Der Kölner Dom, sein Weihename ist St. Peter und Maria, ist mit 157 Metern Höhe nach dem Ulmer Münster die zweithöchste Kirche in Deutschland. Es ist das meistbesuchte Gebäude der Welt.
Der gotische Bau wurde am 15. August1248 nach einem Plan des Dombaumeisters Gerhard von Rile begonnen, der Chor 1322 geweiht. 1410 erreicht der Südturm das zweite Geschoss. Um 1528 stellte man den Bau aus Geldmangel ein. Über 300 Jahre bestimmte der unfertige Kölner Dom mit dem Dombaukran auf dem unvollendeten Südturm die Silhouette der Stadt.
1814 wird die eine Hälfte des 4,05 m großen überarbeiteten Fassadenplanes des 3. Nachfolgers Gerhards, Dombaumeister Johannes, von G. Moller in Darmstadt wiederentdeckt, die andere 1816 von Sulpiz Boisserée in Paris. Um die Wende zum 19. Jahrhundert lenkten außerdem Romantiker in ihrer Begeisterung für das Mittelalter das öffentliche Interesse erneut auf den unvollendeten Dombau. Neben anderen war Sulpiz Boisserée die treibende Kraft für die Vollendung, so dass letztlich am 4. September1842 durch den preußischen König Friedrich Wilhelm IV. und den ErzbischofJohannes von Geissel der Grundstein für den Weiterbau des Kölner Doms gelegt werden konnte. ".._. Hier, wo der Grundstein liegt, dort mit jenen Türmen zugleich, sollen sich die schönsten Tore der ganzen Welt erheben.._.".
Am 15. Oktober1880 kann der Dom nach über 600 Jahren vollendet werden, getreu den Plänen der Kölner Dombaumeister des Mittelalters und dem erhaltenen Fassadenplan aus der Zeit um 1310. Dabei wurden die modernsten Techniken, insbesondere für den Dachbau - eine neuzeitliche Eisenkonstruktion - durch die Dombaumeister Zwirner und Voigtel eingesetzt. Nach der Fertigstellung war der Dom acht Jahre lang das höchste Gebäude der Welt.
Größere Schäden erlitt der Dom während des 2. Weltkrieges (jetzt nicht mehr sichtbar wie an der ehemaligen Ziegelsteinplombe im Nordturm) , aber ab 1956 konnte er seine Funktion für die Menschen wieder erfüllen.
Der Kölner Dom ist das zentrale Gotteshaus des ErzbistumsKöln. Das spätmittelalterliche Chorgestühl ist mit 104 Sitzplätzen, das größte Chorgestühl in Deutschland und weist als Besonderheit jeweils einen reservierten Platz für den Papst und den Kaiser auf. In dem kunstvoll vergoldeten bedeutendsten Schrein des Abendlandes ruhen die fast vollständig erhaltenen Reliquien der Heiligen Drei Könige. Seit 1924 beherbergt der Kölner Dom mit der St. Petersglocke, die von den Kölnern liebevoll als d'r decke Pitter bezeichnet wird, die größte freischwingende Glocke der Welt. Verkehrsgünstig neben dem Kölner Hauptbahnhof gelegen, grenzt das Gebäude erhöht an das Ufer des Rheins an.
1998 wurde eine Pfeifenorgel eingeweiht, die die unbefriedigende Klangsituation des Orgelspiel seit der Nachkriegszeit behob. Sie wurde in Schwalbennestform (von Osten aus schauend) am Beginn des Langhauses vor der nördlichen Langhauswand gehängt. Dies ist der für einen gotischen Kirchenraum günstigste Standort. Die Orgel besteht aus einem Rückpositiv, einem Hauptwerk, einem Schwellwerk und einem Pedal. 3963 Pfeifen können auf 53 Registern gespielt werden.
Weltkulturerbe
Der Kölner Dom wurde 1996 als eines der europäischen Meisterwerke gotischer Architektur eingestuft und zum Weltkulturerbe erklärt. Am 5. Juli2004 wurde der Kölner Dom wegen der Gefährdung der visuellen Integrität des Doms und der einzigartigen Kölner Stadtsilhouette durch die Hochhausplanungen auf der dem Dom gegenüberliegenden Rheinseite vom UNESCO-Welterbekomitee auf die rote Liste des gefährdeten Welterbes gesetzt.
Hausherren des Doms
Hausherr der Kathedrale ist - anders als in allen anderen Diözesen - nicht der Bischof, sondern das Hohe Dom-, Kathedral- und Metropolitankapitel selbst. Es besteht aus 16 Domherren (12 Residierende- und 4 Nichtresidierende Domherren), an deren Spitze ein Dompropst und ein Domdechant stehen. Die beiden letzten Pröpste, Heinz Werner Ketzer und Bernhard Henrichs waren Träger des Orden wider den tierischen Ernst. Auch der Kölner Domherr Alexander Schnütgen ist nicht ohne Bedeutung. Als bedeutender Kunstsammler hinterließ er seine Kunstschätze der Stadt Köln, welche sie nun im Schnütgen-Museum zur Schau stellt.
Die Erhaltungskosten des Kölner Doms, die sich auf fast zehn Millionen Euro jährlich belaufen, trägt zu fast zwei Drittel regelmäßig der Zentral-Dombau-Verein zu Köln.
Literatur
Dieter Breuers: Fenster, Pfeiler und Gewölbe; Lübbe Verlag; 1999; ISBN_3404142527
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