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Königreich Neapel

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Die Entstehung des Königreiches

Im Jahre 1139 entrissen normannische Soldaten die Stadt Neapel dem Byzantinischen Dux (Herzog) Sergius VII. und gliederten sie in das von Roger II. gegründete Königreich Sizilien ein.


Durch die Heirat der Erbtochter Rogers II., Konstanze, mit dem Staufer Heinrich VI. (1186) kam Sizilien (und damit auch Neapel) an die Staufer und erlebte unter Kaiser Friedrich II. 1220-1250 seine Glanzzeit. Er errichtete einen streng zentralistisch regierten Beamtenstaat, der nach seinem Tod rasch zerfiel. Die letzten Staufer, Manfred und Konradin, fielen den Angriffen Karls I. von Anjou zum Opfer. Die Sizilianische Vesper (1282) brachte Sizilien an Aragón, während in Neapel die Anjou herrschten. Diese Teilung des Königreichs Sizilien war die Geburtsstunde des Königreichs Neapel.


Neapel unter Königen aus den Häusern Anjou und Aragón

Nachdem der süditalienische Normannenstaat direktes Lehen des Papstes war, stand es in einer engeren Beziehung zu Rom, als etwaige andere europäische Reiche. Auch deshalb kam Neapel (und Sizilien) eine besondere Rolle im Verlauf des großen abendländischen Schismas zu. Dies um so mehr, als dass es zwei Prätendenten gab, die jeweils von einer päpstlichen Fraktion unterstützt wurden. Als drei Jahre nach Ausbruch der Kirchenspaltung (1381) Königin Johanna gefangen gesetzt und wenig später ermordet wurde, gab es zwei Anwärter auf die neapolitanische Krone. Einer war Karl von Durazzo, Graf von Gravina, ein Cousin zweiten Grades der verstorbenen Johanna, der andere war Ludwig, Herzog von Anjou, Sohn König Johann II. von Frankreich. Letzteren hatte Johanna einige Jahre vor ihrem Ableben adoptiert und zu ihrem Nachfolger bestimmt. Während Karl vom römischen Papst unterstützt und gekrönt wurde, war es Clemens (VII.), der Ludwig von Anjou mit einem päpstlichen Heer unterstützte und nach Süditalien schickte nachdem er ihn in Avignon zum König von Neapel gekrönt hatte.


Die beiden Prätendenten hatten ihrerseits Nachfolger, die sich auch nach Beendigung des Schismas über Recht- und Unrechtmäßigkeit des jeweiligen Gegners stritten. Nachdem Ludwig von Anjou und seine Nachfolger bis auf kurze Zeitspannen nie in Neapel residierten, bezeichnet man sie in der Forschung als »Titularkönige«.


Im Jahre 1422 gelang es König Alfons V. von Aragón und Sizilien, Neapel wieder (bis 1458) sizilianisch werden zu lassen. Nach seinem Tod bekam sein Bruder Johann von Aragón Sizilien und sein unehelicher Sohn Ferdinand I. Neapel. Ferdinands Sohn Alfons II. wurde am 23. Januar 1495 zur Abdankung gezwungen, weil der französische König, Karl VIII., als Lehnsherr der ausgestorbenen Anjou-Prinzen, nun seinerseits Neapel beanspruchte und das Königreich von Februar bis Juli 1495 regierte.


Kurz nachdem Karl VIII. die Stadt wieder verlassen hatte, eroberte Ferdinand II., Alfons' Sohn, sein Erbe. Mit seinem Tod (1496) brach ein neuer Kampf um Neapel aus. Diesmal war es kein französischer Prinz, sondern der König von Sizilien (Ferdinand, der Katholische von Aragón), der 1501 in Neapel einfiel, den dortigen König (Friedrich) vertrieb und das Reich seinem eigenen zuführte.


Neapel unter Habsburgern und Bourbonen

Neapel blieb mit Sizilien vereint. Beide Königreiche waren fortan Nebenländer der spanischen Krone, bis König Philipp V. von Spanien und Sizilien, den festländischen Teil, also Neapel, im Jahre 1707 an Kaiser (Karl VI.) abtrat. (Vgl. dazu auch: Spanischer Erbfolgekrieg)


Einige Jahre später (1720) fiel auch Sizilien an letzteren, sodass die beiden Reiche wieder vereint waren. Nach dem Tod Kaiser Karls kam Neapel 1734 wieder an die spanischen Bourbonen, während Sizilien bei den Habsburgern blieb. Der zweite Sohn König Karls III. von Spanien, Ferdinand, erhielt dann aber 1759 sowohl Sizilien, als auch Neapel.


Im Zeitalter der französischen Revolution wurde in Neapel die Parthenopeische Republik ausgerufen und dem König blieb nur Sizilien. 1806 setzte Napoleon I. seinen Bruder Joseph, zwei Jahre später seinen Schwager Murat als Könige von Neapel ein, während Ferdinand immer noch in Sizilien residierte.


Nach dem Wiener Kongress, wurde Ferdinand von Bourbon-Sizilien, am 8. Dezember 1825 zu Ferdinand I., König beider Sizilien proklamiert. Das Königreich beider Sizilien blieb bis 1860 (Sizilien bis Mai, Neapel bis September) ein unabhängiger Staat. Im Oktober 1860 wurde er durch die Truppen Garibaldis dem Königreich Piemont-Sardinien angeschlossen und der italienische Staat entstand.




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