Bänder aus graphitisch geordneten, übereinander geschichteten Strukturen bilden eine polymerähnliche Knäuelstruktur.


Glasartiger Kohlenstoff ist im Makrobereich porenfrei, zwischen den Graphitschichten sind aber zahlreiche Hohlräume vorhanden. Ähnlich wie bei Gläsern beträgt der Durchmesser etwa 1 bis 3nm.


Folgen der strukturellen Fehlordnung sind die geringe Dichte, die im Vergleich zu Graphit geringere elektrische und thermische Leitfähigkeit und die Isotropie des Werkstoffs. Trotz der aufgeweiteten Struktur beträgt die Helium-Permeabilität nach der Vakuumverfallsmethode nur 10-11 cm2 s-1.


Eine der interessantesten Eigenschaften von glasartigem Kohlenstoff ist die Hochtemperaturbeständigkeit im Vakuum oder Inertgas bis 3000°C. An Luft ist Glaskohlenstoff bis ca. 600°C beständig.


Glaskohlenstoff bildet auf Grund der starken Fehlordnung keine Interkalationsverbindungen. Die Folge ist die außerordentlich hohe Korrosionsbeständigkeit gegen saure und alkalische Reagenzien und Schmelzen. Lediglich Sauerstoff über 600°C und oxidierenden Schmelzen greifen Glaskohlenstoff an. Die hohe Reinheit des Werkstoffs prädestiniert Ihn für Anwendungen in der Analytik, Halbleiter- und Reinststofftechnik. Da Gefäße aus glasartigem Kohlenstoff keine Memory-Effekte zeigen, ist das Material im Bereich der Ultraspurenanalytik vielseitig einsetzbar. Weitere Informationen: www.htw-germany.com


Kohlenstoff-Verbindungen

Einige Verbindungen des Kohlenstoffs gehören zur anorganischen Chemie:




Anorganische Verbindungen, in denen Kohlenstoff vorkommt:




Die gesamte lebende Natur basiert auf so genannten organischen Kohlenstoff-Verbindungen, hauptsächlich in Verbindung mit Wasserstoff, Sauerstoff und Stickstoff. Zwischen der Erde, ihren Ozeanen und der Erdatmosphäre findet ein kontinuierlicher Fluss von Kohlenstoff statt. Diesen Prozess nennt man Kohlenstoffzyklus.


Die organische Chemie umfasst, aufgrund der Fähigkeit des Kohlenstoffs, lange Ketten und kovalente Bindungen mit anderen Atomen zu bilden, mehr Verbindungen als die gesamte anorganische Chemie. Auch die Biochemie ist ein Teil der organischen Kohlenstoffchemie.


Siehe auch



Weblinks



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